Dynamo-Kapitän Kutschke will nichts mehr vom Gerede hören
Dresden – Der Spruch „Totgesagte leben länger“ interessiert Kapitän Stefan Kutschke nicht im Geringsten. „Solche Aussagen kommen immer von außen, und das Abgeschriebenwerden auch. Keiner von uns ist ins Trainingszentrum gefahren und hat gesagt: ‚Machen wir das jetzt einfach mal noch ein halbes Jahr aus Spaß.‘“
Der 37-Jährige fungiert als Stimme und Sprachrohr der Mannschaft. Das weiß er genau und setzt es bewusst ein.
„Wir haben schon genug Kritik einstecken müssen, ihr kennt alle die Schlagzeilen. Ich hänge die Artikel einfach in die Kabine – das motiviert jeden einzelnen Spieler. Aber wir spielen nicht für die Presse oder die Öffentlichkeit. Niemand will absteigen, jeder kämpft für sich selbst.“
Seinem Überdrehen ist er sich bewusst, denn aufgegeben hat Dynamo im Winter keineswegs.
In den vergangenen Monaten gab es in den sozialen Netzwerken teils sehr harte Kommentare. Doch das sind keine Medien, auch wenn das oft verwechselt wird. Seine Worte hingegen finden Gehör – und wenn sie der Mannschaft helfen, nimmt man sie gern an.
Dass Dynamo qualitativ einen Schritt nach vorne gemacht hat, zeigt sich nicht nur an den Ergebnissen. Zwei Siege und zwei Unentschieden aus den ersten vier Rückrundenspielen können sich durchaus sehen lassen, auch wenn die Tabelle das noch nicht widerspiegelt. Die SGD ist auf einem guten Weg.
„Mit den Neuzugängen hat sich auch der Charakter der Mannschaft verändert. Und man darf nicht vergessen, was schon vorher da war – der feste Kern, der in der 3. Liga schon schwierige Zeiten gemeistert hat“, erklärt er und bringt es auf den Punkt: „Wir verteidigen jetzt entschlossener und aggressiver. Vielleicht war es am Anfang Respekt vor der 2. Liga und den großen Namen. Das darf man nicht haben. Auf Schalke haben wir uns vor 60.000 Zuschauern gut präsentiert. Jetzt kommt Dynamo Dresden, der als abgeschriebener Absteiger galt – und liefert so eine Leistung ab.“
Klare Worte, die er mit seinem Team in den kommenden Wochen im Februar weiter bestätigen muss. Gegen Elversberg, in Hannover und auch gegen Darmstadt, den aktuellen Tabellenführer, wird es nicht einfacher.