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Umstrittener Elfmeter bringt St. Pauli kein Glück: Gregoritsch trifft doppelt gegen ehemaligen Klub

Augsburg – Eine bittere Niederlage für den FC St. Pauli: Obwohl die Hamburger beim FC Augsburg über weite Strecken die bessere Mannschaft waren, gingen sie nach einer Führung letztlich mit 1:2 (1:1) als Verlierer vom Platz. Im Fokus stand dabei eine umstrittene Strafstoß-Entscheidung sowie Ex-Kiezkicker Michael Gregoritsch.

Vor dem Anpfiff herrschte die Befürchtung, die Begegnung könnte wenig ansehnlich werden – doch vor allem im ersten Abschnitt präsentierten beide Teams ein unterhaltsames und engagiertes Spiel.

St. Pauli begann druckvoller und hätte bereits nach 14 Minuten in Führung gehen können. Nach einem Querpass von Ricky-Jade Jones scheiterte Danel Sinani aus kurzer Distanz mit einem Direktabschluss am FCA-Torhüter Finn Dahmen. Im Gegenzug traf Alexis Claude-Maurice frei vor dem Tor den Pfosten.

Das Spiel gewann dadurch an Fahrt. Insbesondere die Kiezkicker zeigten sich sehr engagiert und gewannen zeitweise 70 Prozent der Zweikämpfe. Was noch fehlte, war jedoch die Führung – ein Schuss von Jones konnte kurz vor der Torlinie noch abgewehrt werden (28.).

Nach etwa 30 Minuten rückte Schiedsrichter Sascha Stegemann plötzlich ins Rampenlicht. FCA-Spieler Marius Wolf spielte zunächst den Ball im eigenen Strafraum, traf dann jedoch mit gestrecktem Bein und offener Sohle Manolis Saliakas – Elfmeter für St. Pauli! Eine schwierige, aber nachvollziehbare Entscheidung.

Danel Sinani ließ sich davon nicht beeindrucken, schnappte sich den Ball und verwandelte den Strafstoß mit etwas Glück, denn Dahmen war noch am Ball.

Doch die Führung hielt nur zehn Minuten: Ausgerechnet der ehemalige St.-Pauli-Profi Michael Gregoritsch erzielte per Kopf nach einer Ecke den Ausgleich (41.). Für die Gäste, die bisher das Spiel bestimmt hatten, ein ärgerlicher Rückschlag.

Gut erholt von diesem späten Gegentor starteten die Kiezkicker in die zweite Halbzeit und waren sofort präsent. Sinani verpasste jedoch aus zehn Metern die erneute Führung (52.).

Diese fiel stattdessen rund acht Minuten später auf der anderen Seite: Wieder war es Gregoritsch, der für den FCA traf. Der Österreicher, der erst im Winter zurück nach Augsburg gewechselt war, entwischte Eric Smith, zog ab und traf ins lange Eck. Es war der erste gefährliche Angriff der Gastgeber im zweiten Durchgang.

St. Pauli zeigte sich unbeeindruckt, doch offensiv fehlte oft die letzte Durchschlagskraft oder die Augsburger Abwehr – wie beim Schuss des Neuzugangs Mathias Rasmussen – war zur Stelle (72.).

In der Schlussphase warfen die Boys in Brown nochmal alles nach vorne und hatten in der Nachspielzeit Pech, als zunächst ein Schuss von Jackson Irvine und kurz darauf einer von Abdoulie Ceesay abgefälscht wurden. So blieb es beim unnötigen 1:2, was einen herben Rückschlag im Abstiegskampf bedeutet.

Bundesliga, 20. Spieltag

FC Augsburg - FC St. Pauli 2:1 (1:1)

FC Augsburg: Dahmen – Arthur Chaves (46. Keitel), K. Schlotterbeck, Banks – Fellhauer, Massengo, Rexhbecaj (78. Pedersen), M. Wolf (77. Zesinger) – Rieder (60. Kade), Claude-Maurice – Gregoritsch (84. Essende)

FC St. Pauli: Vasilj – Ando, Smith, Mets – Saliakas (83. Ceesay), Sands, Rasmussen, Pyrka – Fujita (70. Irvine), Sinani (63. Pereira Lage) – Jones (63. Kaars)

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)

Zuschauer: 30.660 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Sinani (32./Foulelfmeter), 1:1 Gregoritsch (41.), 2:1 Gregoritsch (59.)

Gelbe Karten: M. Wolf (2), Fellhauer (2), Banks (6), Baum / Sands (4)