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St.-Pauli-Verteidiger Hauke Wahl zeigt sich nach Derby enttäuscht: „Erwartungen wurden nicht erfüllt“

Hamburg – Enttäuschung pur! Der FC St. Pauli hatte sich im Derby gegen den HSV einen Sieg erhofft, um den Rückstand auf den Rivalen aus der Stadt zu verkürzen. Doch stattdessen endete die Partie in einem ereignisarmen 0:0 , bei dem beide Mannschaften kaum Risiko eingingen. Nach dem Spiel gab es deutliche Worte.

Nach dem Schlusspfiff war die Frustration bei den Spielern der Kiezkicker deutlich spürbar. Die zurückhaltende Vorstellung gegen den ungeliebten Nachbarn war schlichtweg zu wenig. „Das Derby hat unsere Erwartungen nicht erfüllt“, räumte Hauke Wahl (31) ein. „Die Partie war nicht durchgehend emotional aufgeladen, sondern nur phasenweise, nicht über die gesamte Spielzeit. Da gab es schon viel intensivere Derbys.“

Besonders in der ersten Hälfte zeigte sich der HSV präsenter und aggressiver. St. Pauli gewann weniger als 40 Prozent der Zweikämpfe. „Wir waren zu passiv“, gestand auch Eric Smith (29). „Wir haben den HSV nicht ausreichend unter Druck gesetzt, sie konnten unser erstes Pressing zu leicht überwinden.“ Trotzdem bot die Defensive der Kiezkicker eine solide Leistung.

Auf der anderen Seite blieb allerdings auch die Offensive erneut harmlos. „Ich vermute, dass der HSV aus dem Hinspiel gelernt hat“, mutmaßte Smith. „Damals sind sie uns hoch angelaufen, und wir konnten ihnen damit Probleme bereiten.“

So sah es auch am Freitag aus. Da St. Pauli zudem viele lange Bälle spielte, standen Mathias Pereira Lage (29) und Martijn Kaars (25) häufig isoliert da. „Sie waren oft allein und bekamen zudem ungenaue Zuspiele von uns“, versuchte Wahl, ihre Situation zu erklären.

Im zweiten Durchgang wurde die Partie etwas lebendiger, vor allem Ricky-Jade Jones (23) und Danel Sinani (28) brachten neuen Schwung ins Spiel. Dennoch entstanden nur einige Halbchancen, ohne dass eine davon zu einem Tor führte. So blieb die Null am Ende auf beiden Seiten stehen. „Wir möchten wieder häufiger zu Null spielen, wissen aber auch, dass wir Tore erzielen müssen, wenn wir gewinnen wollen“, erklärte Smith.

Durch das Unentschieden bleibt der Abstand zum HSV bei fünf Punkten unverändert. „Wir haben nicht nur ein Derby, sondern auch gegen einen direkten Konkurrenten gespielt. Da wollten wir dranbleiben, doch das ist uns nicht gelungen“, zeigte sich Wahl enttäuscht. „Am Ende weiß man aber nie, wie wertvoll ein Punkt tatsächlich ist.“

Beim Nachholspiel gegen RB Leipzig am Dienstagabend (20.30 Uhr) muss St. Pauli vor allem an der Schwäche in den Zweikämpfen arbeiten, forderte Wahl. Andernfalls könnte es gegen den deutlich stärkeren Gegner bitter werden. In der Vergangenheit haben die Kiezkicker jedoch gezeigt, dass sie Leipzig durchaus Schwierigkeiten bereiten können.