Union Berlin Blog: Jetzt kann Union endlich ohne Druck befreit aufspielen
Berlin – Eisern: Bei TAG24 berichten drei echte Berliner Union-Fußballfans in Personalunion im Union Berlin Blog.
Die Verfasser:
Icke (Jürgen Heinemann) ist seit Mitte der 1970er Jahre Unioner und seit über 30 Jahren im Vertrieb als Betriebswirt tätig. Er ist verheiratet, Vater eines erwachsenen Kindes und lebt heute in Grünheide. Als Gründer schreibt er regelmäßig für den Blog.
Unionfux (Tobias Saalfeld) ist seit mehr als 40 Jahren Union-Fan, arbeitet freiberuflich für Bühne, Funk und Fernsehen und verfasst auch dort Beiträge.
Beecke (Christian Beeck) ist ehemaliger Bundesliga-Profi (Hansa Rostock, Cottbus), ehemaliger Union-Manager und absolvierte 21 Länderspiele für DDR-Junioren. Er stammt aus dem eigenen Nachwuchs von Union und hat zwei Kinder. Im Blog steht Beecke als Berater zur Verfügung.
Icke: Es geht zum Auswärtsspiel nach Mainz, wo Urs Fischer, unser ehemaliger Trainer, mittlerweile erfolgreich an der Seitenlinie steht. Die Mainzer sind stark, doch das sollte uns nicht beunruhigen. Union kann nicht mehr absteigen, unabhängig vom Ergebnis oder der Aufstellung. Nun stellt sich die Frage: Wird Trainerin Eta mutig genug sein, um neue Varianten auszuprobieren? Erhält Güther eine Startelfchance? Spielt Kral von Beginn an? Kral, der eigentlich als Abgang galt, hat nun nahe der Alten Försterei seine Wohnung bezogen – ein Zeichen, dass er und Union wohl mindestens noch ein Jahr zusammenarbeiten wollen.
Auch Köhn ist auf der linken Außenbahn wieder zu erwarten. Die beste Mannschaft sollte auflaufen – derzeit befindet sich Köhn in besserer Verfassung als Rothe. Klaus wird im Tor stehen und hat bereits bewiesen, wie stark ein dritter Torwart bei Union in der Bundesliga sein kann. Respekt! Es bleibt spannend, ob Querfeld wieder Stammspieler wird. Da Juranovics letzte Leistung nicht überzeugte, dürfte Trimmel zurückkehren. In der Offensive wird wahrscheinlich wieder ein Zweiersturm auflaufen. Nach seiner starken Einwechslung zuletzt wäre es eine Überraschung, wenn Burcu nicht von Anfang an dabei ist. So könnte die Formation aussehen: Klaus – Doekhi, Querfeld, Leite – Trimmel, Khedira, Köhn – Kral, Schäfer (Kemlein) – Ilic, Burcu.
Unabhängig vom Resultat wird das Wiedersehen mit Urs Fischer herzlich ausfallen. Er hat viele Fans hier. Mainz braucht keine Punkte mehr zum Klassenerhalt, also könnten beide Teams frei aufspielen. Trotzdem bleibt ein mulmiges Gefühl, denn unser Fußball hat sich in der Rückrunde oft sehr schwach präsentiert. Ob es Union gelingt, auch gegen starke Gegner wieder guten Fußball zu zeigen, bleibt abzuwarten.
Der Transfermarkt ist in Bewegung. Manche fordern den Rücktritt unseres Managers, der bislang keine großen Erfolge vorweisen kann und bei Neuzugängen wenig brillierte. Der überraschende Verkauf Jordans zu dieser Ablösesumme war das Highlight, doch bei den letzten Trainern lag er daneben. Zweifel, ob er erneut einen Trainer verpflichten sollte, sind angebracht. Trotzdem fiebern wir mit und freuen uns über Tore und Siege. Unglaubliches Union! Eisern.
Unionfux: Nach dem vorzeitigen Klassenerhalt werden Stimmen laut – unter anderem von Vereinsikone Torsten Mattuschka –, die meinen, Baumgart hätte auch den einen Punkt geholt, den jetzt Interimstrainerin Eta gegen Köln erkämpfte. Die Frage stellt sich: Warum wurde Baumgart so schnell vor die Tür gesetzt?
Ich bin mir da nicht so sicher, wenn ich an die oft schwachen Auftritte unter Baumgart denke, die mitunter schöngeredet wurden, weil die Hinrunde ja noch viele Punkte brachte und man nie richtig in die Abstiegszone rutschte. Außerdem hat Platz 16, aktuell besetzt von Wolfsburg, nur 26 Punkte – vergleichsweise schlecht, denn in der zweiten Liga hat der Siebzehnte Fürth schon 34 Punkte. Die Schwäche der unteren Tabellenhälfte spielt uns in die Karten, aber darauf kann man sich nicht verlassen. In der Rückrunde wurde klar, dass wir gegen jeden Gegner Schwierigkeiten hatten, taktisch, technisch, spielerisch und auch körperlich, sodass man auf einen schwachen Gegner und viel Glück hoffen muss.
Eine Entlassung von Baumgart nach gesichertem Klassenerhalt und nach seiner vorzeitigen Vertragsverlängerung im Januar war schwer vermittelbar, aber eine weitere Zusammenarbeit war aufgrund der Defizite der Mannschaft kaum denkbar. Wer behauptet, dem Kader fehle die Qualität und Baumgart sei unschuldig an der Schwäche, übersieht, dass unter ihm kaum ein Spieler Normalform zeigte. Ob die Schuld bei Trainer oder Spielern liegt, ist schwer einzuschätzen, doch der Zustand der Mannschaft kam nicht aus dem Nichts.
Beim letzten Hauptstadtderby-Podcast konnte Beecke kaum ein gutes Wort für die Leistung gegen Köln finden, was leider total nachvollziehbar war. Ich denke, Baumgart wurde zu spät entlassen. Natürlich haben wir unter ihm die Klasse gehalten, aber es gab nie eine Phase stabiler Leistung, in den letzten Monaten gar nicht. Darauf nicht zu reagieren, wäre fahrlässig gewesen.
Jetzt braucht Union dringend einen erfahrenen Trainer, der das Potential der Mannschaft ausschöpfen und eine bessere Stimmung schaffen kann. Wunderdinge bei den Neuzugängen sind kaum zu erwarten, wenn man sieht, dass Stanley Nsoki wohl weiterverpflichtet wird, trotz geringer Einsatzzeiten, und Marvin Friedrich bis 2028 unterschrieb, obwohl er zuletzt keine Rolle mehr spielte. Sparsame Lösungen sind gefragt, die kluge Hand eines erfahrenen Fußballlehrers wird benötigt. Hoffentlich findet man so jemanden, dann haben wir in der achten Bundesligasaison eine echte Chance auf die neunte.
Zum Vorwurf der Unsportlichkeit im Köln-Spiel, der sogar den „Kicker“ beschäftigte: Üblich ist es zwar, nach einem verletzungsbedingten Ball ins Aus den Ball zurückzugeben, Christopher Trimmel verzichtete diesmal darauf, was zum späten Ausgleich führte. Fehlendes Fairplay zu beklagen, ohne das Gesamtbild zu betrachten, ist zu kurz gegriffen. Köln schindete Zeit durch übertriebene Krampf-Simulationen, um unseren Druck zu stören. Trimmel reagierte zurecht, denn man muss das Spiel annehmen, auch wenn es nicht immer ideal ist. So hat unser Kapitän das später auch erklärt – und selbst der Kölner Torwart war überrascht, als er zum Einwurf eilte, weil er wusste, dass Trimmel nicht mehr mit sich spaßen lässt.
Unsportlichkeiten gibt es im Fußball zuhauf – von übertriebenem Meckern über Schwalben bis hin zu Zeitspieltricks. Hoffnung auf Besserung habe ich kaum, deshalb hat Trimmel in der Situation alles richtig gemacht, auch wenn das nicht jeder Fachjournalist sofort versteht.
Unionfux: Halleluja! Diese Saison ist endlich vorbei – zumindest fast. Die schlimmste Rückrunde seit unserem Aufstieg 2009/10, oft kaum auszuhalten, endete ohne kurzfristige Folgen: Wir gehen in unser achtes Bundesligajahr! Das Unentschieden gegen Köln machte es möglich. Mainz gewann zwar bei St. Pauli, Wolfsburg holte nur einen Punkt in Freiburg, sodass wir mit sieben Punkten Vorsprung sicher sind.
Klar war, dass nur ein Wunder uns noch hätte erwischen können, aber jeder, der sich lange mit Fußball beschäftigt, hat schon die Warnzeichen gesehen. Die Rückrunde zeigte einen Abstiegskandidaten in uns. Nur gegen den Tabellenletzten haben wir noch Hoffnung. Wenn wir noch sechs Punkte holen, können wir gelassen in die letzten Spiele gehen.
Das ist der dritte Warnschuss. Noch so eine Saison wie die letzten drei wird kaum erneut gutgehen. Wir kennen die Abstiege aus der Bundesliga, sollten das nicht wiederholen. Diese Rückrunde hat unsere Schwächen und Versäumnisse schonungslos aufgedeckt. Zu viele sorglose und falsche Entscheidungen, Verträge und Verlängerungen dürfen wir uns nicht mehr leisten. Der 1. FC Union darf nicht länger das bequeme Auffangbecken für Spieler sein, die nicht ihre Normalform erreichen oder wollen. Wer ist eigentlich „Unioner der Saison“? Kaum jemand fällt ein. Warum wohl?
Unsere Abwehr ist keine Stärke mehr, auch Mittelfeld und Angriff sind schwach. Unsere Laufleistungen sind schlechter, Zweikämpfe werden verloren – Platz 16! Die Passquote ist die schlechteste der Liga, genauso der Ballbesitz. Einzig bei den gewonnenen Kopfballduellen sind wir vorne – aber das reicht nicht dauerhaft.
Wir brauchen dringend einen erfahrenen Trainer mit funktionierender Idee, der Spieler verbessert und einen guten Teamspirit schafft, keinen Miesepeter, der die Stimmung drückt. Solche Trainer sind schwer zu finden, aber einen weiteren Bjelica, Svensson oder Baumgart können wir uns nicht leisten. Die personellen Entscheidungen, die noch kommen, müssen überwiegend richtig sein.
Vielleicht muss man dafür mehr investieren. Die erste Mannschaft muss immer noch das Wichtigste im Verein sein, denn nur deshalb fließen die größeren Summen. Die Rückkehr aus der zweiten Liga ist schwer; unser Stadtnachbar geht bald in die vierte Saison in Liga zwei. Wir bauen kein neues Stadion für das Zweitliga-Mittelfeld. Die Lage ist ernst, das sollten alle erkannt haben und aus den Fehlern lernen – auch wenn das schmerzhaft sein kann.
Jetzt freuen wir uns mit großer Demut, vielleicht mehr aus Erleichterung als aus Freude über ein weiteres Jahr in einer der besten Ligen der Welt. Die letzten zwei Partien können wir entspannt angehen. Maximalpunkte wären natürlich toll, auch wegen der Fernsehgelder. Und wir freuen uns, dass es bei TAG24 nun wieder einen Erstliga-Blog gibt. Glückwunsch an „Loui“, die Mannschaft und die Unioner!
Unionfux: Heimspiel an der Alten Försterei gegen einen direkten Konkurrenten – über siebzig Minuten sehen wir das bekannte Bild: wir liegen hinten und sind offensiv einfallslos, uninspiriert, ohne Fokus und mit häufigen technischen Fehlern. So können Bülter und El Mala zweimal treffen: Der Ex-Unioner erzielt nach einer halben Stunde einen tollen Schuss aus 17 Metern in den linken Winkel, und El Mala wird nach einer Stunde von Nsoki nicht gut genug gedeckt und trifft nach Vorlage von Lund zum 2:0. Das erste Tor war unglücklich, denn der Linienrichter zeigte Abseits an, aber es lag keines vor, da El Mala zwar im Abseits stand, aber für den mitlaufenden Kaminski den Ball ablegte. Abseits gilt erst, wenn der Schiedsrichter pfeift.
Klaus verhinderte kurz vor der Pause mit einer starken Parade gegen Kaminski einen noch höheren Rückstand.
Wir zeigen kaum gefährliche Offensivaktionen. Der Kölner Torwart muss kaum eingreifen. Die beste Chance hat Kemlein nach 23 Minuten, doch sein Schuss trifft nur den rechten Pfosten. Ansah wirkt weitgehend von der Rolle, Burke ist zwar fleißig, aber ungefährlich. Nach 70 Minuten fehlt uns die Idee, wie wir eine weitere Heimniederlage verhindern können: Wir haben bis dahin nicht einmal eine Ecke oder einen Freistoß in Strafraumnähe, sind ohne Druck und teilweise regelrecht träge.
Die erste Ecke führt schnell zur zweiten und Trimmel bringt den Ball auf Rothe, der per Kopf den Innenpfosten trifft – Tor! Plötzlich erwacht unsere Mannschaft, vor allem die eingewechselten Spieler sorgen für mehr Bewegung und Druck. Klaus hält zwischendurch stark einen Schuss von Mainz, danach vergibt Burke eine gute Chance nach Doppelpass mit Khedira.
Wenig später nimmt Burcu einen abgefangenen Ball auf und trifft aus der Strafraumgrenze zum Ausgleich. In der neunminütigen Nachspielzeit haben wir sogar noch die Chance zum Sieg, doch Martel blockt unglücklich mit dem Arm.
Insgesamt muss man zufrieden sein, einen Zwei-Tore-Rückstand noch aufzuholen und einen wichtigen Punkt zu sichern. Doch es bleibt die Frage, warum wir erneut so schwach in ein Heimspiel starten, ohne Mut, Biss und Entschlossenheit. Die Interimstrainerin Marie-Louise Eta sprach davon, dass das Team ihr Herz auf dem Platz gelassen habe – das trifft nur auf die letzten zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten zu. Die Fans forderten ein „Aufwachen!“, die Genervtheit und Verzweiflung waren spürbar.
Die technischen und taktischen Probleme sind nicht Etas Schuld, sie wurden von Baumgart und Heldt verursacht. Baumgart übergab eine schwach besetzte Mannschaft ohne klare Taktik, die wirkt wie ein Flickenteppich. Etas Möglichkeiten, die Spieler mental zu motivieren und zu verbessern, sind begrenzt, außerdem liegen einige ihrer Entscheidungen nicht auf der Hand: Ilic und Trimmel sollten unbedingt spielen, und Burcu braucht mehr Mut als bisher. Die Mannschaft zeigte kaum Zweikampfstärke, Gelbe Karten resultierten aus Meckerei und Unsportlichkeit, aber es fehlte an Konsequenz.
Trotzdem kann dieser Punkt für unsere Moral ein Ansporn sein. Hoffentlich gelingt es, die letzten Spiele ähnlich engagiert zu beginnen oder über längere Zeit zu zeigen.
Icke: Am Samstag um 15:30 Uhr empfängt der 1. FC Union den 1. FC Köln an der Alten Försterei. Nur drei Punkte sind erlaubt – alles andere wäre eine Ausrede. Wir brauchen diesen Sieg, um entspannt die letzten beiden Partien angehen zu können.
Leider sind die beiden Torhüter Rönnow und Raab verletzt, doch mit Klaus haben wir einen hervorragenden dritten Keeper, der das in Leipzig bewiesen hat. Außerdem hoffen wir, dass wir endlich die bestmögliche Elf aufbieten können, dazu gehören Köhn auf links und Kral als Achter. Skov ist angeschlagen, Burke bringt aktuell wenig, daher sollte Jeong starten. Die Kölner kommen mit El Mala in Topform, der unbedingt noch ins WM-Aufgebot will. Neben ihm spielen Ex-Unioner Bülter, Mainz-Legende Maina auf der rechten Außenbahn und der formstarke Kapitän Kaminski links – Achtung auf diese vier Spieler!
Wir müssen unsere Stärken ausspielen: konzentriertes Pressing, frühzeitiges Schließen der Räume in der Defensive und Mut, in den Strafraum einzudringen – per Dribbling oder Sprint. Mit der Qualität auf dem Platz können wir Köln schlagen. Eiserne Konzentration!
Unionfux: Was für ein schwacher April: Weder Ergebnisse noch Leistungen passen, und der Trainerwechsel brachte noch keine Wende. Zum Glück macht die Konkurrenz auch keine großen Sprünge. Der Klassenerhalt im April schien fast schon unrealistisch. Es bleiben noch drei Spiele im Mai, darunter zwei Heimspiele, wo die Punkte unbedingt her müssen. Die Mannschaft muss sich deutlich steigern, vor allem in Sachen Einsatzbereitschaft und Biss. Ich hatte mir von Eta einen Motivationsschub erhofft, ein Team, das sein Herz auf dem Platz lässt, wie man so sagt – das hat es aber viel zu selten gezeigt.
Die vielen Fehlpässe resultieren aus mangelnder Konzentration, die fehlende Laufbereitschaft wirft Fragen zur Fitness auf. Einige scheinen geistig schon abwesend. Die Qualität des Kaders ist nicht schlecht, aber kaum jemand erreicht seine Normalform. Viele der Spieler kennen sich und haben Erfahrung, auch Nationalspieler sind dabei.
Unverständlich ist, dass Köhn und Kral offenbar geschont werden, während Rothe und Haberer sowie Kemlein schwach spielen. Es fehlt an Tempo und Ideen. Juranovic und Burcu sollten mehr Spielzeit bekommen, um mehr Gefahr zu erzeugen. Ilic könnte als hängende Spitze agieren und Mitspieler besser in Szene setzen. Eta sollte mutiger und früher durchwechseln, um frische Impulse zu setzen.
Der Mai muss die miserable Saison zumindest etwas versöhnen, es müssen keine neun Punkte her, aber die schwache Heimbilanz sollte verbessert werden. Sowohl Mannschaft als auch Trainerin müssen über sich hinauswachsen und zeigen, dass sie in der Bundesliga bleiben wollen. Das Niveau der letzten Spiele ist nicht akzeptabel und macht auch keinen Spaß.
Leider fällt Frederik Rönnow nach einer Adduktorenverletzung am Oberschenkel aus – wohl Saisonaus. Somit haben wir erstmals seit 2011/12 wieder drei Torhüter im Kader. Matheo Raab, der wohl am Samstag auf der Bank sitzt, und Carl Klaus, der gegen Köln wohl zu seinem zweiten Bundesligaeinsatz kommt. Egal wie – im Endspurt muss es funktionieren!
Icke: Das Spiel in Leipzig war erneut eine Enttäuschung und machte kaum Spaß. Die letzten zehn Minuten waren kämpferisch, aber davor war nichts Erfreuliches. Leipzig ging früh mit zwei Toren durch einen Doppelschlag in der 22. und 25. Minute in Führung. Rönnow verletzte sich in der 31. Minute und wurde durch Klaus ersetzt, der überraschend sicher spielte. Schon vor der Verletzung war zu sehen, wo es hakt: Rothe wirkte am Spielfluss nicht beteiligt und seine Geschwindigkeit war gegen die schnellen Leipziger ein Nachteil. Warum Eta hier Rothe statt Köhn einsetzte, bleibt ihr Geheimnis. Zur Halbzeit wurde nichts korrigiert.
Burke zeigte zwar einige ordentliche Läufe, konnte den Ball aber nicht unter Kontrolle bringen oder präzise weiterleiten. Einige Ansätze sahen gut aus, doch es gab immer Fehler im Spielaufbau. In der 63. Minute machte Baku das 3:0 für Leipzig. Wir konnten in der 78. Minute durch Doekhi auf 1:3 verkürzen, doch an einen Punkt glaubte kaum jemand mehr, auch wenn Ansah in der Nachspielzeit ein Tor wegen Abseits nicht anerkannt wurde.
Warum Eta erst in der 68. Minute wechselte, ist schwer nachvollziehbar. Kemlein kam für Haberer, Ansah für Trimmel, was eine taktische Umstellung erforderte, die aber verpuffte. Burcu wurde erst in der 83. Minute eingewechselt – auch zu spät. Wir versuchten alles, aber erst ab der 80. Minute wurde das Spiel für Union ansehnlich – genau zu spät gegen diesen Gegner.
Christian Beeck sieht die Lage ähnlich: Einige Spieler erfüllen nicht das Bundesliga-Niveau, die Mannschaft wirkt nicht fit genug. Ein Sieg wäre wichtig, die Art und Weise ist zweitrangig.
Warum Kemlein nach seiner Pause wieder durch Haberer ersetzt wurde, ist unklar, da Haberer seit Monaten schwach ist. Kral spielt oft gut, wenn er eingewechselt wird, aber steht nie in der Startelf. Zusammenfassend ändert sich wenig: Fehlerquote hoch, gute Spieler auf der Bank ignoriert, Schnelligkeitsnachteile sichtbar und fehlende Stürmerqualität. Bei ungünstigem Verlauf könnten Köln, Gladbach, Hamburg und Bremen vorbeiziehen. Wir haben Glück, dass Heidenheim, Wolfsburg und St. Pauli schlechter sind. Der Abstand zu St. Pauli ist auf fünf Punkte geschrumpft, bei einem Sieg der Norddeutschen wären es nur noch zwei Punkte. Daher ist der Sieg gegen Köln essentiell. Eta, bitte stell die Weichen! Eisern.
Unionfux: Trotz des Trainerwechsels tun wir uns weiterhin schwer. Vorne fehlt die Durchschlagskraft, hinten ist die Abwehr nicht dicht. Wir haben noch vier Spiele und alles selbst in der Hand, wahrscheinlich reicht noch ein Sieg zum Klassenerhalt – das sollte machbar sein.
Wir sind keine Heimmacht mehr – früher mal 24 Heimspiele ungeschlagen in Folge, heute kaum noch vorstellbar. In der Saison 2022/23 waren wir das einzige Team der großen fünf Ligen ohne Heimniederlage – legendär.
Das Heimspiel gegen Wolfsburg war ein kleiner Schritt nach vorne, offensiv waren wir präsenter, wenn auch ohne Ertrag. Am Freitag spielen wir auswärts gegen einen Lieblingsgegner, gegen den wir zwischenzeitlich fünfmal in Folge gewannen (immer 2:1). Das letzte Spiel gegen die „Brause“ war das letzte wirklich gute in dieser Saison. Niemand erwartet viel von uns, wir sind die letzten vier Spiele sieglos, die Brausejungs die letzten vier Partien siegreich – das Momentum ist nicht auf unserer Seite.
Das sind gute Voraussetzungen für uns, denn mit Favoritenrollen haben wir Probleme. Unsere Rückrundensiege in Leverkusen und Freiburg waren eher unerwartet.
Vielleicht hat Eta gute Ideen, um die spielerische Überlegenheit von RBL zu knacken. Ich hoffe, sie wechselt mutiger und früher als bei ihrem Debüt, wo Impulse schon zur Halbzeit nötig gewesen wären.
Vielleicht liefern einige Akteure überraschend stark ab und das Spielglück ist uns wieder hold. Optimismus ist gefragt. Wir hoffen, in Leipzig etwas mitzunehmen und entspannter in den Mai zu gehen – am Freitag um halb elf wissen wir mehr.
Es wurde berichtet, dass Stanley Nsoki fest von Hoffenheim verpflichtet wird, wohl mit einem Dreijahresvertrag und Ablöse von 1,5 Millionen – überraschend für viele.
Das löst gemischte Gefühle aus: Einerseits wenig Ablöse für einen Spieler, der vor wenigen Jahren zwölf Millionen wert war und 27 Jahre alt ist, andererseits war er hier selten überzeugend und spielte nur zwölf Mal. Möglicherweise soll er mit Belgier van den Bosch die neue Innenverteidigung bilden, falls Doekhi und Leite im Sommer gehen. Auch bei uns gab es Spieler, die spät richtig durchstarteten. Wir hoffen das Beste.
Icke: Am Samstag um 15.30 Uhr spielt Union gegen Köln. Nur ein Sieg zählt, alles andere ist Ausrede. Wir brauchen diese drei Punkte, um entspannt die letzten zwei Spiele zu absolvieren.
Rönnow und Raab fehlen verletzt, doch Klaus steht als dritter Torwart bereit und hat in Leipzig bewiesen, dass er sicher steht. Hoffen wir, dass wir endlich die beste Elf aufstellen, dazu gehören Köhn links und Kral im Mittelfeld. Skov ist angeschlagen, Jeong könnte auf rechts eine Option sein. Burke wirkt aktuell wenig hilfreich. So dürfte die Startelf aussehen: Klaus – Doekhi, Querfeld, Leite – Juranovic, Khedira, Kral (Schäfer) – Köhn, Jeong, Ilic, Ansah.
Köln kommt mit El Mala in Topform, der noch auf den WM-Zug aufspringen will. Bülter, ein Ex-Unioner, ist Stammspieler, ebenso Maina auf rechts, der schnell ist wie Burke, und Kapitän Kaminski auf links. Auf diese vier gilt es besonders zu achten.
Wir müssen unsere Tugenden ausspielen: konzentriertes Pressing, frühzeitiges Schließen der Lücken in der Abwehr und Mut, in den Strafraum zu kommen. So haben wir die Qualität, Köln zu schlagen. Eiserne Fokussierung!