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Uli Hoeneß reagiert wütend auf Fanproteste beim DFB-Pokalfinale: „Eine Frechheit“

Von Maximilian Wendl, Klaus Bergmann, Arne Richter und Benedikt Zinsmeister

Berlin – Uli Hoeneß (74) zeigte sich äußerst verärgert über die gemeinsamen Proteste der Fans von Bayern München und VfB Stuttgart beim DFB-Pokalfinale und forderte entschlossene Maßnahmen.

„Die Vereine, der DFB sowie die Politik müssen konsequent einschreiten, damit derartige Frechheiten künftig unterbleiben“, schimpfte der Ehrenpräsident des FC Bayern bei Sky.

Während der Begegnung machten die Anhänger ihren Unmut gegenüber dem Deutschen Fußball-Bund deutlich. In den ersten Minuten der zweiten Halbzeit im Berliner Olympiastadion wurden Sprechchöre angestimmt und Transparente gezeigt, die den Verband massiv kritisierten.

„Das spiegelt leider typisch unsere Gesellschaft wider, wo die Kritik immer nur in eine Richtung geht. Dabei hat der DFB nichts falsch gemacht“, bemängelte Hoeneß.

Zum Abschluss der offensichtlich abgestimmten Protestaktion setzten beide Fangruppen umfangreiche Pyrotechnik ein, was kurz nach dem 1:0-Treffer von Harry Kane für eine Unterbrechung des Spiels sorgte.

Wegen der starken Rauchentwicklung konnte Schiedsrichter Sven Jablonski das Spiel erst nach einer Pause wieder freigeben. Über Lautsprecherdurchsagen wurden Zuschauer, die unter Augenreizungen oder gesundheitlichen Problemen litten, gebeten, medizinisches Personal aufzusuchen.

„Das Spiel war natürlich großartig, aber das, was die Fans auf beiden Seiten abgezogen haben, ist schlichtweg eine Unverschämtheit. Sie haben die Partie völlig ruiniert. Meine Frau meinte, dass im Fernsehen lange Zeit kaum etwas zu sehen war“, schilderte Hoeneß.

Auch er selbst habe von seinem Platz im Olympiastadion „stellenweise in der zweiten Halbzeit kaum etwas erkennen können“, beklagte Hoeneß. „Wenn die Zuschauer glauben, dass das ihre Art zu feiern ist, bin ich wirklich raus.“

Ein riesiges Banner mit einem durchgestrichenen DFB-Logo zog zuvor einmal um den Unterrang des Stadions. Darauf waren die Worte „Kläger, Richter, Henker“ zu lesen.

Der Protest richtete sich neben den hohen Eintrittspreisen auch gegen die aus Sicht der Fans unangemessene Strafpraxis des Verbands bei Verstößen durch Anhänger.

Der DFB äußerte sich zu den Vorfällen: „Wir schätzen eine lebendige Fankultur. Diese darf jedoch nicht dazu führen, dass die Kurven über Spielunterbrechungen oder sogar Spielabbrüche bestimmen. Alles Weitere werden wir nach dem Pokalfinale besprechen und aufarbeiten. Heute sollte der Sport im Vordergrund stehen“, erklärte der Verband auf Anfrage.