Nach Rückschlag gegen Schalke richtet Trainer Kritik an eigenem Torwart
Fürth – Nachdem die Profis des FC Schalke 04 am vergangenen Spieltag in der Veltins Arena noch gemeinsam mit den Anhängern den 5:3-Sieg gegen den 1. FC Magdeburg ausgiebig gefeiert hatten, folgte am Samstagabend mit dem 1:1-Unentschieden beim Tabellenletzten der 2. Bundesliga, der SpVgg Greuther Fürth, ein Rückschlag im Kampf um den Aufstieg. Im Anschluss übte Trainer Miron Muslic (43) ungewöhnlich scharfe Kritik an seinem Torhüter Kevin Müller (34).
„Beim Abstoß passieren Dinge, die wir nicht eingeübt hatten. Kevin Müller steht erst seit Kurzem im Tor und hat bislang nur zwei Spiele gemacht. Er kennt die Abläufe noch nicht vollständig. Wenn wir unser Spielsystem einhalten, sind wir stark. Doch wenn Spieler eigenmächtig handeln, entsteht ein Problem“, äußerte sich der Coach im Interview mit RTL klar und deutlich.
Für den Schlussmann, der nach zehn Jahren in Heidenheim im Sommer 2025 in Gelsenkirchen für Unruhe sorgte und sich auf dem Abstellgleis wiederfand – wobei er selbst eine Mitschuld tragen soll – sind das keine einfachen Zeiten. Im Winter 2026 wurde er als Ersatzkeeper für den Stammtorwart Loris Karius (32) ausgeliehen.
Wegen Rückenproblemen von Karius stand Müller bereits gegen Magdeburg im Tor. In Fürth unterlief ihm dann beim Spielaufbau ein riskanter Pass auf Innenverteidiger Nikola Katic (29), der dadurch unter Druck geriet und den Ball wegschlug. Die Gastgeber konnten den Ball erobern und leiteten in der 12. Minute den Gegenangriff ein, der zum 1:0 führte.
Auf der Trainerbank war Muslic danach sichtlich aufgebracht, gestikulierte wild und suchte die Nähe seiner Mannschaft. Nach dem Spiel erklärte er seine Reaktion.
„Ich war sehr verärgert, weil diese Situation nicht abgesprochen war und wir vor dem Spiel die genaue Ausführung des Abstoßes besprochen hatten. Von einem 34-Jährigen mit seiner Erfahrung erwarte ich, dass er diese Situation besser löst“, sagte Muslic, der zunächst nicht zu beruhigen war.
Auch auf der anschließenden Pressekonferenz betonte der Trainer noch einmal, warum diese eine Szene für ihn derart gravierende Folgen hatte: „Schalke ist besonders stark, wenn wir unsere Struktur einhalten und unseren Plan verfolgen. Sobald wir davon abweichen, verlieren wir an Stärke. Das hat mich wirklich sehr geärgert“, so Muslic.
Die Knappen durchlaufen aktuell eine schwierige Phase, haben zwar den Sieg gegen Magdeburg gefeiert, gegen Dynamo Dresden und Fürth aber nur einen Punkt geholt. Am kommenden Freitagabend steht das nächste Heimspiel in der Veltins-Arena an.
Bis dahin hofft Muslic – sehr zum Leidwesen von Kevin Müller – dass der etatmäßige Torhüter Loris Karius seine Rückenprobleme überwunden hat.