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Er wurde Deutscher Meister und erhielt Fisch als Honorar: Die Trainer-Ikone Sepp Piontek (†85) ist verstorben

Breslau – Die Fußballwelt nimmt Abschied von Sepp Piontek! Der ehemalige Nationalspieler Deutschlands und langjährige Coach verstarb im Alter von 85 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit.

Dies berichtete der dänische Sender "TV2" unter Berufung auf die Familie des früheren Profis. Seit den 1980er Jahren lebte die Trainerlegende in Dänemark und betreute dort von 1979 bis 1990 die dänische Nationalmannschaft.

Der dänische Fußballverband würdigte ihn am Donnerstag mit den Worten: „Sepp wird für immer als einer der prägendsten Nationaltrainer in der Geschichte des dänischen Fußballs in Erinnerung bleiben.“

Piontek wurde 1940 im damals deutschen Breslau geboren, dem heutigen Wrocław in Polen. Als Spieler war er hierzulande zwölf Jahre für Werder Bremen aktiv. Mit den Grün-Weißen gewann er 1961 den DFB-Pokal sowie 1965 die erste deutsche Meisterschaft des Vereins.

Der Innenverteidiger lief zudem sechsmal für die deutsche Nationalmannschaft auf. Unter Bundestrainer Helmut Schön spielte er unter anderem in der Qualifikation zur WM 1966, bei der Deutschland den zweiten Platz belegte.

Seine ersten Erfahrungen als Trainer sammelte Piontek in Bremen, nachdem eine Verletzung seine Karriere als Spieler abrupt beendete. Von 1971 bis 1975 betreute er die Hanseaten, anschließend arbeitete er knapp ein Jahr bei Fortuna Düsseldorf und in der Saison 1978/79 beim FC St. Pauli, bevor er nach Dänemark wechselte.

Piontek gilt als Begründer des sogenannten „Danish Dynamite“ und führte die dänische Mannschaft bei deren erster WM-Teilnahme 1986 in Mexiko bis ins Achtelfinale. Zudem legte er den Grundstein für den späteren EM-Titel 1992.

Zuletzt war der Träger des deutschen Verdienstkreuzes am Bande als Trainer der grönländischen Nationalmannschaft tätig, wobei er teilweise mit Fisch entlohnt wurde, wie er in einem Interview verriet.

Im Jahr 2004 beendete er schließlich seine Laufbahn als Trainer.