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Neuanfang in den USA: Timo Werners neuer Klub verschenkt Trikots mit seinem Namen

Von Tom Bachmann und Nico Zeißler

Leipzig – Timo Werner (29) sieht seinen Wechsel in die amerikanische Profiliga MLS keineswegs als das Ende seiner Laufbahn. "Ich habe das Gefühl, dass ich noch lange nicht am Ende bin", erklärte der ehemalige Nationalspieler bei seiner Vorstellung bei den San José Earthquakes. "Sportlich wollte ich unbedingt einen frischen Start wagen."

In dieser Woche wurde der Transfer des 29-Jährigen von RB Leipzig zu San José offiziell bekanntgegeben. Damit geht für Werner eine Phase zu Ende, in der er kaum Spielzeit erhalten hatte.

"So etwas ist mir in meiner Karriere bisher noch nicht passiert", berichtete Werner über die vergangenen sechs Monate. In San José werden bereits Trikots mit seinem Namen verschenkt – an die ersten 100 Käufer, die sich eine Dauerkarte für die Saison 2026 sichern.

Mit Groll verlässt er Sachsen jedoch nicht: "Die Lage in Leipzig war von Anfang an klar. Beide Seiten wussten, woran sie sind. Natürlich hatte ich gehofft, dass sich die Situation ändern würde, wenn ich im Training alles gebe. Aber die Mannschaft zeigte starke Leistungen, sodass es keinen Grund gab, mir eine Chance zu geben. Das habe ich akzeptiert", so Werner. Diese Zeit gehöre nun der Vergangenheit an.

In San José sieht sich Werner auch als Mentor. "Ich möchte nicht einfach ein Spieler aus Europa sein, der sagt, ich habe die Champions League gewonnen", betonte der 57-fache Nationalspieler. "Ich will ein Teamplayer und Führungspersönlichkeit sein und meinen Mitspielern helfen."

Obwohl er auf eine beachtliche Karriere zurückblickt, betrachtet er sich nicht als gesetzt: "Jeder Vereinswechsel ist ein Neuanfang", erläuterte Werner. "Man muss sich stets aufs Neue beweisen, egal ob man zuvor 50 oder keine Tore erzielt hat. In einem neuen Team beginnt man bei null." Dieses Kapitel sei etwas Neues in seinem Leben, und er wolle zeigen, was in ihm steckt.

Wann genau dieser Abschnitt startet, ist noch nicht klar. Aus familiären Gründen wird Werner noch einige Wochen in Leipzig bleiben und beim RB-Training mitmachen. Das erste Spiel der neuen Saison bestreitet San José am 22. Februar gegen Kansas City.

"Wir müssen erst auf das Visum warten, das dauert meist einige Wochen. Er wird erst kurz vor dem Spiel ankommen", erklärte Trainer Bruce Arena (74). Er und Werner hätten schon darüber gelacht: "Er will direkt aus dem Flugzeug steigen und sofort auf dem Platz stehen."