„Tiffert im Schacht? Das passt!“: Meinungen zur Trainerfrage beim FC Erzgebirge Aue
Aue – Könnte die Führungsetage des FC Erzgebirge beim Neustart in der Regionalliga diesmal die richtige Entscheidung treffen? Als ich erstmals von Christian Tiffert (44) als möglichem neuen Trainer hörte, war mein erster Gedanke: „Ja, genau das passt!“
Der Ursprung dieser Einschätzung liegt in der Saison 2015/16. Im August 2015 kam Tiffert nach Aue und brachte als erfahrener Profi mit seiner Ruhe, seinem Können sowie der Fähigkeit, ein Team auf dem Platz zu führen, den jungen Talenten wie Simon Skarlatidis (34), Simon Handle (33) und Steve Breitkreuz (34) Halt und Orientierung.
Unter seiner Führung als „Spiritus Rector“ formte sich eine Mannschaft, die unmittelbar den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga schaffte und das Fundament für fünf weitere erfolgreiche Jahre bis 2021 legte. Ohne Tiffert wäre dieser Erfolg, meiner Ansicht nach, nicht möglich gewesen.
Tiffert war in der Fußballwelt ein bekannter Name – mit 252 Bundesligaspielen und als Vizemeister mit dem VfB Stuttgart. Doch nie ließ er seine Bekanntheit zur Schau stellen.
Er war der Typ, mit dem man gerne auch mal einen Kaffee trinken würde: freundlich, sympathisch, ausgeglichen, dabei aber auf dem Spielfeld entschlossen und kämpferisch.
„Tiffi“ war nie ein Schwätzer oder jemand, der mit Parolen um sich wirft. Aber seine Worte hatten Gewicht. Über dreieinhalb Jahre war er der Kapitän, zog die Fäden auf und neben dem Platz – etwas, das Fans bis heute sehr schätzen.
Manchmal wird ihm vorgeworfen, zu ruhig zu sein. Doch genau diese Gelassenheit könnte dem Verein jetzt guttun. Nach all den turbulenten Jahren braucht Aue jemanden, der nicht nervös wird, stets sachlich bleibt und vor allem in der Lage ist, das Team weiterzuentwickeln.
Wer noch ein Beispiel für die Stärke der Ruhe sucht, dem sei die Relegation 2018 gegen Karlsruhe genannt: Während 21 Spieler wie wild mit Herzrasen übers Feld hetzten, behielt Tiffert als Abwehrchef stets den Überblick.
Er hatte in diesen denkwürdigen 180 Minuten alles unter Kontrolle. Und ich bin überzeugt, er kann erneut solche besonderen Momente schaffen – auch wenn das seine Zeit brauchen wird.
3. Liga Tabelle
Die Tabelle der 3. Liga hat folgende Bedeutung: Der Sieger am Ende der Saison wird Drittliga-Meister und steigt direkt in die 2. Bundesliga auf. Auch der Zweitplatzierte sichert sich den direkten Aufstieg. Der Drittplatzierte muss in die Relegation gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga, um den Aufstieg oder den Klassenerhalt zu klären.