St. Paulis Abwehrchef Hauke Wahl zeigt sich zuversichtlich: „Wir wissen, wie wir dem HSV ernsthaft zusetzen können“
Hamburg – Die Spannung steigt! Das Derby am Freitagabend um 20:30 Uhr gegen den HSV ist für St. Paulis Verteidiger Hauke Wahl (31), der in Hamburg geboren wurde, noch einmal etwas ganz Besonderes. Gleichzeitig lastet großer Druck auf dem Team.
Nach der Niederlage in Dortmund befinden sich die Kiezkicker momentan auf dem letzten Tabellenplatz, während der Abstand zu den Nicht-Abstiegsplätzen immer größer wird. Eric Smith (29) hatte bereits unmissverständlich betont, dass das Derby am Freitag „das wichtigste Spiel der Saison“ sei. Wahl wollte dem allerdings nicht ganz zustimmen.
„Für die Fans und den Verein hat das natürlich höchste Priorität, aber für uns als Mannschaft zählt jetzt jeder einzelne Punkt, daher ist ab sofort jedes Spiel das bedeutendste“, erklärte der 31-Jährige.
Im Hinspiel konnte St. Pauli den HSV noch klar dominieren und einen deutlichen Klassenunterschied zeigen. „Wenn man ein Spiel zu null gewinnt, hat man meist vieles richtig gemacht“, so Wahl, der dieses Spiel zu den besten der Saison zählte. „Ich fand, dass wir sehr überlegen aufgetreten sind und in den Zweikämpfen präsent und aggressiv waren.“
Seitdem hat sich beim Stadtrivalen aus Stellingen jedoch viel verändert. Personell wurde aufgerüstet, und aktuell steht der HSV sogar fünf Punkte vor St. Pauli. „Sie haben viele neue Spieler geholt und sind deutlich stabiler geworden“, bewertete der Innenverteidiger aus der Distanz. „Anfangs haben sie Lehrgeld gezahlt, doch mittlerweile sind sie gefestigt. Es ist eine starke Mannschaft, aber ich bin überzeugt, dass wir mit unseren Qualitäten dem HSV wehtun können.“
Dass er als Kind einmal selbst HSV-Fan war, gehört mittlerweile der Vergangenheit an, wie Wahl betonte. „Das ist gefühlt 100 Jahre her“, sagte er und fügte hinzu, dass sich diese Leidenschaft deutlich abgeschwächt hat, seit er Profi geworden ist.
Dennoch spürt er in der Stadt und seinem Umfeld ganz genau, welche Bedeutung dieses Derby besitzt. „Als Kind habe ich das miterlebt, und jetzt selbst Teil davon zu sein, ist etwas ganz Besonderes“, gestand er. Von Nervosität wollte er jedoch nicht sprechen. „Eher eine gewisse Spannung. Als Profi möchte man genau solche Spiele immer bestreiten, weil man diese Atmosphäre liebt.“
Seine Bilanz gegen den HSV ist bislang nicht schlecht: Von zwölf Begegnungen konnte er drei gewinnen und verlor nur zwei. „Das Hinspiel war für mich als St.-Pauli-Spieler der erste Derbyerfolg, da es für mich ein echtes Derby war“, spielte er auf seine frühere Zeit beim FC Kiel und die sogenannten „Nord-Duelle“ an.
Auch diese waren außergewöhnlich, insbesondere der 3:0-Sieg im Volksparkstadion im ersten Zweitliga-Spiel der Rothosen nach dem Abstieg. Doch das Spiel Ende August vergangenen Jahres stellte nochmal eine besondere Herausforderung dar. „Dennoch werden mir all diese Begegnungen immer in Erinnerung bleiben.“
Und hoffentlich auch das Derby am Freitag, das für St. Pauli sportlich noch einmal eine größere Bedeutung hat als für den HSV.
Tabelle der 1. Bundesliga
Die Tabelle in der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Der Tabellenführer am Saisonende wird Deutscher Meister. Die Plätze 17 und 18 bedeuten den direkten Abstieg in die 2. Bundesliga. Der Drittletzte (Position 16) hat die Möglichkeit, in der Relegation um den Klassenerhalt zu kämpfen. Dort trifft er auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.