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Union Berlin Blog: Augsburg zu Gast an der Alten Försterei

Berlin – Eisern: Bei TAG24 wird der Union Berlin Blog von drei waschechten Berliner Fußball-Fans in Personalunion betreut.

Die Verfasser:

Icke (Jürgen Heinemann) ist seit Mitte der 70er Jahre eingefleischter Union-Anhänger und arbeitet seit über drei Jahrzehnten im Vertrieb, parallel zu seiner Tätigkeit als Betriebswirt. Er ist verheiratet, Vater eines erwachsenen Kindes und lebt aktuell in Grünheide. Als Initiator des Blogs ist er hier aktiv.

Unionfux (Tobias Saalfeld) ist seit mehr als 40 Jahren Union-Fan, arbeitet freiberuflich in Theater, Funk und Fernsehen und schreibt auch dort.

Beecke (Christian Beeck), ehemaliger Bundesliga-Profi (Hansa Rostock, Energie Cottbus) sowie Ex-Union-Manager mit 21 Länderspielen für DDR-Junioren, entstammt dem eigenen Union-Nachwuchs. Vater von zwei Kindern, steht er unserem Blog als Berater zur Seite.

Icke: Momentan herrscht beim 1. FC Wundervoll eine Mischung aus vagen Spekulationen und einer trügerischen Ruhe – eigentlich wie immer. Die harsche verbale Front bleibt stabil. Am vergangenen Wochenende sorgte Union für eine vorläufige Beruhigung. Marie-Louise Eta errang ihren ersten Sieg als Profi-Coach und brachte uns zurück auf Tabellenplatz 12. Es wäre kaum zu fassen, wenn Loui nachlegt und wir gegen Augsburg zu Hause gewinnen. Hamburg tritt in Leverkusen an, was für sie eine schwere Aufgabe wird. Mainz reist nach Heidenheim, die um den Klassenerhalt kämpfen. So wäre sogar Rang zehn für uns noch drin, was nicht nur Prestige bedeutet, sondern auch bares Geld in die Bundesliga-Kasse spült.

Zum Aufeinandertreffen mit Augsburg ist fast alles gesagt. Die bayerische Mannschaft liegt uns nicht besonders; in bislang 13 Begegnungen konnten wir nur zwei Siege feiern, während Augsburg sechsmal triumphierte. Doch die Köpenicker Spieler werden alles geben, denn Platz sieben ist noch erreichbar. Das würde erneut die Teilnahme an internationalen Wettbewerben bedeuten und einen erheblichen finanziellen Zuschuss sichern. Angst schüren bringt nichts. Wenn wir die gleiche Einstellung zeigen wie zuletzt, sind alle Chancen da, das Spiel für uns zu entscheiden. Die Viererkette wird wohl erneut auflaufen und auch vier echte Angreifer sollen zum Einsatz kommen – das verspricht Spannung und Spielfreude.

Hinter den Kulissen wird intensiv an einer neuen Trainerlösung gearbeitet. Laut Medien ist Christian Eichner aus Karlsruhe der Favorit. Altbekannter und Heldt-Freund Breitenreiter steht ebenfalls zur Debatte. Mauro Lustrinelli aus der Schweiz wird als Kandidat gehandelt, womöglich, weil Fischer als Modell gilt. Zudem soll Rene Wagner, der Köln vor dem Abstieg rettete und Co-Trainer bei Union war, eine Überraschungskandidatur sein. Er genießt nicht nur den Vorteil der Erfahrung bei uns, sondern auch den sogenannten „Ossi-Bonus“ als Dresdner. Es bleibt spannend.

Auch in Sachen Spielerverpflichtungen gibt es Neuigkeiten: Der belgische Verteidiger van den Bosch ist bereits verpflichtet. Marvin Friedrich, ein erfahrener Verteidiger, kehrt offenbar ablösefrei aus Gladbach zurück. Während viele skeptisch sind, halte ich ihn für eine Chance auf einen Stammplatz, wenn er fit bleibt. Gerüchte um Gerhardt (Wolfsburg), Bebou (Hoffenheim) und Cömert (Valencia) kursieren ebenfalls. Eine Vertragsverlängerung mit Nsoki, für den wir eine Kaufoption besitzen, ist sehr wahrscheinlich. Die großen Transfers stehen allerdings noch aus.

Wir freuen uns auf das letzte Spiel vor der Pause am Wochenende. Danach werden wohl erste Entscheidungen verkündet. Eisern!

Unionfux: Die mutige Aufstellung mit vier Angreifern – Burcu, Ansah, Burke und Ilic – überraschte zu Beginn, besonders bei einem Auswärtsspiel. Dazu kommt eine Viererkette – logisch, irgendwo muss ja der vierte Angreifer herkommen. Noch beeindruckender ist aber die Leidenschaft und Körpersprache, mit der wir gegen die von Urs Fischer trainierten Mainzer antreten, die sich mit 31 Punkten aus 19 Spielen in Topform befinden. So etwas haben wir lange nicht gesehen, einfach großartig! Der Gegner ist sichtlich beeindruckt. In der ersten Halbzeit übernehmen wir das Geschehen, nicht zuletzt dank des aktiven und technisch versierten Burcu, der zwar bis zu seiner Auswechslung einiges einstecken muss – von Freund und Feind. Zudem fällt auf, dass wir fast komplett auf lange, hohe Bälle verzichten und stattdessen auf spielerische Lösungen setzen.

Unser Fußball macht auf einmal richtig Spaß und wir können auch die besseren Torchancen verbuchen: Nach zehn Minuten zwingt Ilic mit einem Kopfball nach Trimmel-Ecke den Mainzer Torwart Zentner zu einer Glanzparade. Kurz danach wird unsere Drangphase von Protestaktionen gegen die Spielplangestaltung unterbrochen – einige Union-Fans werfen Tennisbälle aufs Feld, da die späten Sonntagsspiele kritisiert werden. Allerdings sollte man wissen, wer bezahlt, bestimmt auch die Termine, und ohne Fernsehgelder wäre Profifußball kaum möglich. Traurig, aber Realität.

Trotz der Unterbrechung bleiben wir dominant und erzielen durch eine schnell ausgeführte Ecke das Führungstor: Trimmel auf Burcu, der auf Kemlein ablegt, der den Ball butterweich an den rechten Pfosten hebt, wo Ilic perfekt mitläuft und vor Zentner an den Ball kommt. Kurz vor der Pause verpasst Burcu fast das 2:0; der Mainzer Keeper ist aber zur Stelle. Mainz hat lediglich einen Freistoß von Amiri und eine Chance von Sano aus spitzem Winkel – beide Male ist Klaus zur Stelle und wirkt keineswegs wie ein dritter Torwart.

Dass Mainz mit viel Druck aus der Pause kommt, war zu erwarten: Nach drei Minuten flankt Nebel, Sheraldo Becker steht völlig frei und verwandelt technisch gekonnt im Sprung – ein schönes Gegentor, das dennoch nicht passieren sollte. Mainz erhöht den Druck: Gegen Potulskis Kopfball pariert Klaus stark, gegen Tietz‘ artistischen Versuch am langen Pfosten ist er allerdings machtlos. Die Führung wird aber durch den VAR wegen minimaler Abseitsstellung aberkannt, was Mainz spürbar aus dem Rhythmus bringt. Trotzdem bleiben die Gastgeber spielbestimmend. Nur einmal brauchen wir Glück, als Becker einen Kopfball deutlich verzieht. In der 85. Minute zieht sich Ilic gut durch, scheitert aber unglücklich am rechten Lattenkreuz – Pech für unseren unermüdlichen Stürmer.

Normalerweise wären wir mit einem Auswärtsunentschieden zufrieden und würden defensiv agieren. Doch diesmal setzen wir alles auf Sieg: In der 88. Minute flankt Köhn entschlossen, Ilic köpft in die Mitte, wo Burke den Ball zunächst nicht ganz kontrolliert, dann aber aus der Drehung mit der Pike unhaltbar ins linke Eck trifft – wie ein echter Schotte! Danach folgt eine turbulente Nachspielzeit, in der Kemlein den Ball erobert und den eingewechselten Skarke perfekt in Szene setzt. Dieser umkurvt Zentner und legt auf Juranovic ab, der aus wenigen Metern sicher einschiebt – der Deckel ist drauf!

Die letzten Minuten verteidigen wir clever und feiern den ersten Sieg seit fast zwei Monaten – verdient, mit der besten Leistung seit über vier Monaten, die kein Zufall ist. Die Mannschaft bringt annähernd die Leistung, zu der sie fähig ist, und zeigt mehr als nur lange Bälle ins Leere: neun echte Torschüsse, 82 % Passgenauigkeit (Saisonbestwert!) und eine Laufleistung von 122 Kilometern sprechen für sich. Sicher hat die Befreiung vom Abstieg zusätzlichen Schwung gegeben, aber für die kommenden Spiele muss das Maßstab sein, dann winken mehr Spaß und ein souveräner Klassenerhalt.

Wir freuen uns und vergessen nicht: In der Bundesliga haben wir bisher immer das letzte Saisonspiel gewonnen – mit dieser Einstellung sollte das auch diesmal gelingen. Glückwunsch an alle, besonders an Cheftrainerin Marie-Louise Eta, die erste Bundesligatrainerin mit einem Auswärtssieg. Der Heimsieg folgt bald…

Icke: Es geht nach Mainz, wo Urs Fischer aktuell erfolgreich arbeitet. Die Mainzer sind stark, doch das sollte uns nicht beunruhigen. Union kann nicht mehr absteigen, unabhängig vom Ausgang der Spiele. Traut sich Trainerin Eta zu experimentieren? Gibt es Einsatzchancen für Güther? Kommt Kral in die Startelf, der eigentlich als Abgang galt, sich aber kürzlich näher an die Alte Försterei bewegte? Das würde Sinn machen, wenn er und Union sich auf eine weitere Zusammenarbeit für mindestens ein Jahr verständigen.

Köhn wird voraussichtlich wieder auf der linken Außenbahn starten, der derzeit in besserer Form als Rothe ist. Im Tor steht erneut Klaus, der bewiesen hat, wie stark ein dritter Keeper in der Bundesliga sein kann – Respekt! Spannend wird die Frage, ob Querfeld zurück ins Team rückt, nachdem Juranovic zuletzt nicht überzeugte und Trimmel wohl wieder spielt. Im Angriff wird vermutlich wieder ein Zweiersturm auflaufen. Nach seiner starken Einwechslung ist Burcu kaum von der Startelf wegzudenken. Das würde folgende Aufstellung ergeben: Klaus – Doekhi, Querfeld, Leite – Trimmel, Khedira, Köhn – Kral, Schäfer (Kemlein) – Ilic, Burcu.

Unabhängig vom Spielausgang gegen Mainz wird das Wiedersehen mit Urs herzlich ausfallen. Er hat viele Fans und Mainz benötigt keine Punkte mehr im Abstiegskampf. Zwei Teams, die entspannt Fußball spielen könnten. Dennoch bleibt die Sorge: Unser Fußball sieht in der Rückrunde oft schwach aus. Ob sich die Mannschaft, egal in welcher Formation, plötzlich steigern kann – daran darf man zweifeln.

Die Gerüchte um Transfers nehmen Fahrt auf. Viele glauben, der Manager muss gehen; bislang gab es keine glanzvollen Verpflichtungen. Nur der überraschende Abgang von Jordan war bemerkenswert, daneben lagen die Entscheidungen bei den letzten zwei Trainern oft daneben. Ob man ihn wieder einen Trainer suchen lässt, ist fraglich. Egal – wir fiebern mit, schreien bei schlechten Leistungen und freuen uns, wenn endlich wieder Tore fallen. Unglaubliches Union! Eisern.

Unionfux: Nach dem gesicherten Klassenerhalt melden sich kritische Stimmen, unter anderem von Torsten Mattuschka. Er meint, Baumgart hätte wohl den einen Punkt geholt, den nun Interimstrainerin Eta gegen Köln errang. Das wirft die Frage auf: Warum wurde Steffen Baumgart eigentlich so schnell entlassen?

Ich bin mir nicht sicher, ob der Punkt unter Baumgart möglich gewesen wäre, wenn man die immer schlechteren Leistungen unter ihm bedenkt, die größtenteils schöngeredet wurden, weil die gute Hinrunde eine Abstiegszone verhinderte. Die zweite Tabellenhälfte ist schwach, mit dem VfL Wolfsburg auf Platz 16 als schlechtester Mannschaft. Manchmal spielen die Teams aus der unteren Tabellenhälfte besser als Union – trotzdem sind wir überfordert, taktisch, spielerisch und sogar konditionell. Wir brauchen einen Ausrutscher des Gegners und viel Glück.

Eine Entlassung Baumgarts nach erreichtem Klassenerhalt und einer zu frühen Vertragsverlängerung im Januar war schwer zu vermitteln, aber die Fortsetzung der Zusammenarbeit war schlicht unmöglich, so groß waren die Defizite, die Baumgart in 16 Monaten betreute Mannschaft offenbarte.

Wer behauptet, der Kader habe zu wenig Qualität und der Trainer könne nichts dafür, übersieht, dass kaum ein Spieler unter ihm Normalform zeigte, das Potential des Teams wurde nicht ausgeschöpft. Wer daran schuld ist, ist schwer zu sagen. Das schlechte Niveau kommt aber nicht von ungefähr.

Unser Ex-Union-Manager Beecke hatte im "Hauptstadtderby"-Podcast kaum Gutes an der Leistung gegen Köln gelassen – und er hatte recht, auch wenn das Spiel zu den besseren der Saison gehörte. Ich denke, die Freistellung Baumgarts kam spät, denn man reagiert meist erst, wenn das Fass überläuft. Klar war er zweimal Klassenerhaltstrainer, aber es gab nie eine Phase, in der es wirklich rund lief – in den letzten Monaten erst recht nicht.

Es braucht einen echten Profi an der Seitenlinie, der das vorhandene Potential bestmöglich nutzt und dem Team Impulse gibt. Die nächsten Personalentscheidungen müssen sitzen, egal ob man dafür Geld ausgibt. Die erste Mannschaft ist das Herz des Vereins, nur über sie fließt Geld. Der Wiederaufstieg aus der zweiten Liga ist schwer, der Stadtnachbar steckt dort bereits im vierten Jahr. Wir bauen kein neues Stadion, um in der zweiten Liga zu versinken. Die Lage ist ernst, das muss jeder verstehen und Konsequenzen ziehen, auch wenn das wehtut.

Fürs Erste aber freuen wir uns mit angemessener Demut auf ein weiteres Jahr in einer der besten Ligen der Welt. Die letzten zwei Spiele können wir entspannt angehen – es wäre natürlich schön, noch das Maximum an Punkten zu holen, allein wegen der Fernsehgelder. Und wir freuen uns, weiterhin bei TAG24 einen Union-Blog zu haben. Glückwunsch, „Loui“ – Glückwunsch, Mannschaft – Glückwunsch, Unioner!

Unionfux: Beim Heimspiel gegen Köln zeigte sich über 70 Minuten das seit Monaten bekannte Bild: Wir lagen zurück, waren offensiv schwach, uninspiriert und mit technischen Fehlern übersät. So konnten Ex-Unioner Bülter und El Mala jeweils doppelt zuschlagen. El Malas Tor nach einer halben Stunde war ein präziser Schuss aus 17 Metern in den linken Winkel. Nach 60 Minuten ließ Nsoki den Gegenspieler Lund zu viel Raum, der dann traf. Das erste Tor kam etwas unglücklich zustande, weil der Linienrichter Abseits signalisiert hatte, unsere Verteidigung sich daraufhin zurückzog – doch das Abseits war nicht gegeben, da El Mala im Abseits stand, aber für Kaminski den Ball mitnahm. Abseits ist erst, wenn der Schiedsrichter pfeift.

Unser Keeper Klaus verhinderte kurz vor der Pause einen höheren Rückstand mit einer starken Parade gegen Kaminski. Offensiv gab es kaum Aktionen, der Kölner Torwart musste fast nie eingreifen. Die beste Chance hatte Kemlein in der 23. Minute, dessen Schuss nach toll erkämpftem Ball von Burke den Pfosten streifte. Ansah war weitgehend abgemeldet, Burke zwar aktiv, aber harmlos. Nach 70 Minuten fehlte der Mannschaft die Kreativität, um eine weitere Niederlage zu verhindern. Bis dahin hatten wir nicht einmal eine Ecke oder einen Freistoß in Strafraumnähe.

Erst die letzten Minuten brachten Leben: Nach der ersten und einzigen Ecke in der 75. Minute brachte Trimmel die Kugel auf den Kopf von Rothe, der den Ball an den Innenpfosten köpfte – Tor! Plötzlich war die Mannschaft lebendig, vor allem die eingewechselten Spieler sorgten für mehr Druck und Bewegung. Klaus parierte zwischenzeitlich stark und verhinderte das dritte Kölner Tor. Burke vergab eine gute Chance nach Doppelpass mit Khedira, die er allerdings machen musste.

Wenig später eroberte Burcu einen Ball nach einem Zweikampf mit Kral und traf aus der zweiten Reihe sehenswert ins kurze Eck – Ausgleich! In der neunminütigen Nachspielzeit hatten wir sogar noch eine Siegchance, doch Martel blockte den Schuss mit dem Arm. Am Ende war das Unentschieden eine Schadensbegrenzung, denn nach einem zwei Tore Rückstand aufzuholen ist positiv.

Dennoch muss man sich fragen, warum wir wieder einmal so lethargisch in ein Heimspiel starten, ohne Wucht und Biss, und warum eine offensichtlich unglückliche Startelf nicht bereits zur Pause korrigiert wurde. Trainerin Marie-Louise Eta lobte zwar, die Mannschaft habe ihr Herz auf dem Platz gelassen – doch das galt nur für die letzten 20 bis 25 Minuten. Das gesamte Stadion forderte fast unisono ein „Aufwachen!“ – die Genervtheit und Enttäuschung waren deutlich spürbar.

Die technischen und taktischen Defizite liegen nicht bei der Interimstrainerin, sondern bei Baumgart und Heldt. Baumgart übergab eine schwächelnde Mannschaft ohne klare Taktik, die sich eher wie ein zusammengewürfelter Haufen wirkten. Auch Eta scheint es derzeit schwerzufallen, die Spieler aufzuwecken und zum Einsatz zu motivieren. Zudem sind einige ihrer Entscheidungen schwer nachvollziehbar: So kann man aktuell kaum auf Ilic verzichten, ebenso wenig auf Trimmel, der mit seiner Erfahrung noch Maßstäbe setzt. Burcu muss mutiger agieren, aktuell behindert er eher das Spiel.

Sieben Fouls im Spiel und zwei gelbe Karten resultierten vor allem aus Meckerei und Unsportlichkeit – konsequente Ahndungen fehlten. Ich fordere keine Prügeleien, aber ein Mehr an Respekt und Robustheit wäre nötig, denn so bekommt der Gegner zu wenig Gegenwehr. Das muss allen Beteiligten klar sein. Hoffentlich hilft dieser Punkt der Moral – davon brauchen wir dringend mehr. Es wäre schön, wenn die Mannschaft die Energie der letzten Minuten auch in den kommenden Spielen von Anfang an zeigen könnte.

Icke: Am Samstag um 15:30 Uhr empfängt der 1. FC Union den 1. FC Köln an der Alten Försterei. Dabei sind nur drei Punkte für die Heimmannschaft akzeptabel – alles andere wäre eine Ausrede. Diese drei Zähler sind wichtig, um entspannt die letzten zwei Spiele absolvieren zu können.

Verletzungsbedingt fehlen unsere Keeper Rönnow und Raab, doch Klaus steht als zuverlässiger dritter Mann bereit, was er bereits in Leipzig bewies. Es gibt Hoffnung, dass wir endlich die besten verfügbaren Spieler auf den Platz bringen, dazu gehören aktuell Köhn auf links und Kral auf der „8“. Wahrscheinlich wird Schäfer im zentralen Mittelfeld spielen. Juranovic hat seine Verletzung überwunden und könnte rechts beginnen. Jeong ist angeschlagen, für ihn könnte Burke eine Alternative sein. Daraus ergibt sich wohl folgende Elf: Klaus – Doekhi, Querfeld, Leite – Trimmel, Khedira, Kral (Schäfer), Köhn – Jeong, Ilic, Ansah. Güther könnte noch eine Viertelstunde Einsatzzeit erhalten.

Köln reist mit einem in Topform agierenden El Mala an, der unbedingt noch zur WM möchte. Die Kölner haben das letzte Heimspiel gegen Leverkusen knapp mit 0:2 verloren und brauchen dringend Punkte. Insgesamt stehen sie einen Punkt hinter uns, haben aber ein deutlich besseres Torverhältnis. Ein Unentschieden könnte für sie akzeptabel sein.

Die Kölner dürften zudem noch etwas Wut im Bauch haben, nach der umstrittenen Niederlage gegen Leverkusen. Neben El Mala spielen mit Ex-Unioner Bülter und dem schnellen Maina zwei weitere gefährliche Offensivkräfte. Auf diese vier gilt es besonders zu achten.

Wir müssen unsere eigenen Stärken in den Vordergrund stellen: konzentriertes Pressing, frühzeitiges Schließen von Lücken in der Defensive und Mut, in den Strafraum einzudringen – sei es per Dribbling oder kurzer Sprint. Mit dieser Einstellung und Qualität auf dem Platz haben wir gute Chancen, den FC Köln zu bezwingen. Eiserne Konzentration ist angesagt!

Unionfux: Der April war eine Katastrophe: Weder Resultate noch Leistungen überzeugten, und selbst der Trainerwechsel brachte zunächst keine Besserung. Die Konkurrenz machte ebenfalls keine großen Sprünge, doch die Hoffnung auf einen vorzeitigen Klassenerhalt erwies sich im Nachhinein als fast lächerlich. Nun bleiben drei Spiele im Mai, darunter zwei Heimspiele, bei denen die benötigten Punkte geholt werden sollten.

Vor allem erhoffte ich mir nach der Verpflichtung von Marie-Louise Eta einen deutlichen Aufschwung in der Einstellung. Ich möchte sehen, dass die Mannschaft „ihr Herz auf dem Platz lässt“, ohne Wenn und Aber. Dieses Gefühl fehlte viel zu lange. Die zahlreichen Fehlpässe zeugen von mangelnder Konzentration, die fehlende Laufbereitschaft wirft Fragen zur Fitness auf, und die schwache Antizipation ist eine Kombination aus beidem. Ob einige Spieler schon mental abwesend sind, bleibt Spekulation.

Zwar ist die Qualität des Kaders begrenzt, aber wenn kaum einer Normalform erreicht, wird’s kritisch. Viele Spieler kennen sich gut und verfügen über Erfahrung, darunter auch Nationalspieler. Dennoch wundert es mich, dass Köhn und Kral von der Trainerin scheinbar geschont werden, während Rothe, Haberer und Kemlein in schwacher Verfassung sind. Das wirkt sich negativ auf Dynamik und Ideenreichtum aus. Juranovic und Burcu müssten mehr Spielzeit erhalten, um zumindest etwas mehr Geschwindigkeit, Initiative und Unberechenbarkeit ins Spiel zu bringen.

Außerdem würde ich mir wünschen, dass Eta bei Bedarf mutiger und vor allem früher wechselt, um frische Impulse zu setzen. Der Mai kann und muss einiges für die verkorkste Saison ausgleichen – es müssen nicht alle neun Punkte sein, aber zumindest eine Verbesserung der schwachen Heimbilanz. Mannschaft und Trainerin müssen über sich hinauswachsen und zeigen, dass sie weiterhin in der Bundesliga bestehen wollen, denn das bisherige Niveau kann kein Anspruch sein und macht auch keinen Spaß.

Leider kann Frederik Rönnow nicht mehr helfen, er hat sich in Leipzig die Adduktoren verletzt und fällt wohl für den Rest der Saison aus. Damit haben wir erstmals seit 2011/12 wieder drei Torhüter im Kader, darunter zwei Bundesliga-Debütanten: Matheo Raab, der möglicherweise am Samstag auf der Bank sitzt, und Carl Klaus, der vermutlich gegen Köln sein zweites Bundesliga-Spiel absolvieren wird. Egal wie, im Endspurt muss es jetzt knallen!

Icke: Schon wieder ein enttäuschendes Spiel in Leipzig gegen Union. Viele Fans haben sich daran sattgesehen. Die letzten zehn Minuten waren zwar engagiert und sehenswert, aber davor hüllen wir den Mantel des Schweigens darüber.

Leipzig ging mit einem Doppelschlag in der 22. und 25. Minute in Führung, was früh klar machte, dass wir kaum zurückkommen würden. Leider hatte Rönnow Pech, er verletzte sich und musste in der 31. Minute ausgewechselt werden. Klaus spielte überraschend stark. Zuvor war Rothe ohne Bindung zum Spiel und hatte gegen die schnellen Leipziger große Probleme. Warum Eta ihn statt des schnellen Köhn aufgestellt hat, bleibt ihr Geheimnis. Spätestens zur Halbzeit hätte man wechseln müssen, aber es geschah nichts.

Burke zeigte einige gute Sprints, doch seine Ballkontrolle und Passgenauigkeit ließen zu wünschen übrig, was das Spiel nach vorne immer wieder zerstörte. Der Ballbesitz blieb zwar auf unserer Seite, doch Fehler in der Aufbaukette waren häufig. In der 63. Minute machte Baku das 3:0 endgültig klar. Unser Ehrentor durch Doekhi in der 78. Minute kam zu spät, und obwohl Ansah in der 91. Minute traf, stand er knapp im Abseits.

Die späten Wechsel von Kemlein und Ansah waren zu spät und wirkungslos. Burcu wurde erst in der 83. Minute eingewechselt – ebenfalls zu spät. Christian Beeck urteilte ähnlich: Einige Spieler haben schlicht nicht die Qualität für die Bundesliga, die Mannschaft wirkte körperlich und mental nicht fit. Ein Sieg ist dringend nötig – die Art und Weise ist nebensächlich.

Warum Haberer zurück in die Startelf kam, ist unklar, da er seit Monaten schwach spielt. Kral zeigt bei Einwechslungen gute Leistungen, verdient einen Platz in der Startelf. Fazit: Es ändert sich nichts. Unsere Fehlerquote ist hoch, Spieler mit Form sitzen auf der Bank. Unsere Defizite sind klar sichtbar. Die Stürmer treffen zu selten.

Es besteht die Gefahr, dass Köln, Gladbach, Hamburg und Bremen noch an uns vorbeiziehen – wenn sie gewinnen. Das ist zwar unwahrscheinlich, aber möglich. Wir können froh sein, dass es Teams wie Heidenheim, Wolfsburg und St. Pauli gibt, die noch schlechter dastehen. Allerdings ist der Abstand zu St. Pauli auf fünf Punkte geschrumpft. Gewinnen die Norddeutschen, sind sie nur noch zwei Punkte hinter uns. Das heißt: Wir MÜSSEN Köln schlagen. Eta, bitte stell die Stellschrauben ein! Drei Punkte gegen Köln sind essenziell. Eisern.

Unionfux: Die Mannschaft hat offensichtlich Zinglers Botschaft verstanden. Das Spiel gegen Fürth war spielerisch überschaubar, doch zumindest besser als gegen Fürth. Wir begannen mit Trimmel, Schäfer, Ansah und Jeong für Haberer, Kemlein, Ilic und Burcu. In der ersten halben Stunde hatten wir mehr vom Spiel und die besseren Chancen, so köpfte Schäfer knapp über, Jeong scheiterte an Fürths Keeper, und Burke schoss knapp vorbei. Augsburger Fans protestierten mit Flummis gegen den Spieltermin, aber irgendwoher müssen die Fernsehgelder kommen.

Danach ließ unsere Leistung nach, Augsburg machte Druck, ohne gefährlich zu werden. In der Nachspielzeit erzielte Claude-Maurice per Traumtor das 1:0, ein ins obere Eck gedrehter Schuss nach einem abgefälschten Ball. In der zweiten Halbzeit hatten die Augsburger mehr Chancen, doch wir hatten auch Glück, etwa bei einem Freistoß an den Pfosten und einer Handball-Szene, die nicht geahndet wurde. Querfeld köpfte knapp vorbei, Augsburg vergab Chancen, Khedira schoss über das Tor. Köhn wurde wegen eines Fouls vom Platz gestellt, das war für mich zu hart, und so blieben wir zu zehnt.

In der Nachspielzeit gelang uns dennoch der Ausgleich durch Ljubicic, der nach einer Flanke von Ilic den Ball mit dem Außenrist ins Tor lenkte. Die Augsburger machten hinten Fehler, und wir verteidigten konsequent. Insgesamt war der Punkt verdient, auch wenn er etwas glücklich war. Ljubicic und Ilic zeigten, dass sie wichtige Akteure sind, und Trimmel bewies, dass er voll belastbar ist. Die Hinrunde schließen wir auf einem guten Tabellenplatz ab – mit einer ausgeglichenen Bilanz von sechs Siegen, sechs Niederlagen und fünf Remis. Wenn wir spielerisch noch etwas zulegen, könnte durchaus mehr möglich sein.

Wir freuen uns auf die Rückrunde in Stuttgart, wo der Gegner weiter aufdreht – auch dank verpasster Chancen von uns in der Vergangenheit. Eisern.

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