Union-Berlin-Blog: Khedira wird zum Matchwinner und sichert einen mühsamen Auswärtssieg bei St. Pauli
Berlin – Eisern: TAG24 präsentiert den Union-Berlin-Blog – betrieben von drei echten Berliner Fußballfans.
Die Verfasser:
Icke (Jürgen Heinemann) ist seit den 1970er Jahren Union-Anhänger und arbeitet seit über drei Jahrzehnten im Vertrieb als Betriebswirt. Er ist verheiratet, Vater eines erwachsenen Kindes und lebt heute in Grünheide. Als Gründer dieses Blogs berichtet er hier regelmäßig.
Unionfux (Tobias Saalfeld) begleitet Union seit über 40 Jahren. Er ist freiberuflich für Theater, Radio und Fernsehen tätig und schreibt ebenfalls für diesen Blog.
Beecke (Christian Beeck), ehemaliger Bundesliga-Profi (Hansa Rostock, Cottbus), frühere Führungskraft bei Union und mit 21 Einsätzen für die DDR-Juniorennationalmannschaft, stammt aus dem eigenen Nachwuchs. Beecke hat zwei Kinder und steht dem Blog als Experte beratend zur Seite.
Unionfux: Hätten wir die gestrige Partie verloren, wäre unser Vorsprung auf den Relegationsplatz auf vier und auf St. Pauli auf nur zwei Punkte geschrumpft. Doch durch den zweiten Auswärtssieg der Saison sind es nun jeweils komfortable acht Zähler. Das verdeutlicht, wie wichtig der Erfolg am elften Spieltag wirklich war. Dennoch war der Spielverlauf über weite Strecken ernüchternd.
In der ersten Halbzeit hatte der engagierte, aber spielerisch limitierte Gastgeber keinen Abschluss aufs Tor. Einzig ein Kopfball von Pereira Lage nach einer Flanke von Hountondji in der 30. Minute war gefährlich, aber knapp am Tor vorbeigesegelt.
Wir begannen eher vorsichtig, doch kurz vor der Pause setzten Ilic, nach Khediras Vorlage, und Querfeld den gegnerischen Torhüter unter Druck. Rothe köpfte eine Burke-Flanke knapp vorbei, und in der 44. Minute erzielten wir das einzige Highlight.
Ein langer Einwurf von Trimmel wurde von Oppie zwar weggeköpft, jedoch genau auf Khedira, der sofort abschloss, dabei aber nur Ilic traf, von dem der Ball zurückprallte. Beim zweiten Versuch zeigte unser Sechser mehr Zielgenauigkeit: volley traf er unhaltbar ins linke Toreck. Ein fast idealer Moment, um in Führung zu gehen – diesen knappen Vorsprung nahmen wir mit in die Pause.
Unerwartet gaben wir St. Pauli in der zweiten Halbzeit, trotz deren kämpferischer Einstellung, fast komplett das Spielgeschehen. Wir hatten wenig Ballbesitz und setzten hauptsächlich auf lange, meist unpräzise und ungefährliche Bälle. Offensiv machten wir es dem Gegner durch technische Fehler leicht, uns fernzuhalten. Unsere Abwehr war jedoch weitestgehend stabil, auch wenn der Gegner viele Bälle eroberte und Druck aufbaute, daraus aber wenig Zählbares kreieren konnte.
Erst nach einer Stunde wurde Rönnow richtig gefordert, parierte aber zweimal sicher gegen Fujita und Wahl. In der 74. Minute hatten wir Glück, als Pereira Lage nach einer Sinani-Vorlage nur den Innenpfosten traf und der Nachschuss nicht verwertet wurde. Zehn Minuten später klärte Haberer eine direkte Ecke knapp vor der Linie, wobei unklar blieb, ob der Ball im Tor oder daneben war. Die Versuche des Tabellen-16. waren insgesamt zu ungenau, zudem machte unsere Abwehr kaum Fehler, abgesehen von zwei kuriosen Situationen mit Skarke und Trimmel, die aber keine Konsequenzen hatten. In der Nachspielzeit vergab Skarke mit einem Schuss knapp. Das war der einzige ernsthafte Abschluss unsererseits nach der Pause, auch wenn kurz nach der 70. Minute noch eine Aktion von Burke wegen Abseits nicht zählte.
Unterm Strich steht ein mühsamer Sieg – der aber einen schwachen und verunsicherten Gegner und auch etwas Glück erforderte. Normalerweise werden unsere Unzulänglichkeiten und die offensive Passivität bestraft. Das Wichtigste bleiben die drei Punkte, die ein spannendes Unentschieden an diesem späten Millerntor-Nachmittag klar überwiegen. Durch den Sieg klettern wir auf Rang acht und führen so das untere Mittelfeld an (fünf Punkte Rückstand auf Platz sieben). Den kommenden Heim-Erfolg gegen die auswärts punktlosen Heidenheimer gilt es zu bestätigen – hierfür wird aber vermutlich eine bessere Leistung nötig sein, denn Bundesliganiveau zeigte die Partie selten.
Unsere Torjägerstatistik setzt eine Serie fort: Rani Khedira traf in knapp viereinhalb Jahren fünfmal für uns und bei allen fünfen gingen wir als Sieger vom Platz.
Es ist bemerkenswert, dass St. Pauli aktuell eine Serie von acht Niederlagen in Folge hinnehmen musste – Vereinsrekord. Dennoch sollten wir uns dringend Gedanken über die spielerische und technische Armut der zweiten Hälfte machen, trotz der Freude über den ersten Zu-Null-Sieg der Saison, der uns dennoch irgendwie nachhängt. Vielleicht hilft hier ein regelmäßiger Blick auf die Tabelle während der Woche.
Unionfux: Begegnungen mit dem FC St. Pauli haben stets einen besonderen Charakter, nicht zuletzt, weil der Kiezklub polarisiert: Man liebt ihn mit seiner Nähe zu uns oder man empfindet ihr Auftreten als hysterisch und selbstgefällig und hat es schwer mit den Braun-Weißen und ihren Fans.
Hamburg ist ein Abstiegskandidat – das macht die Duelle interessant. St. Pauli startete furios mit sieben Punkten nach drei Spieltagen, doch seit sieben Spielen blieb ein Sieg aus und es fielen in dieser Zeit nur zwei Tore. Einzig das Pokal-Comeback gegen Hoffenheim, wo man last minute ausglich und im Elfmeterschießen gewann, stach heraus. Die Stimmung ist gedrückt, mit viel Unsicherheit und Druck.
Trainer Baumgart hat noch eine Rechnung offen: Im Januar hatten wir eine bittere Niederlage am Millerntor mit erschreckender Leistung. Man will nun zeigen, dass man auch anders spielen kann. Die kommenden Spiele gegen St. Pauli und Heidenheim sind richtungsweisend – sechs Punkte sind möglich und wichtig. Traditionell tun wir uns gegen vermeintlich kleinere Gegner schwerer, hier sollte endlich ein Gegenbeweis folgen.
Am Millerntor werden wir voraussichtlich weniger Ballbesitz haben, eher auf Umschaltmomente setzen und auf unsere Stärke bei Standards vertrauen. Gut, dass Christopher Trimmel nach Gelbsperre wieder dabei ist und Josip Juranovic endlich fit wurde. Vermutlich startet Trimmel, Juranovic kommt nach einer Stunde. Andrej Ilic könnte erneut den glücklosen Skarke ersetzen. Im Mittelfeld könnten Schäfers Einsätze durch Benes infrage gestellt werden, Kemlein dürfte heiß auf seine alte Wirkungsstätte sein. Ob Livan Burcu zu Kurzeinsätzen kommt, bleibt spannend. Wenn die Mannschaft den Einsatz der letzten Spiele konserviert, ist es egal, wer aufläuft – dann holen wir unseren zweiten Auswärtssieg.
Für die Auswärtsfahrer ist die Lage nicht einfach, da das Spiel am Sonntag um 17.30 Uhr logistische Herausforderungen birgt. Trotzdem wird sicher ein imposanter Auswärtsmob die Mannschaft unterstützen. Auf eine erfolgreiche Woche der Wahrheit!
Unionfux: Für viele überraschend gab Union am 13. November bekannt, dass Chefscout und ehemaliger Geschäftsführer Profifußball Männer Oliver Ruhnert nach achteinhalb Jahren mit sofortiger Wirkung den Verein verlässt. Ein solch plötzlicher Schritt deutet auf Konflikte oder ein lukratives Angebot hin. Gerüchte über eine Rückkehr zum FC Schalke kursierten schon länger.
Doch diesmal liegt der Grund woanders: Ruhnert kandidiert Anfang Dezember als Generalsekretär der noch jungen Partei BSW (Bündnis Sahra Wagenknecht) und wird voraussichtlich gewählt. Die Partei, die überraschend knapp am Bundestag scheiterte, sieht in ihm einen wichtigen Zugewinn.
Sein politisches Engagement ist nicht neu; er war bereits Stadtrat für die Linke in Iserlohn und hatte sich eine Beurlaubung genommen, um für das BSW MdB zu werden – knapp gescheitert. Ruhnert hat stets strikt zwischen Sport und Politik getrennt und sein politisches Engagement nie versteckt.
Mit seinem Abschied endet eine Ära, fast auf den Tag genau zwei Jahre nach dem überraschenden Weggang von Trainer Urs Fischer, der nach einer Negativserie ausgebrannt und ratlos das Handtuch warf. Gemeinsam mit Fischer steht Ruhnert für eine beeindruckende Erfolgsgeschichte Union Berlins: Aufstieg in die Bundesliga, Qualifikationen für Conference League, Europa League und Champions League – ein steiler Aufstieg, der seinesgleichen sucht.
Ruhnerts kluge Einkaufspolitik seit 2017 als Chefscout brachte Schlüsselspieler wie Gentner, Becker, Andrich, Awoniyi, Knoche, Kruse und Hollerbach, sowie noch aktive Spieler wie Khedira, Leite, Doekhi und Rönnow.
Früher schien Ruhnert unfehlbar, doch zuletzt häuften sich Fehleinschätzungen und teure Fehlgriffe (z. B. Puchacz, Möhwald, Öztunali, Dajaku, Endo, Pantovic, Jordan, Kaufmann, Bedia, Tousart, Volland), ebenso falsche Bewertungen wie bei Leweling und Asllani. Solche Fehler sind Teil des Geschäfts, doch die wirklich guten Transfers wurden seltener.
Gleichzeitig wirkte es, als sei Ruhnert mit Herz und Gedanken nicht mehr voll dabei und bereits auf dem Weg in die Politik. Seine Interviews ließen oft eine gedankliche Distanz zum Fußball vermuten. Dass er freiwillig in die zweite Reihe als Chefscout zurücktritt, überrascht nicht.
Ob sein erneuter Anlauf klug war, bleibt offen. Die Trennung erfolgt jedoch freundschaftlich und ohne Groll – eine Seltenheit in diesem Geschäft. Ruhnerts Verdienste für den 1. FC Union sind enorm und unbestritten. Sein Nachfolger muss erst noch beweisen, dass er ihm das Wasser reichen kann.
In Zukunft wird der Verein kleinere Brötchen backen: Das Ziel ist weiterhin ein sicherer Klassenerhalt, während Ruhnert sich bemüht, das BSW in der Politik zu etablieren – keine einfache Aufgabe auf beiden Seiten.
Danke, Oliver, für achteinhalb Jahre im Verein. Viele Union-Fans sind froh, dass du nicht bei einem direkten Konkurrenten anheuerst. Viel Erfolg und Freude bei deinen weiteren Vorhaben – wir sehen uns!
Icke: Deutschland zeigte sich endlich mal 90 Minuten lang konzentriert. Mit einem 6:0 besiegten wir die Slowakei deutlich. Schon nach etwa 30 Minuten war das Spiel entschieden, als es 3:0 stand. Zur Pause führten wir gar 4:0.
Die leicht angeschlagenen Schlotterbeck und Kimmich spielten, was wichtig war, da sie Stabilität gaben. Torwart Baumann musste selten eingreifen, zeigte aber in der 21. Minute eine starke Parade. Die Abwehr mit Kimmich, Tah, Schlotterbeck und Raum funktionierte souverän. Im zentralen Mittelfeld spielten Goretzka und Pavlovic, vorne stand Sane auf rechts, Wirtz links und Gnabry in der Mitte. Der Nachwuchsstürmer Woltemade durfte erneut starten.
Das Spiel war lebhaft, die Slowakei schwach. Unsere Konzentration und Kreativität im Angriff waren deutlich zu sehen. Sane hatte einen starken Tag, traf zweimal selbst und bereitete viele Chancen vor. Woltemade eröffnete mit einem kraftvollen Kopfball das 1:0, Gnabry erhöhte auf 2:0. Die deutschen Spieler ließen den Gegner zeitweise schwindlig spielen.
Trainer Nagelsmann wechselte zur Pause Nmecha für Pavlovic. Später ersetzte er Schlotterbeck und Kimmich durch Baku und Thiaw. Baku hatte sichtlich Freude am Kombinationsspiel und erzielte das 5:0. In der 77. Minute kam Quedraogo zum Einsatz und traf zwei Minuten später zum 6:0.
Die WM-Mannschaft wird wohl aus den elf Startspielern gebildet. Havertz und Musiala, die sich derzeit in der Reha befinden, wollen wieder eine wichtige Rolle übernehmen. Kleindienst muss seine beste Form zeigen, um Woltemade Konkurrenz zu machen. Rüdigers Einsatz wird geprüft, da er vor seiner Verletzung schwächelte. Tah und Schlotterbeck scheinen sich gefunden zu haben. Torwart Baumann kann eine starke WM spielen. Ter Stegen muss sich noch als Stammtorwart behaupten, ansonsten steht Neuer als Notlösung bereit. Talente wie El Mala und Karl haben gute Chancen, mit zur WM zu reisen. Von den Ex-Unionern wird wohl nur Schlotterbeck die WM schaffen.
Icke: Neben dem Spielbetrieb engagiert sich der 1. FC Union auch gesellschaftlich. Besonders hervorzuheben sind das traditionelle Weihnachtssingen und das Drachenboot-Rennen, ebenso wie die vereinseigene Stiftung, die viele soziale Projekte in Berlin unterstützt, etwa Bildungs- und Lernpatenschaften oder Feriencamps für Kinder. Die Fanbasis zeigt Solidarität, beispielsweise durch Blutspenden oder den Bau eines Stadions mit großer Unterstützung der Anhänger.
Ein besonderes Event ist der Union-Preis-Skat, der am vergangenen Samstag zum 50. Mal in Folge stattfand. In der legendären Union-Kneipe "Abseitsfalle" spielten 120 Teilnehmer in zwei großen Viererrunden bis Mitternacht. Organisiert wird das Turnier seit über 20 Jahren von Andre Rolle, dem früheren Stadionsprecher, sowie Ukka, Wolfgang Vallentin, Torsten Eisenbeiser und der "Unionförsterin". Unterstützt werden sie von Marian (Andres Sohn), Fabian ("Huhn") und dem Team der Abseitsfalle.
Das Turnier steht nicht im Zeichen des Wettbewerbs, sondern der Gemeinschaft und des Spaßes unter Unionern. Preise, teils aus dem Vereinsshop, werden an alle Teilnehmer vergeben – auch die Letzten erhalten attraktive Preise. So zeigt sich die besondere Union-Atmosphäre: nicht nur bei Pflichtspielen ausverkauft, sondern auch bei Freizeitaktivitäten eine große Einheit aus verschiedensten Menschen. Das hat gesellschaftlichen Wert, den leider der Berliner Senat bei der Stadionerweiterung nicht ausreichend anerkennt. Eisern!
Icke: Wenn bei einem Spiel der deutsche Torwart Baumann in der ersten Halbzeit mehr Ballkontakte hat als zwei Angreifer zusammen, sagt das viel über den Spielverlauf aus. Sehr oft folgt auf ein überzeugendes Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft eine schwache Vorstellung – so auch diesmal. Trotz des 2:0-Erfolges gegen Luxemburg muss die Leistung für den Gegner besser aussehen.
Kimmich und Schlotterbeck wurden mit leichten Blessuren geschont, Baku und Anton spielten stattdessen. El Mala wurde noch nicht eingesetzt, Adeyemi war gelbgesperrt. Woltemade überzeugte mit zwei Toren, darunter eines nach Vorarbeit von Sane, der sich ebenfalls einen Einsatz verdiente. Wirtz konnte allerdings wenig Impulse setzen. Baumann musste mehrfach stark eingreifen, insgesamt ist die Mannschaft noch kein homogenes Gefüge.
Für die WM-Qualifikation fehlt nur noch ein Punkt. Nagelsmann muss eine Mannschaft formieren, die bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko bestehen kann. Neben den schon etablierten Wirtz, Musiala, El Mala und Karl, die alle großes Talent besitzen, muss auch die Torwartfrage geklärt werden. Ter Stegen dürfte nach seiner Verletzung keine Stammspielerrolle mehr erhalten, Neuer wäre dann die unverzichtbare Alternative. Eisern.
Unionfux: Das Wichtigste aus dem Spiel gegen die Bayern ist, dass Erfolg mit Mut verbunden ist. Alle unsere bisherigen Siege und das Unentschieden wurden durch mutiges, entschlossenes Spiel erreicht, ohne Zögern oder überflüssige Rückpässe. In der Bundesliga ist es kaum möglich, Gegner gezielt zu dominieren, da es Ballbesitz voraussetzt, den wir unter Baumgart eher meiden. Uns fehlt zudem die individuelle Klasse, Passsicherheit und einstudierte Laufwege, die sich nur selten zeigen. Das ist ein Handicap, das sich seit langem hinzieht, und es ist unklar, warum kaum Fortschritte zu erkennen sind.
Umso wichtiger sind dann Entschlossenheit, Konsequenz und Mut – Mut zum Konter, Abschluss und Mitspielen. Die verbleibenden Spiele vor der Winterpause, besonders gegen St. Pauli und Heidenheim, sind richtungsweisend. Siege gegen diese Teams, die sich gerade selbst schwer tun, wären ein großer Schritt zum Klassenerhalt. Auch wenn wir es gegen vermeintlich kleine Gegner traditionell schwer haben, könnten wir hier zeigen, dass wir es besser können.
Das Wintertransferfenster beginnt sich zu drehen: Es gibt wieder Interesse an Diogo Leite, Doekhi wird ebenfalls gehandelt, besonders nach starken Leistungen. Wir hingegen sollen Valentino Lazaro vom AC Turin als möglichen Nachfolger für Trimmel ins Auge gefasst haben. Lazaro kennt man aus seiner Zeit bei Hertha und für seine spektakulären Tore. Bisher sind das aber alles nur Gerüchte.
Ich werbe weiter für einen zentralen Mittelfeldspieler, der uns offensiv verbessert und idealerweise auch Standards beherrscht. Momentan sind wir da zu sehr auf wenige Spieler angewiesen, die zudem verletzungsanfällig sind. Leider scheint bei den Verantwortlichen wenig Interesse an klassischen Spielmachern zu bestehen. Horst Heldt sollte Mut beweisen!
Besonders bemerkenswert ist der überraschende Abschied von Oliver Ruhnert als Chefscout nach achteinhalb Jahren – ein endgültiger Bruch mit einer erfolgreichen Ära, die er gemeinsam mit Urs Fischer prägte. Wir werden diesem Thema später gesondert nachgehen und danken Oliver herzlich für seinen Einsatz und wünschen ihm alles Gute für seine weiteren Pläne.
Icke: Nun ist es schon einige Wochen her, dass Jochen Lesching von uns ging. Ich hatte das Glück, ihn persönlich kennenzulernen – ein außergewöhnlicher Mensch, ein echtes Original. Er war immer geradeheraus, uneigennützig und engagiert. Noch im fortgeschrittenen Alter verkaufte er unsere Programmhefte selbst am Stadion. Das ist beeindruckend und selten geworden.
Er war auch Unternehmer: Seine Druckerei startete klein und wuchs zu einer wichtigen Institution heran, die nicht nur unser Programmheft, sondern auch viele andere Druckaufträge zuverlässig erledigte. Seine Investition in eine professionelle Prospekt-Druckmaschine war ein echter Meilenstein.
Unser Kontakt blieb auch nach dem Rückzug nie ab. Er engagierte sich für soziale Projekte und half, Sponsoren zu gewinnen. Besonders das Projekt zum Spielplatzbau war ihm ein Herzensanliegen, das mit viel Aufwand verbunden war. Anfangs hatte er dabei Unterstützung von Tekmessa, der leider viel zu früh verstorbenen guten Seele von Union. Zusammen waren sie ein Dream-Team für die soziale Arbeit im Verein.
Fußballerisch teilten wir oft die gleichen Ansichten, auch wenn wir unterschiedliche Meinungen zu einigen Spielern hatten – das war sogar gut für den Verein, denn wir brauchen keine Ja-Sager, sondern kluge Köpfe mit eigener Meinung. Mit Jochen Lesching verlieren wir eine große Persönlichkeit, die kommenden Generationen hoffentlich respektvoll in Erinnerung behalten. Sein Leben steht für ein erfülltes Leben – privat, beruflich und gesellschaftlich. Eisern.
Unionfux: Die Alte Försterei war gestern Abend nah dran, die Bayern zu bezwingen, aber am Ende gab es ein 2:2. Es lag nicht am Gegner, der in Bestbesetzung auftrat und hochmotiviert war, sondern an der individuellen Klasse von Diaz und Kane, die mit zwei starken Aktionen den Meister vor der Niederlage retteten. So blieb es beim ersten Punktverlust der Bayern.
Unsere Mannschaft zeigte eine nahezu fehlerfreie und engagierte Leistung. Selbst die zurückgenommene Führung durch ein zurückgepfiffenes Abseitstor konnte uns nicht brechen. Nach einem frühen Rückstand durch einen Fehler erzielten wir zwei Treffer durch Doekhi und Ilic. Die Bayern erhöhten zwar den Druck, doch wir hielten gut dagegen.
Im zweiten Durchgang hatten wir zwar wenig Ballbesitz, doch unsere Defensive stand sicher und wir kamen immer wieder zu Chancen. Am Ende rettete uns Rönnow mit einigen Paraden den Punkt. Trotz des späten Ausgleichs können wir stolz auf die couragierte Leistung sein. Darauf lässt sich aufbauen – wir sind dem ersten Sieg gegen die Bayern noch nie so nahe gewesen.
Icke: Am Samstag stehen zahlreiche Spiele an, darunter das Bundesligaspiel gegen die Bayern. Anschließend geht es zum Auswärtsspiel bei St. Pauli, dann zum Heimspiel gegen Heidenheim und erneut zu Hause gegen die Bayern im Pokal. Danach folgen Auswärtspartien in Wolfsburg, Leipzig und zum Abschluss in Köln.
Realistisch betrachtet werden wir gegen die Bayern nicht punkten können. Bei St. Pauli ist ein Unentschieden möglich, die Heimspiele gegen Heidenheim und Leipzig müssen wir nutzen. Ich rechne mit etwa sieben weiteren Punkten bis Jahresende, sechs wären noch okay. Weniger sollte uns Sorgen machen.
Es könnte Überraschungen geben, denn gerade gegen die Großen lief es zuletzt gut für uns. Die Kraftanstrengung der Bayern in der Champions League wird uns kaum helfen, da sie über zahlreiche Alternativen verfügen. Unser Kader wird sich kaum verändern, aber wir hoffen auf einen kreativen Neuzugang im Winter. Die beiden wichtigen Verteidiger Leite und Doekhi könnten uns verlassen, was ein großes Problem wäre, da wir sie kaum ersetzen können. Intern gibt es zwar etwas Breite, aber der Qualitätsverlust wäre spürbar.
Horst Heldt hat nun die Chance, sich mit cleveren Transfers einen guten Namen zu machen. Eisern.
Icke: Das torlose Remis zwischen Union und Freiburg bot wenig fußballerischen Genuss. Freiburg war in der ersten Hälfte überlegen, Union im zweiten Abschnitt. Torchancen waren Mangelware auf beiden Seiten. Baumgart rotierte dreimal und verzichtete zunächst auf Trimmel und Ansah, was sich im Spiel negativ bemerkbar machte. Freiburg wechselte sogar sechs Spieler, doch ihr Spiel wirkte spielstärker.
Ein kurioser Moment war das aberkannte Tor von Ilic, bei dem der Schiedsrichter minutenlang zögerte und schließlich Abseits pfiff, obwohl Khedira durch ein Foul gehalten wurde. Freiburg verlor kurz vor der Pause einen Spieler, nachdem dieser drei grobe Fouls begangen hatte, was den Spielverlauf beeinflusste.
Union kämpfte mit viel Einsatz, doch viele Spieler zeigten keine gute Form. Das nächste Spiel gegen Bayern wird eine Herausforderung. Eisern.
Unionfux: Die Stimmung ist nicht groß, aber solide: Wir stehen mit elf Punkten im Mittelfeld und sind im Pokal-Achtelfinale. Vor uns liegen zwei Heimspiele, das zweite gegen die dominanten Bayern, die bisher alle Spiele gewonnen haben. St. Pauli und Heidenheim sind Abstiegskandidaten, gegen die wir wichtige Punkte einfahren müssen, um nicht abzurutschen.
Bei St. Pauli erwarten wir wie üblich weniger Ballbesitz, Umschaltsituationen und Standards. Gut, dass Trimmel nach Gelbsperre zurück ist und Juranovic bald fit wird. Baumgart wird wohl auf Bewährtes setzen, vielleicht mit Ilic im Sturm und Haberer im Mittelfeld. Wetterprognose: angenehm mit 17 Grad. Ein perfekter Herbstnachmittag für einen Heimsieg.
Unionfux: Unser Pokalspiel in Bielefeld war ein harter Kampf gegen einen unerwartet starken Gegner. Nach einer frühen Führung durch Querfeld glich Bielefeld aus und ging in Führung. Wir hatten Glück, dass sie nicht davonziehen konnten, denn sie waren engagiert und mutig.
In der Verlängerung erzielten wir durch Doekhi den Ausgleich und schließlich den Siegtreffer durch Burke, der sich zuvor gut durchgesetzt hatte. Bielefeld kämpfte weiter, doch wir verteidigten den knappen Vorsprung. Unser Angriff blieb größtenteils glücklos, doch die Mannschaft zeigte Einsatz und Kondition.
Der Einzug ins Achtelfinale ist wichtig, auch wenn das Spiel nicht überzeugte. Die Pokalgesetze mit engen Spielen und wenig Chancen sind bekannt. Hoffentlich bringt uns der Sieg Rückenwind für das wichtige Bundesligaspiel gegen Freiburg.
Icke: Nach acht Bundesliga-Spieltagen und einem Pokalspiel ist der aktuelle Stand bei Union in Ordnung. 10 Punkte in der Liga und die zweite Runde im Pokal entsprechen den Erwartungen.
Vor dem Pokalspiel gegen Bielefeld, das uns letztes Jahr eliminierte, gilt es Wiedergutmachung zu leisten. Die Bundesliga-Punkte holten wir vor allem in Frankfurt und gegen Stuttgart, dazu ein Sieg gegen Gladbach und ein Punkt gegen Hamburg. Vorbereitungsspiele gegen Olympiakos und Espanyol gingen verloren, was Bedenken hinsichtlich unseres Angriffsspiels aufkommen lässt.
Unsere Abwehr um Rönnow, Doekhi, Querfeld, Leite und Khedira ist stabil. Ausfälle sind problematisch, Ersatzspieler wie Rothe konnten gut einspringen. Kaderbreite im Mittelfeld und Angriff ist vorhanden, doch ein kreativer Achter fehlt. Spieler wie Haberer, Schäfer und Köhn spielen, während Markgraf verletzt ist. Vorn sind Burke, Ilic und Ansah vorne, Skarke und Jeong noch nicht durchgehend überzeugend.
Die zweite Mannschaft und einige Talente warten auf ihre Chancen. Personalentscheidungen im Winter werden wichtig. Eisern.
Unionfux: In Bremen machten wir ein ordentliches Spiel bis zur verletzungsbedingten Auswechslung von Ilic. Chancen vor der Pause waren da, etwa von Ansah und Doekhi, doch in der zweiten Hälfte ließen wir offensiv zu wenig zu und Bremen erzielte das entscheidende Tor durch Grüll. Unsere Flanken kamen nicht an, lange Bälle wurden nicht verwertet, und wir vergaben Chancen durch Burke und Skarke. Insgesamt fehlte uns die nötige Präzision und Entschlossenheit.
Bremen war nicht wesentlich besser, aber unser Ausfall von Ilic machte sich bemerkbar – er kann lange Bälle festmachen und weiterleiten. Auch die Einwechselspieler konnten keine Impulse setzen. Wenn wir in Rückstand geraten, fällt es uns schwer, zu reagieren.
Unser nächstes Spiel ist gegen Bremen, die wir zuletzt nur selten besiegen konnten. Ein Sieg dort wäre enorm wichtig. Eisern.
Icke: Das nächste Freitagabendspiel führt uns nach Bremen. Nach dem Sieg gegen Gladbach sollten wir dort punkten, ein Unentschieden wäre auch okay. Die Verletztenliste lichtet sich, einige Spieler kehren zurück, darunter Burke und Juranovic. Köhn hat sich auf der linken Außenbahn festgespielt.
Bremen zeigte zuletzt durchwachsene Leistungen. Unsere Bilanz gegen Bremen ist positiv, auch wenn das letzte Spiel in Bremen verloren wurde. Wir sollten an die Siege anknüpfen. Eisern.
Unionfux: Unser Sieg gegen Gladbach wurde medial eher überschattet von der Krise der Gäste. Wir dominierten die erste halbe Stunde mit hoher Konzentration und Einsatz, setzten Gladbach unter Druck und erspielten uns Chancen. Die Tore entstanden aus starkem Willen und guter Arbeit, besonders durch Doekhi und Kemlein.
Nach dem Anschlusstreffer ließ unser Elan nach, dennoch sorgte Khedira mit einem Volleytor für die Entscheidung. Unsere Passquote und Ballbesitz waren niedrig, dennoch war die Leistung konzentriert und effektiv.
Unsere Aufgabe ist es nun, diese Intensität zu halten, Präzision zu steigern und den Weg in die sichere Liga zu festigen. Eisern.
Icke: Mit 3:1 siegten wir im Flutlichtspiel gegen Gladbach. Baumgart vertraute dem Dreiersturm Burke, Ilic und Ansah. Kemlein spielte als Achter neben Khedira. Doekhi und Querfeld formten die Abwehr mit Rönnow im Tor.
Doekhi erzielte zwei Tore, Ansah bereitete sie vor, der Anschlusstreffer durch Tabakovic kam zu spät. Die erste halbe Stunde gehörte uns, Gladbach kam danach stärker auf. Unsere Defensive stand solide, während die Offensive immer wieder Chancen kreierte.
Die Zuschauer unterstützten lautstark, was die Mannschaft zu einem wichtigen Sieg trieb. Eisern.
Unionfux: Das Heimspiel gegen Gladbach bringt Druck mit sich, denn wir sind Favorit gegen die seit sieben Spielen sieglose Borussia. Trainer Baumgart muss von Beginn an Leidenschaft und Aggressivität sehen. Die sportliche Lage bei Gladbach ist unruhig, Trainer und Sportdirektor wurden entlassen.
Personell gibt es einige Fragezeichen, besonders im Sturm und Mittelfeld. Köhn könnte wieder starten, ebenso Haberer und Jeong. Das Spiel wird richtungsweisend sein, kein Platz für Ausreden. Die Alte Försterei soll beben!
Icke: Deutschland gewann in Belfast gegen Nordirland mit 1:0 und schaffte den ersten Auswärtssieg nach langer Zeit. Das Spiel war geprägt von Kampf und Einsatz. Keeper Baumann hielt mehrfach stark, besonders gegen Nordirlands beste Chancen.
Kimmich und Pavlovic spielten im Mittelfeld, Schlotterbeck war einer der besten Spieler. Andrich wurde spät eingewechselt und brachte Stabilität. Trotz wenig spielerischer Klasse reichte der Einsatz für den Sieg. Eisern.
Icke: Deutschland feierte einen ungefährdeten 4:0-Sieg gegen Luxemburg. Schon früh waren wir mit 2:0 in Führung. Kimmich traf doppelt, Raum verwandelte einen Freistoß und Gnabry sorgte für das letzte Tor.
Trainer Nagelsmann setzte auf eine Viererkette mit Kimmich als Rechtsverteidiger. Die Offensive war kreativ, Woltemade spielte vorn. Einige Spieler fehlten verletzt oder wurden geschont. Nun gilt es, die WM-Qualifikation weiter erfolgreich zu gestalten. Eisern.
Unionfux: Der Regionalligist FSV Luckenwalde zeigte sich als guter Testgegner. Nachwuchsspieler wie Bogdanov erhielten Einsatzzeiten, der Neuzugang Skov musste früh ausgewechselt werden. Das 3:0 gewann Union ohne Glanz, aber mit einem befriedigenden Ergebnis.
Die nächsten Spiele werden zeigen, ob die Mannschaft sich stabilisiert oder weiter kämpft. Die Transfersituation bleibt spannend. Eisern.
Icke: Die Personalentscheidungen bei Union stehen an. Der Kader ist breit, aber in Mittelfeld und Angriff fehlt es an Kreativität und Durchschlagskraft. Einige Spieler brauchen Spielpraxis oder sollten verliehen werden. Die Defensive gilt als stabil, aber die Qualität im Angriff muss verbessert werden.
Die Winterpause bietet Gelegenheit, gezielt nachzubessern. Eisern.
Unionfux: Auch wenn das letzte Spiel verloren ging, hielt die Mannschaft kämpferisch dagegen. Trotzdem fehlt es an Präzision und Zielstrebigkeit, besonders nach dem Ausfall von Ilic. Die nächste Aufgabe in Bremen wird schwer, aber es gibt Hoffnung auf bessere Leistungen. Eisern.