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Union konzentriert sich auf drei Kandidaten: Wann der neue Trainer vorgestellt wird

Berlin – Wer wird die Nachfolge von Marie-Louise Eta (34) antreten? Präsident Dirk Zingler (61) nannte bei der Mitgliederversammlung zwar keine konkreten Namen, doch der Kreis der potenziellen Nachfolger hat sich deutlich verkleinert. Von einer anfänglich langen Liste ist man nun zu einer überschaubaren Auswahl bei Union Berlin gekommen.

„Wir haben uns mit drei Kandidaten getroffen und deren Profile sorgfältig analysiert“, erklärte der Präsident am Dienstagabend im Rahmen einer Pressekonferenz vor der Versammlung. „Aus diesen dreien wird unser nächster Trainer hervorgehen.“

In den letzten Berichten wurde der Schweizer Meistermacher Mauro Lustrinelli (50) als Favorit gehandelt, aber auch Christian Eichner (43), ehemaliger Trainer des KSC, wurde in den Medien häufig genannt. Zudem sollen Gespräche mit Horst Steffen (57) geführt worden sein, wobei offen bleibt, ob er weiterhin zu den Top-Drei zählt.

Fest steht: Eine übereilte Entscheidung wird es nicht geben. Der 61-Jährige betonte, dass der Prozess sorgfältig und bedacht ablaufen soll. Dennoch möchte man bei Union nicht allzu viel Zeit verstreichen lassen und hofft, bereits im Mai den neuen Coach präsentieren zu können.

Ein möglicher Grund dafür ist, dass Lustrinelli, der mit dem Aufsteiger FC Thun sensationell die Meisterschaft gewann, in der Schweiz noch einen Vertrag bis 2028 besitzt – was eine Ablösesumme erforderlich machen würde.

Der 50-Jährige selbst äußerte sich zurückhaltend: „Wir haben gerade die Meisterschaft gewonnen; ich genieße diesen Moment. Zur Zukunft: Der FC Thun, mein Umfeld und ich stehen im Austausch. Mehr kann ich momentan nicht sagen. Ich bitte um Verständnis“, so Lustrinelli gegenüber der Schweizer Zeitung „Blick“.

Wer letztlich bei Union übernimmt, erhält eine klare Marschrichtung: Der Schwerpunkt soll künftig stärker auf der Förderung junger Talente liegen, nachdem der Verein in den letzten Jahren erheblich in das eigene Nachwuchsleistungszentrum investiert hat.

„Wir schließen eine erste Phase in der Bundesliga ab, da sich der Klub weiterentwickelt hat. Diese Phase ist für uns ausgereizt“, ließ Zingler einen Richtungswechsel durchblicken.

Union ist zwar nicht für den attraktivsten Fußball der Liga bekannt, holt aber stets das Maximum mit den verfügbaren Mitteln heraus. Der bisherige „Terrorfußball“, der die Eisernen bis in die Champions League geführt hat, scheint nun vorerst Geschichte zu sein. Der Klub strebt den nächsten Schritt an.

Vor einigen Monaten klang das noch ganz anders: „Jeder, der bei uns den Fußball entwickeln will, fliegt raus“, erklärte Zingler im Januar. Jetzt jedoch steht bei Union ein neues Spielkonzept auf dem Plan.