Trainer Lukas Kwasniok entschuldigt sich nach Tod eines 90-jährigen FC-Köln-Fans
Köln – Nachdem ein 90-jähriger Fan des 1. FC Köln vor dem Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim reanimiert wurde und später verstarb, geriet Trainer Lukas Kwasniok (44) in die Kritik, weil er nicht unmittelbar sein Beileid aussprach, sondern stattdessen die mangelnde Unterstützung der aktiven Fanszene bemängelte. In den letzten Tagen sah sich der Kölner Coach mit viel Kritik konfrontiert. Nun hat er sich erneut geäußert.
Auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel in Augsburg am Mittwochnachmittag erklärte Kwasniok, er wolle um Verzeihung bitten, „falls ich jemanden unbeabsichtigt verletzt oder missverstanden habe. Das lag keinesfalls in meiner Absicht.“ Er betonte: „Es ist selbstverständlich, den Angehörigen mein tiefes Beileid auszusprechen und ihnen viel Kraft zu wünschen. Einen geliebten Menschen zu verlieren, ist das Schlimmste, was einem widerfahren kann.“
Der Kölner Trainer führte weiter aus, dass er diese Worte nicht gleich nach dem 2:2-Unentschieden gegen die Kraichgauer am Samstag gefunden habe, da die Situation unmittelbar nach Spielende noch unklar gewesen sei.
Obwohl ihm während der Partie aufgrund des fehlenden Supports der Kölner Südkurve bereits bewusst war, dass etwas passiert sein musste, habe die Lage „relativ undurchsichtig“ gewirkt. Erst später habe er über Medien erfahren, dass der 90-jährige Anhänger verstorben sei.
Aus diesem Grund wollte Kwasniok unmittelbar nach Abpfiff vor allem darauf aufmerksam machen, dass das Fehlen der gewohnten Unterstützung von den Rängen für seine Mannschaft ein großer Nachteil sei. Außerdem sei es in dieser Saison bereits mehrfach vorgekommen, dass die Fans aus verschiedenen Gründen still blieben – zuletzt etwa beim Auswärtsspiel in Stuttgart, wo hunderte FC-Ultras von der Polizei an der Einreise nach Baden-Württemberg gehindert wurden.
Die Gründe für den fehlenden Support seien für ihn zwar nachvollziehbar, dennoch habe er betonen wollen, „dass wir als 1. FC Köln ohne die Südkurve deutlich schwächer sind als mit ihr und wir ihre Unterstützung brauchen, um den Klassenerhalt zu sichern.“
Darüber hinaus wurde Kwasniok vorgeworfen, die Rede von Bayern-Trainer Vincent Kompany (39) zum Thema Rassismus im Fußball für eigene Zwecke benutzt zu haben, da er darauf Bezug genommen hatte. Dazu stellte der FC-Coach klar: „Die Länge meines Monologs war einzig und allein durch den Bezug zu Vincent Kompanys Rede bedingt.“
Er betonte, dass Kompany ohnehin ein viel besserer Redner sei und außerdem über ein Thema gesprochen habe, „zu dem es keine zwei Meinungen geben kann. Wer da anderer Ansicht ist, der hat nicht alle Tassen im Schrank“, so Kwasniok.
Der Kölner Trainer machte abschließend deutlich: „Diese Themen miteinander zu vermischen, geht dann doch etwas zu weit.“