zurück

Trainer von St. Pauli kritisiert Team wegen "Schlafmützigkeit": "Abwehrleistung war katastrophal"

Hamburg – Die gleiche Geschichte wiederholt sich! Gute Spielszenen, Lob vom Gegner, aber am Ende keine Punkte – der FC St. Pauli hat seine starke Vorstellung beim FC Augsburg nicht mit Zählern belohnt und verlor mit 1:2 (1:1). Nach der Partie übte Trainer Alexander Blessin (52) deutliche Kritik an seiner Mannschaft.

Im Vergleich zur letzten Saison, als die Kiezkicker in der WWK-Arena noch deutlich unterlegen waren, präsentierten sie sich diesmal deutlich kämpferischer. Mit einer zeitweise beeindruckenden Zweikampfquote von 70 Prozent zeigten sie sich aggressiv und zielstrebig.

Nach einem starken Auftakt, in dem zwei Chancen leichtfertig vergeben wurden, verwandelte Danel Sinani (28) einen Elfmeter zum 1:0. "Das Resultat ist aus meiner Sicht völlig verdient", befand Blessin. Doch seine gute Stimmung verflog schnell wieder.

Abgesehen von der mangelhaften Chancenverwertung – St. Pauli erreichte einen Expected-Goals-Wert (xG) von über drei – kritisierte der 52-Jährige vor allem die "Schlafmützigkeit" bei den Gegentoren.

Vor dem Ausgleich schaltete das Team bei einem Einwurf ab, was letztlich zu einer Ecke führte. "Diese Standardsituation haben wir ebenfalls viel zu nachlässig verteidigt", ärgerte sich Blessin. Michael Gregoritsch (31) setzte sich zu einfach gegen Eric Smith (29) durch und köpfte aus dem Stand ein. "Das reicht nicht, da müssen wir deutlich besser werden", verlangte der Coach.

Bereits zuvor hatte das Team Schwierigkeiten mit der schnellen Spielweise des FCA. Torwart Finn Dahmen (27) spielte zügig aus, sodass Alexis Claude-Maurice (27) plötzlich völlig frei vor dem Tor auftauchte, aber am Pfosten scheiterte.

Auch das 2:1 durch den ehemaligen Kiezkicker Gregoritsch sorgte für Unmut beim Trainer. Zunächst kritisierte Blessin die Position von Schiedsrichter Sascha Stegemann (41), der mehrfach den Laufweg von James Sands (25) behindert hatte. "Trotzdem haben wir hinten in der Defensive einfach geschlafen", erklärte er weiter.

Am Ende war die Niederlage, wie Blessin eingangs erwähnte, auch Resultat der schlechten Chancenverwertung seiner Mannschaft. "Wir hatten genügend Möglichkeiten, das Spiel zu drehen, mehr möchte ich dazu nicht sagen."

Für den einstigen Stürmer ist es wichtig, dass sein Team zumindest Chancen erhält. "Die Gelegenheiten waren da, und diese müssen wir einfach nutzen", betonte er. Auf die Frage nach fehlender Qualität im Angriff ging er nicht weiter ein.

Mit der Pleite gegen einen direkten Konkurrenten verschärft sich die Situation im Abstiegskampf weiter, der Relegationsplatz ist nun vier Punkte entfernt. Vor dem schweren Heimspiel gegen den starken VfB Stuttgart am kommenden Samstag steht am Dienstag zunächst das Pokalduell bei Bayer Leverkusen an. "Das ist eine willkommene Abwechslung", bezeichnete Blessin die Begegnung. Vielleicht bringt sie ja das nötige Selbstvertrauen für die Bundesliga zurück.