Tomoya Ando erweist sich beim FC St. Pauli als sofortiger Gewinn – trotz fehlender Sprachkenntnisse
Hamburg – Tomoya Ando (27) stellt sich als Volltreffer heraus! Der Verteidiger des FC St. Pauli überzeugte beim 2:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart ein weiteres Mal mit einer herausragenden Leistung, obwohl er kaum die Möglichkeit hat, sich mit seinen Teamkollegen zu verständigen.
Als die Kiezkicker die Verpflichtung von Ando bekanntgaben, mussten viele Anhänger wohl zunächst recherchieren, wen Sportdirektor Andreas Bornemann (54) diesmal an Land gezogen hatte. Inzwischen wird klar: Der Verantwortliche hat erneut einen echten Glücksgriff gelandet.
Im Duell gegen den VfB agierte Ando, der zuvor als rechter Innenverteidiger eingesetzt wurde, diesmal zentral in der Abwehr. Er gewann 67 Prozent seiner Zweikämpfe am Boden und behauptete 100 Prozent seiner Luftduelle.
„Ich möchte einfach Zweikämpfe gewinnen, egal auf welcher Position ich spiele“, erklärte der 27-Jährige nach dem Spiel. „Das war mein Fokus und so bin ich auch aufgetreten.“
Das Spiel gegen Stuttgart sei kein leichtes gewesen, so Ando, „doch die Fans haben uns toll unterstützt. Wir haben gemeinsam gekämpft, und ich freue mich sehr über den Sieg.“
Bemerkenswert ist, wie rasch sich der Japaner an das Niveau der Bundesliga gewöhnt hat. Vor zwei Jahren spielte er noch in der zweiten japanischen Liga. „Das Niveau in der Bundesliga ist sehr hoch, aber ich habe mich gut eingelebt“, sagte er.
Auch sein Trainer Alexander Blessin (52) teilte diese Einschätzung: „Er hat sich stetig verbessert und zeigt von Beginn an, dass er eine Bereicherung für die Mannschaft ist“, so der Coach zufrieden. Ando habe die Spielprinzipien schnell verinnerlicht und bewältige daher seine Aufgaben auf dem Feld problemlos. „Er fügt sich hervorragend ein, wir sind sehr froh, ihn im Team zu haben.“
Einzig die Verständigung stellt eine Herausforderung dar: „Er spricht weder Englisch noch Deutsch, aber Fußball ist eine universelle Sprache“, erklärte Adam Dzwigala (30). „Er weiß genau, was zu tun ist, und die Kommunikation wird von Tag zu Tag besser.“
Ando selbst berichtete, dass er bereits einige englische Wörter gelernt habe, die er auf dem Platz benutze, um mit seinen Mannschaftskameraden zu kommunizieren. „Sie helfen mir auch sehr, das ist kein Problem“, fügte er an.
Aufgrund seiner bisherigen Leistungen bei St. Pauli könnte er wieder in den Fokus der japanischen Nationalmannschaft rücken, für die er bislang drei Länderspiele bestritten hat – und damit auch für die WM im Sommer. „Wichtig sind meine Leistungen hier, die müssen stimmen“, betonte er. Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) erhält er gegen Bayer Leverkusen erneut die Gelegenheit, dies unter Beweis zu stellen.