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Dynamo-Torwart Schreiber ärgert sich über unnötige Gegentore: „Zu leichtfertig“

Dresden – Für Tim Schreiber (23) war es kein einfaches Spiel. Trotz einer insgesamt starken Leistung zeigte sich Dynamos Nummer 1 in guter Form: Er parierte sicher, fing jede Flanke problemlos ab und agierte mit dem Ball am Fuß diesmal sehr souverän. Doch eine Belohnung blieb aus, weil beim 1:2 zwei Gegentore fielen, gegen die er machtlos war.

„Wir haben die Tore viel zu leicht hergeschenkt. Klar, wir haben gut gespielt, aber es darf nicht passieren, dass ein langer Ball aus der letzten Reihe von Elversberg reicht und ein Stürmer völlig frei vor mir auftaucht“, ärgerte sich der 23-Jährige. Maximilian Rohr (30) schlug den langen Pass, Jason Ceka (26) verlor entscheidend den Überblick, sodass Nicholas Mickelson (26) frei vor Schreiber auftauchen konnte.

Wer selbst schon einmal im Tor stand, weiß, wie schwer es ist, Schüsse aus nächster Nähe knapp neben dem Standbein zu halten. Oft reicht das Bein nicht aus, um den Ball abzuwehren, und die Hand ist in solchen Situationen kaum zur Stelle.

Besonders ärgerlich war das zweite Gegentor zum 1:2. Kurz zuvor war Nils Fröling (25) eingewechselt worden, doch er vergaß in der eigenen Box zu klären. Er verlor den Ball, Lasse Günther (22) nutzte die Chance und schoss aus 14 Metern durch ein Gedränge von mehreren Spielern hindurch.

„Das war ärgerlich, ich habe den Ball zu spät gesehen und musste ihn anders abwehren. Dann kam noch der Nachschuss – so schnell kann es gehen, mit zwei Schüssen ist man plötzlich zurück“, erklärte Schreiber.

Besonders frustrierend war die Situation, weil im Getümmel sechs Dresdner und zwei Elversberger standen, Lukas Petkov (25) jedoch unbehelligt einschieben konnte. „Manchmal schaffen wir es, solche Situationen zu verteidigen, diesmal leider nicht“, zog der Keeper enttäuscht Bilanz. Es mangelte eindeutig an Schnelligkeit in der Reaktion.

Elversberg zeigte sich insgesamt als das bislang stärkste Team, das in dieser Saison im Rudolf-Harbig-Stadion aufgetreten ist. Die Gäste präsentierten ein strukturiertes, ruhiges und effektives Spiel mit klarem Plan. Trotz der bitteren Niederlage gibt dies Mut für die Zukunft.

Dresden war über weite Strecken überlegen und hatte am Ende zahlreiche Möglichkeiten zum Ausgleich. „Das stimmt hoffnungsvoll. Schon in der ersten Halbzeit gegen Schalke haben wir gut gespielt, und auch diesmal war das wieder der Fall“, zeigte sich Schreiber optimistisch.

Gleichzeitig machte er aber deutlich, wie groß die Enttäuschung war: „Natürlich ist es frustrierend, wenn man mit einer 1:0-Führung in die Pause geht. Die zweite Halbzeit mussten wir anders gestalten, aber es wurde schwierig und fühlte sich nicht gut an. Wir haben den Faden verloren“, gestand der Torwart.

Mit zwei solchen starken Halbzeiten wie heute wird es bald wieder klappen. Dann werden Schreiber und sein Team auch wieder für ihre Leistung belohnt.