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Hoeneß empört nach Bayern-Remis: „Schlechteste Schiedsrichter-Leistung überhaupt“

Von Eric Dobias

Leverkusen – Uli Hoeneß (74), der Ehrenpräsident des FC Bayern München, zeigte sich nach dem turbulenten 1:1-Unentschieden im Spitzenspiel bei Bayer Leverkusen äußerst verärgert. Die Kritik des ehemaligen Bayern-Bosses teilt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nicht.

Hoeneß startete eine scharfe verbale Offensive gegen die Unparteiischen: „Das ist die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich jemals in einem Bundesligaspiel erlebt habe“, wetterte er gegenüber der „Bild“-Zeitung.

Der DFB reagierte prompt auf die harsche Kritik des 74-Jährigen. Alexander Feuerherdt, Kommunikationsleiter der DFB Schiri GmbH, entgegnete: „Wir können die Vorwürfe von Hoeneß, die Schiedsrichter hätten schlechte Arbeit geleistet, nicht nachvollziehen.“

„Insbesondere die spielentscheidenden Entscheidungen waren korrekt oder zumindest vertretbar – mit Ausnahme der Gelb-Roten Karte, wie Schiedsrichter Christian Dingert selbst eingestand. Von gravierenden Fehlentscheidungen kann hier jedoch keine Rede sein“, erklärte Feuerherdt gegenüber der „AZ“.

Auch Bayer-Trainer Vincent Kompany (39) zeigte sich nach zwei aberkannten Treffern und zwei Platzverweisen gegen Nicolas Jackson (24) und Luis Diaz (29) äußerst unzufrieden mit Dingert. Besonders die Gelb-Rote Karte gegen den Ausgleichsschützen Diaz wegen einer mutmaßlichen Schwalbe fand bei ihm kein Verständnis.

„Ich habe großen Respekt vor den Schiedsrichtern, aber diese Entscheidung war ein Fehler, die für viel Frust sorgte. Niemand im Stadion versteht, warum er die Rote Karte erhielt. Unglaublich“, kommentierte Kompany die strittige Szene in der 84. Spielminute.

Diaz war im Strafraum von Leverkusens Torwart Janis Blaswich (34) leicht am Bein getroffen worden. Der Kolumbianer ging zu Boden, stand allerdings sofort wieder auf und forderte keinen Elfmeter. Dennoch zeigte Dingert dem Stürmer die zweite Gelbe Karte. „Das war keine Schwalbe“, schimpfte Joshua Kimmich (31).

Selbst Dingert gab nach Spielende zu, dass die Gelb-Rote Karte „sehr hart“ ausgefallen sei: „Im Spiel nahm ich wahr, dass Diaz abspringt. Den anschließenden Kontakt am Fuß habe ich nicht so deutlich gesehen.“

„Wenn ich mir die Bilder jetzt ansehe, würde ich diese Entscheidung nicht mehr treffen“, gestand der 45-Jährige ein.

Zusätzlich zum Ärger der Münchner trugen zwei zuvor per Videobeweis aberkannte Tore von Jonathan Tah (30) und Harry Kane (32) bei, die jeweils wegen eines vorherigen Handspiels nicht anerkannt wurden.

„Es fühlte sich so an, als ob alle 50:50-Entscheidungen gegen uns fielen“, kritisierte Sportvorstand Max Eberl (52).

Tabelle der 1. Bundesliga

Die Bundesliga-Tabelle bestimmt Folgendes: Wer am Saisonende den ersten Platz belegt, wird Deutscher Meister. Die Mannschaften auf den Plätzen 17 und 18 steigen in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Platz 16) darf in der Relegation den Klassenerhalt sichern. Dabei trifft er auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.