St. Pauli verliert dramatisches Finale und steigt ab: „In der Bundesliga einfach nicht genug!“
Hamburg – Es ist vorbei! Nach lediglich zwei Spielzeiten muss der FC St. Pauli am letzten Spieltag den Gang aus der Bundesliga antreten. Mit einem 3:1-Erfolg der Gäste aus Wolfsburg verabschiedeten sich die Kiezkicker zurück in die 2. Bundesliga.
Als Schiedsrichter Daniel Siebert um 17.21 Uhr das Spiel abpfiff, stand das Schicksal fest: In der nächsten Saison wird St. Pauli nicht mehr im deutschen Fußball-Oberhaus vertreten sein.
Trotz des enttäuschenden Ergebnisses und des bitteren Saisonendes hielten die Fans von St. Pauli ihre Unterstützung unvermindert aufrecht.
Unmittelbar nach dem Schlusspfiff erhoben die nahezu 26.000 Zuschauer ihre Schals und sangen lautstark zur Mannschaft: „You’ll Never Walk Alone!“
Die Spieler empfanden dieses Zeichen der Solidarität als tröstlich angesichts der großen Enttäuschung, wie sie anschließend übereinstimmend berichteten.
Martijn Kaars erklärte, so eine Geste in positiver Weise noch nie erlebt zu haben. Gleichzeitig bezeichnete er den Spieltag als den schwersten seiner Karriere. „Ich bin bisher noch nie abgestiegen“, sagte er mit gesenktem Kopf.
Hauke Wahl hob die Unterstützung der Anhänger als „unglaublich“ hervor. „Diese Rückendeckung ist wunderschön, macht die Situation für uns aber umso schmerzhafter“, so der Verteidiger im Hinblick auf die große Enttäuschung, die derzeit vorherrsche.
Dass Mainz 05 St. Pauli quasi auf dem Silbertablett eine Chance serviert hätte oder es möglicherweise fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen gab, wollte Wahl nicht bestätigen. Vielmehr müsse man die eigene Leistung kritisch hinterfragen.
„Wir sollten nicht behaupten, wir hätten Pech gehabt hier und da. Mit 26 Punkten haben wir einfach zu wenig gesammelt, um in der Bundesliga zu bleiben. Dass 29 Punkte für die Relegation ausreichen, ist bereits großzügig bemessen. 26 sind schlicht nicht genug!“
Trainer Alexander Blessin fand kaum Worte, um die Situation bei der Pressekonferenz zu beschreiben. „Das tut unendlich weh“, brachte der 52-Jährige gerade so hervor. „Es spiegelt die gesamte Saison wider“, zeigte er Verständnis. „Im Moment bin ich einfach nur tief enttäuscht, weil wir so viel Kraft investiert haben.“
Schon vor dem Ende waren die Emotionen gemischt, vor allem nachdem die Kiezkicker mit einem 0:1-Rückstand in die Pause gegangen waren.
Beide Fangruppen sorgten dennoch mit aufwendigen Choreografien, Pyrotechnik und Gesängen für eine beeindruckende Atmosphäre bei diesem besonderen Spiel.
Doch auch der Rückhalt der FCSP-Anhänger konnte die Mannschaft von Blessin nicht mehr retten. Wolfsburg blieb ruhig und sicherte sich den verdienten 3:1-Auswärtssieg. Selbst der zwischenzeitliche Anschlusstreffer durch Joker Abdoulie Ceesay änderte nichts mehr am Ausgang.
Während bei den Wolfsburgern wohl erleichterte Tränen fließen, trauern die Hamburger dem Verbleib in der 1. Liga nach. Aufgrund der Niederlage treten die Kiezkicker in der kommenden Saison wieder in der zweiten Liga an.
Es hatte 13 Jahre gedauert, bis St. Pauli 2024 erneut den Aufstieg in die Bundesliga feierte.
Damals, unter der Leitung von Trainer Fabian Hürzeler (33), schloss der Verein die Saison nicht nur als Aufsteiger ab, sondern kürte sich auch zum Meister der 2. Bundesliga.
Sein Nachfolger, Alexander Blessin, der von Union Saint-Gilloise nach Hamburg wechselte, beendete seine erste Bundesliga-Saison mit dem Kiezklub auf einem soliden 14. Platz. Zum Ende dieser Spielzeit musste der Verein jedoch einige Abgänge verkraften, wodurch sich das Team deutlich veränderte.
So entwickelte sich eine Saison, die von Niederlagenserien, Verletzungen und wenig Torerfolgen geprägt war.
Mit nun zehn Spielen in Folge ohne Sieg endet die Spielzeit für St. Pauli mit dem bitteren Abstieg.
Erstmeldung um 17:21 Uhr. Update des Artikels um 18:52 Uhr.