Systemumstellung: Geht Union Berlin bei Stanley Nsoki einen Schritt zurück?
Berlin – Eigentlich schien die Verpflichtung von Stanley Nsoki (27) bei Union Berlin bereits sicher zu sein, doch nun könnte sich in dieser Angelegenheit doch noch etwas ändern.
Ende April berichtete der Sky-Transferexperte Florian Plettenberg (38) auf der Plattform X, dass die Eisernen offenbar vorhaben, die Kaufoption für den Innenverteidiger zu ziehen.
Allerdings scheint es mittlerweile ein Umdenken gegeben zu haben, denn laut Informationen des "kicker" ist die endgültige Verpflichtung des 27-Jährigen noch nicht garantiert.
Grund dafür ist wohl der angestrebte Systemwechsel an der Alten Försterei. Schon unter der Interimstrainerin Marie-Louise Eta (34) setzte man statt der bisherigen Dreierabwehrkette auf ein Vierer-Abwehrsystem.
Auch der neue Cheftrainer Mauro Lustrinelli (50) bevorzugt diese Formation, wie er es beim Schweizer Überraschungsmeister FC Thun im 4-4-2 unter Beweis stellte. Dadurch wird die Anzahl der benötigten Innenverteidiger im Kader reduziert.
Unter Eta erhielt Nsoki lediglich einmal Einsatzzeit - beim 2:2 gegen den 1. FC Köln. Bereits in den letzten beiden Spielen vor ihrem Amtsantritt unter Steffen Baumgart (54) war der Verteidiger nicht im Kader vertreten.
Der Leihspieler von der TSG Hoffenheim absolvierte bislang insgesamt nur 14 Pflichtspiele für Union, in denen er ein Tor erzielte und zwei Assists lieferte.
Vor diesem Hintergrund kam die Nachricht über einen Transferpreis zwischen 1,5 und drei Millionen Euro etwas überraschend. Betrachtet man jedoch die Gesamtsituation in der Abwehr von Union, erscheint dieser Schritt nachvollziehbar.
Mit dem gleichzeitigen Abgang von Danilho Doekhi und Diogo Leite (beide 27) verliert die "Berliner Mauer" zwei ihrer wichtigsten Pfeiler. So bleibt mit Leopold Querfeld (22) nur noch ein Innenverteidiger übrig, der allerdings ebenfalls eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag besitzt.
Als Verstärkung holte sich der Hauptstadtclub bereits im Winter mit Zeno Van Den Bosch (22) einen vielversprechenden Innenverteidiger. Außerdem steht die Rückkehr von Aufstiegsheld Marvin Friedrich (30) offenbar bevor.
Somit würde Nsoki als vierter regulärer Innenverteidiger im Kader stehen. Allerdings soll Union auch Interesse an Lustrinellis Landsmann Eray Cömert (28) zeigen, der ebenfalls die zentrale Abwehrposition besetzt.