zurück

Nur ein einziger Heimsieg in zwei Jahren: Der traurigste Absteiger der Regionalliga

Berlin – Die Erwartungen waren bei allen Beteiligten deutlich höher: Nach zwei Jahren in der sogenannten „Champions League des Ostens“ muss Hertha 03 Zehlendorf den Gang zurück in die niedrigere Spielklasse antreten. Die ernüchternde Bilanz: Während dieser Zeit gelang der „kleinen Hertha“ lediglich ein einziger Heimerfolg.

Dem Abstieg ging ein bürokratischer Wahnsinn voraus. Da das Ernst-Reuter-Sportfeld keinen abgetrennten Gästebereich vorweisen konnte, waren Baumaßnahmen notwendig. Allerdings vergingen zwischen Ausschreibung und der Beauftragung einer Baufirma fast anderthalb Jahre.

Erst nach fast zwei Jahren konnte Anfang März dieses Jahres der wohl „berühmteste Zaun Berlins“ endlich errichtet werden.

Das Problem: Zu diesem Zeitpunkt steckte Zehlendorf bereits tief im Abstiegskampf, der Verbleib in der Liga schien kaum noch möglich, und der Heimvorteil brachte kaum noch Nutzen.

Insgesamt durfte die „kleine Hertha“ achtmal im eigenen Stadion in der Regionalliga Nordost antreten. Hinzu kommen zwei weitere Partien aus der Vorsaison, in der Zehlendorf aufgrund einer Ausnahmeregelung zu Hause spielen durfte, weil keine Gästefans erwartet wurden.

Unterm Strich steht somit nur ein einziger Sieg im Ernst-Reuter-Sportfeld in der Regionalliga, der zudem schon über ein Jahr zurückliegt – das Gastspiel in Zehlendorf verwandelt sich zum traurigen Kapitel.

Zugegeben: Die Trainerfrage hätte der Verein besser regeln müssen, anstatt Tilman Käpnick (33) kurz vor dem entscheidenden Spiel gegen Chemie freizustellen. Das klare 0:5 war ein deutliches Zeichen.

Richtig heimisch fühlte sich der Klub in der Liga allerdings nie. Während Zehlendorf lange Zeit die Oberliga dominierte und 2024 als Heimmacht den Aufstieg schaffte, tickten die Uhren in der Regionalliga, die von etablierten Traditionsvereinen geprägt ist, ganz anders.

Direkt nach dem Aufstieg verließen zudem viele wichtige Spieler den Verein. Kapitän Lenny Stein (30) wechselte zum BFC Preussen, der damals als Oberliga-Neuling mit hohen finanziellen Mitteln lockte.

Albert Millgramm (21) schloss sich der U23 des 1. FC Magdeburg an und könnte künftig mit dem SC Paderborn in der Bundesliga spielen. George Didoss (21) zog es zum SV Babelsberg, wo er sich nach einer starken Saison seinen neuen Klub aussuchen kann.

Serhat Polat (25) und Erfolgstrainer Robert Schröder (37) nutzten die Chance, beim Halleschen FC unter professionellen Bedingungen zu arbeiten.

So endet das Regionalliga-Abenteuer für Zehlendorf nach zwei Jahren mit – Stand heute – nur einem tatsächlichen Heimsieg und gerade einmal drei Spielern aus dem heutigen Kader, der 2024 den Aufstieg geschafft hatte.

Regionalliga Nordost Tabelle

Der Meister der Saison 2026 tritt am Ende in zwei Aufstiegsspielen gegen den Sieger der Regionalliga Bayern an. Der Gewinner steigt in die 3. Liga auf. Insgesamt können abhängig von den Absteigern aus der 3. Liga bis zu vier Mannschaften absteigen.