FC St. Pauli-Blog: Nach Unentschieden in Frankfurt bangen die Hamburger um zwei Spieler
Hamburg – Mit dem 0:0-Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt sicherte sich der FC St. Pauli erneut einen wertvollen Punkt im Abstiegskampf.
Allerdings sorgten insbesondere Manolis Saliakas und James Sands nach dem Spiel für Sorgenfalten.
In unserem St.-Pauli-Blog halten wir Euch stets über alle Neuigkeiten zum Team, möglichen Transfers und alle weiteren Geschehnisse rund um das Millerntor-Stadion auf dem Laufenden.
Die Lage ist angespannt: Nach dem torlosen Remis gegen Frankfurt bangt St. Pauli um den Einsatz von zwei wichtigen Profis.
Manolis Saliakas (29) musste kurz nach Wiederanpfiff vom Feld, nachdem er sich während eines Sprints an den Oberschenkel fasste. „Mir geht es nicht gut. Wir müssen erst abwarten, was genau passiert ist. Während des Sprints spürte ich plötzlich etwas im Oberschenkel“, berichtete der Grieche nach dem Spiel.
Trainer Alexander Blessin (52) kommentierte die Verletzung so: „Das sah leider nicht gut aus, ich vermute, dass es sich um eine strukturelle Verletzung handelt.“ Dies könnte bedeuten, dass Saliakas für mehrere Wochen ausfallen wird.
Etwas hoffnungsvoller sieht es bei James Sands (25) aus. „Jimmy ist nur umgeknickt, aber wir müssen abwarten, was genau dahintersteckt“, sagte Blessin zurückhaltend. Obwohl der Mittelfeldspieler am Ende der Begegnung von einem Betreuer beim Verlassen des Platzes gestützt werden musste, bleibt abzuwarten, wie schwer die Blessur ist.
Ein ungünstiges Omen? Felix Zwayer (44) wird am Sonntag das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt leiten. Die letzten Begegnungen unter seiner Leitung verliefen für St. Pauli nicht gerade erfolgreich.
Der in Berlin geborene Schiedsrichter hat bereits 25 Spiele der Braun-Weißen gepfiffen, von denen acht gewonnen wurden, neun aber verloren. In den letzten drei Partien unter Zwayers Leitung musste St. Pauli als Verlierer vom Feld gehen – zuletzt Ende November bei der 1:3-Niederlage gegen Bayern München.
Bei den Frankfurtern gestaltet sich die Bilanz etwas positiver: Zwayer leitete dort 44 Spiele, was den zweitmeisten Einsätzen seiner Karriere entspricht. Eintracht gewann davon 18, verlor 15. In dieser Saison wurde er jedoch noch nicht bei Spielen der SGE eingesetzt.
Am Sonntag muss St. Pauli auf mehrere Akteure verzichten: Neben David Nemeth (24) fehlen Trainer Alexander Blessin (52) noch drei weitere Spieler.
„Mathias Rasmussen (28) wird erneut ausfallen, er konnte diese Woche nur laufen“, erklärte Blessin. „Karol Mets (32) wird voraussichtlich auch diese und nächste Woche noch nicht zur Verfügung stehen.“
Auch Andréas Hountondji (23) wird fehlen, obwohl sich seine Situation deutlich verbessert hat. „Die Tests liefen gut, er konnte belastet werden ohne Schmerzen. Wir haben ein gutes Gefühl bei ihm und sind zuversichtlich, dass er bald wieder einsatzbereit ist“, so der Coach.
Dagegen steht Tomoya Ando (27) gegen Frankfurt wieder im Kader, nachdem der Japaner in der Vorwoche gegen Hoffenheim noch fehlte.
Eric Smith (29) war zuletzt nicht auf dem Trainingsplatz zu sehen – nun ist auch der Grund bekannt. Der Schwede verkündete am Freitagnachmittag auf Instagram die Geburt seines zweiten Kindes. Daher wird er vermutlich am Sonntag gegen Frankfurt wieder spielbereit sein.
FCSP-Anhänger aufgepasst: Die DFL hat am Donnerstag die Bundesliga-Spieltage 28 bis 30 zeitgenau angesetzt. St. Pauli spielt dabei jeweils einmal freitags, samstags und sonntags.
Die Termine im Überblick:
Sonntag, 5. April (15:30 Uhr): 1. FC Union Berlin – FC St. Pauli
Samstag, 11. April (18:30 Uhr): FC St. Pauli – FC Bayern München
Freitag, 17. April (20:30 Uhr): FC St. Pauli – 1. FC Köln
Eine bittere Nachricht für die Kiezkicker: Karol Mets (33) fällt verletzungsbedingt aus. Der Defensivspieler zog sich beim Auswärtssieg in Hoffenheim eine Verletzung in der linken Wade zu und steht damit auf unbestimmte Zeit nicht zur Verfügung.
Besonders ärgerlich: Mets hatte sich nach hartnäckigen Problemen mit der Patellasehne zu Saisonbeginn zurückgekämpft und hatte Mitte Oktober sein Comeback gefeiert.
Allen Widrigkeiten zum Trotz verfügt Trainer Blessin über ausreichend Alternativen. Neben Lars Ritzka (27), der Mets schon in der zweiten Halbzeit ersetzte, können auch Adam Dzwigala (30) oder Tomoya Ando (27) die Position besetzen.
Mit zwei aufeinanderfolgenden Siegen hat sich der FC St. Pauli im Abstiegskampf Luft verschafft und steht mittlerweile auf Rang 15. Am Sonntag gegen Frankfurt wollen die Hamburger diesen Erfolg ausbauen. Doch wann war die letzte längere Erfolgsserie?
Die letzte Serie von drei Siegen in Folge datiert aus der Saison 2010/11. Damals besiegte St. Pauli Köln, den HSV und Gladbach, doch diese Erfolge halfen am Ende nicht, den Abstieg zu vermeiden.
Den längsten Siegesserie erzielten die Kiezkicker in der Spielzeit 1989/90 mit vier Erfolgen hintereinander – gegen Dortmund, Nürnberg, Gladbach und Homburg. Diese Basis führte schlussendlich zu einem zehnten Platz in der Tabelle.
Eine Saison zuvor gelang sogar eine elf Spiele andauernde Serie ohne Niederlage mit drei Siegen und acht Unentschieden.
Philipp Treu (25) feierte mit St. Pauli den Aufstieg in die Bundesliga und den Klassenerhalt, entschied sich jedoch im Sommer für eine Rückkehr zum SC Freiburg. Im Interview mit transfermarkt.de erläuterte der Außenverteidiger seine Beweggründe.
„Nach dem starken Zweitliga-Jahr und der stabilen Erstliga-Saison war für mich klar, dass der nächste Schritt folgen muss“, erklärte Treu. „Ich habe auch überlegt, bei St. Pauli zu bleiben, wollte aber zu einem größeren Bundesliga-Klub wechseln, der sogar international spielt.“
Die Entscheidung, zunächst zu St. Pauli zu gehen, bereut er nicht: „Ich habe mich bewusst für den FC St. Pauli entschieden. Der direkte Sprung von der 3. Liga in die Bundesliga und ins internationale Geschäft erschien mir zu groß. Daher wählte ich den Weg über einen ambitionierten Zweitligisten. Das Ergebnis war perfekt: Der Aufstieg mit St. Pauli in die Bundesliga ist etwas, das ich meinen Kindern eines Tages erzählen kann. Und der Klassenerhalt war etwas ganz Besonderes.“
Mittlerweile hat Treu auch beim Sportclub einen Stammplatz erobert und blickt sicherlich mit Vorfreude auf seine Rückkehr ans Millerntor am 22. März.
Nach dem wichtigen Sieg gegen Werder Bremen wollte St. Pauli beim Auswärtsspiel in Hoffenheim nachlegen – und das gelang eindrucksvoll.
„Ich bin sehr erleichtert. Es war enorm wichtig, den ersten Auswärtssieg außerhalb Hamburgs einzufahren, gerade in unserer Lage“, betonte Abwehrspieler Hauke Wahl (31).
Mit diesem Dreier zeigten die Kiezkicker erneut, dass sie auch gegen die Topmannschaften der Liga bestehen können – schließlich war Hoffenheim vor dem Spiel Tabellendritter und hatte zuvor acht Heimspiele in Folge gewonnen.
In der ersten Halbzeit mussten die Hamburger einige brenzlige Situationen überstehen, kamen aber selbst immer wieder gefährlich vor das gegnerische Tor. „Wir haben es geschafft, ihnen immer wieder weh zu tun. Das 1:0 kurz vor der Pause war sehr wichtig“, so Wahl.
In der zweiten Halbzeit wurde es hingegen zur reinen Überlebensaufgabe, wie der 31-Jährige zugab: „Da ging es nur darum, sich durchzubeißen, und ich denke, das haben wir ganz gut gemacht.“
Ein gutes Zeichen: Deniz Aytekin (47) wird am Samstag die Partie zwischen St. Pauli und Hoffenheim leiten. Unter ihm hat St. Pauli eine beachtliche Bilanz.
Aytekin pfiff bisher 17 Spiele der Braun-Weißen, von denen zehn gewonnen und nur drei verloren wurden. Die letzten fünf Begegnungen unter seiner Leitung gewann St. Pauli, ist zudem seit neun Spielen ungeschlagen, wenn Aytekin pfeift.
Auch Hoffenheim weist bei Aytekin eine positive Bilanz auf: 14 Siege, 12 Niederlagen und 11 Unentschieden. Beide Teams wurden zuletzt in der Saison 2023/24 von Aytekin betreut – St. Pauli verband damit gute Erinnerungen, schließlich sicherte sich der Klub beim letzten Saisonspiel in Wiesbaden den Zweitliga-Meistertitel.
Die Verteidiger Hauke Wahl (31) und Karol Mets (32) werden am Samstag gegen Hoffenheim besonders gefordert sein. Der Tabellen-Dritte verfügt über die zweitbeste Offensive der Liga.
„Sie besitzen große Qualität und haben die passenden Spieler auf den richtigen Positionen“, sagte Mets. „Es ist ein starkes Team, das das Spiel kontrollieren will.“
Das zeigte sich bereits im Hinspiel in Hamburg, das Hoffenheim mit 3:0 gewann und St. Pauli kaum Chancen ließ. Wahl räumte ein: „Sie haben vieles richtig gemacht.“ Allerdings konnten die Kiezkicker im DFB-Pokal das Blatt wenden. „Auch da haben sie wenig falsch gemacht – trotzdem konnten wir das Spiel auf unsere Seite drehen.“
Wahl sieht die Hoffenheimer aktuell in einem guten Rhythmus: „Sie haben viel Selbstbewusstsein und aus der letzten Saison die richtigen Lehren gezogen. Es ist eine komplett andere Mannschaft. Über die individuelle Qualität brauchen wir nicht zu sprechen.“
Obwohl St. Pauli den Pokalsieg gegen Hoffenheim vorweisen kann, wird ein erneuter Sieg am Samstag sehr schwer.
Taichi Hara (26) absolvierte bislang nur zwei Spiele mit insgesamt 22 Minuten Einsatzzeit. Trainer Alexander Blessin (52) erläuterte nun den Plan mit dem japanischen Stürmer.
„Wir wollten ihm mehr Spielzeit geben, aber im letzten Spiel passte es einfach nicht. Ich hatte kein gutes Gefühl im Moment“, erklärte der Trainer. Im Training zeigt Hara jedoch Einsatz und überzeugt. „Er bringt sich rein und hat gute Momente – vielleicht ist das nächste Spiel eine Gelegenheit für ihn.“
Ein Platz in der Startelf ist jedoch noch nicht geplant: „Das wäre zu früh. Aber als Option für die letzten zwanzig Minuten ist er auf jeden Fall eine Möglichkeit.“
Martijn Kaars (26) steht unter Druck. Für eine Rekordablöse von vier Millionen Euro wurde der Angreifer verpflichtet, nachdem er in der 2. Liga 19 Tore erzielt hatte. Dennoch konnte er sich bislang nicht durchsetzen und steuerte in 24 Pflichtspielen nur fünf Tore und eine Vorlage bei.
„Ich bewerte ihn nicht nur nach Toren, sondern auch nach seiner Arbeit für die Mannschaft“, sagte Trainer Blessin. Er habe sich kürzlich mehrfach mit Kaars ausgetauscht und auch Videoanalysen gemacht.
Das Hauptproblem ist jedoch offensichtlich: „Er sagt selbst, dass man als Stürmer zuerst an Toren und Torchancen gemessen wird. In letzter Zeit erhielt er nicht viele davon. Wenn man weniger in solche Situationen kommt, fängt man an zu zögern.“
Seine Mitspieler haben Kaars noch nicht optimal in Szene gesetzt, obwohl er klare Stärken besitzt, wie Blessin betonte: „Seine Qualität liegt im Strafraum, wenn er den Ball bekommt, muss er auch Chancen erhalten – da müssen wir ihm helfen, aber natürlich auch er selbst.“
Blessin ist überzeugt, dass Kaars bei weiter harter Arbeit bald wieder „glücklicher“ bei Interviews sein wird und über seine Tore sprechen kann.
Gute Nachrichten vom Trainingsplatz: Nach David Nemeth (24) hat nun auch Andréas Hountondji (23) wieder mit der Mannschaft trainiert. „Er war draußen und absolvierte Laufeinheiten“, bestätigte Blessin.
Der Stürmer hatte lange Zeit individuell trainiert und war von den Teamkameraden getrennt, ist jetzt jedoch zurück. „Jetzt geht es nur noch um die nächsten Schritte. Das waren die ersten, bald hoffen wir auf weitere Fortschritte“, so der Coach.
Nemeth ist bereits einen Schritt weiter: „Wir wollen die Belastung langsam steigern und überlegen, ihn in der zweiten Mannschaft einzusetzen, damit er Spielpraxis sammeln kann“, erläuterte Blessin.
Auch Connor Metcalfe (26) wird in den Kader zurückkehren. Der Mittelfeldspieler trainiert seit zwei Wochen wieder voll mit. „Er kann der Mannschaft viel geben, deshalb bin ich froh, ihn auf der Bank zu haben.“
Der Sieg gegen Werder Bremen war nicht nur wichtig, sondern auch historisch: Das 2:1 markiert den 50. Heimsieg des FC St. Pauli in der Bundesliga.
Zuvor hatten die Kiezkicker gegen Bremen lediglich zwei Pflichtspiele gewonnen: Das erste Bundesliga-Duell in der Saison 1977/78 (3:1) und das legendäre Pokalspiel im Januar 2006, in dem St. Pauli als Drittligist den Favoriten aus Bremen mit 3:1 ausschaltete.
Die Bilanz wurde nun etwas verbessert, bleibt aber mit fünf Unentschieden und 13 Niederlagen weiterhin negativ.
Die Freude über den Sieg war bei den Spielern groß und wurde auch gefeiert. „Ich gönne mir ein oder zwei Bier“, gestand Abwehrspieler Karol Mets (32). „Es war ein hartes Spiel, aber der Sieg war verdient.“
Zunächst agierten die Hamburger aus Sicht des Esten noch unkonzentriert und verloren zu viele Bälle, doch nach der Pause änderte sich das. „Wir hatten viele gute Momente und Chancen. Das erste Tor fiel etwas glücklich, aber das Glück muss man sich auch erarbeiten“, erklärte Mets. Am Ende gewann St. Pauli 2:1 und überholte Bremen auf den Relegationsplatz.
Für James Sands (25) war die Partie am Sonntag ungewohnt: Zum ersten Mal in dieser Saison saß der US-Amerikaner auf der Bank. Bis auf eine verletzungsbedingte Pause stand er ansonsten immer in der Startelf.
Trainer Blessin erklärte nach der Begegnung: „Die Entscheidung hing auch mit Frische zusammen.“ Zudem sei mit Eric Smith (29) eine starke Alternative wieder im Kader.
„James bringt viel Qualität im Zweikampf. Er ist unscheinbar, aber extrem wichtig. Es tut weh, solche Qualität auf der Bank zu lassen“, fügte Blessin hinzu.
In den nächsten Spielen könnte Sands häufiger auf der Bank Platz nehmen müssen, denn mit Smith und Jackson Irvine (32) sind zwei erfahrene Führungsspieler auf seiner Position aktiv.
Mit einem Sieg gegen Werder Bremen könnte St. Pauli an den direkten Konkurrenten vorbeiziehen – die Bedeutung des Spiels ist somit enorm. Das weiß auch Kapitän Jackson Irvine (32).
„Der Druck ist groß, das lässt sich nicht wegdiskutieren“, erklärte der Australier vor dem Spiel bei DAZN. „Es ist eine wichtige Partie, auch wenn noch einige folgen.“
Irvine ist sich bewusst, dass ein Dreier ein großer Schritt sein kann. Zum Glück sind mit Hauke Wahl (31) und Eric Smith (29) zwei wichtige Stammspieler wieder fit.
Auch Blessin mache einen guten Eindruck, so der Kapitän: „Er ist ruhig und konzentriert.“
Eine seltene Gelegenheit: Sören Storks (37) wird am Sonntag (17:30 Uhr) das Abstiegsspiel zwischen St. Pauli und Werder Bremen leiten. Der gelernte Zimmermann pfiff bereits das Hinspiel an der Weser, das Bremen mit 1:0 gewann.
Bessere Erinnerungen verbindet St. Pauli mit Storks beim November-Spiel gegen Heidenheim, das die Kiezkicker mit 2:1 für sich entschieden – trotz einer umstrittenen roten Karte gegen Eric Smith. Insgesamt gab es unter seiner Leitung zwei weitere Siege, ein Unentschieden und drei Niederlagen.
Auch Bremen hat bei Storks eine negative Bilanz: vier Siege, drei Remis und fünf Niederlagen.
Vor dem Duell zwischen St. Pauli und Werder Bremen erreichte beide Klubs eine traurige Nachricht: Sepp Piontek verstarb im Alter von 85 Jahren.
Der gebürtige Pole, der in Ostfriesland aufwuchs, spielte von 1960 bis 1972 für Werder Bremen und absolvierte über 300 Pflichtspiele für die Grün-Weißen. Nach seiner aktiven Karriere war er von 1971 bis 1975 auch Trainer des Vereins.
Nach Stationen bei Fortuna Düsseldorf und auf Haiti übernahm Piontek die Kiezkicker und betreute sie in 39 Zweitliga-Spielen.
Weitere Informationen zum Tod von Sepp Piontek findet Ihr im Artikel „Er wurde Deutscher Meister und ließ sich mit Fischen bezahlen: Trainer-Legende Sepp Piontek (†85) ist tot“.
Manolis Saliakas (29) war beim 2:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart auf der rechten Außenbahn ein Aktivposten und erzielte das 1:0. Seine anschließende Jubel-Geste war besonders.
„Ich hatte schon überlegt, wie ich jubeln soll, als der Ball zu mir kam“, berichtete der Grieche nach dem Spiel. „Ich hatte so viel Platz.“ Er ließ den Ball elegant über den Spann rutschen und traf sehenswert. „Es ist ein tolles Gefühl, ein Tor zu erzielen, vor allem wenn es so wichtig ist.“
Der Jubel war eindeutig: Saliakas steckte sich den Ball unter das Trikot und legte den Daumen in den Mund. „Meine Frau ist schwanger“, verriet er stolz. „Es wird ein Junge, der Geburtstermin ist im Juni.“
Glücklicherweise fällt die Sommerpause genau in diese Zeit, sodass Saliakas sich ganz auf seine Vaterrolle konzentrieren kann.
Der FC St. Pauli benötigt dringend Punkte im Abstiegskampf, während der VfB Stuttgart noch um die Champions-League-Plätze kämpft. Mit einem Sieg könnten die Schwaben einen neuen Bundesliga-Rekord aufstellen.
Stuttgart gewann zuletzt dreimal in der Fremde jeweils klar – 4:0 in Bremen, 4:1 in Leverkusen und 3:0 in Gladbach. Sollte ihnen nun am Millerntor ein Sieg mit mindestens drei Toren Unterschied gelingen, wären sie die erste Mannschaft, der dies in der Bundesliga gelang.
Aktuell teilen sich der VfB gemeinsam mit Bayern München (zweimal), RB Leipzig (zweimal) und VfL Bochum diese Bestmarke.
Benjamin Brand (36) wird am Samstag (15:30 Uhr) die Partie zwischen St. Pauli und dem VfB Stuttgart leiten. Beide Teams hat der Betriebswirt in dieser Saison bereits einmal gepfiffen.
Für St. Pauli ist die Bilanz unter Brand durchaus positiv: Von 16 Spielen wurden sieben gewonnen, dazu gab es zwei Unentschieden. In dieser Saison pfiff Brand die 1:2-Niederlage bei Freiburg.
Stuttgart weist eine noch bessere Bilanz auf: sechs Siege, vier Remis und nur eine Niederlage. Zuletzt leitete Brand das Spiel der Schwaben beim BVB (3:3) am 11. Spieltag.
Für den FC St. Pauli droht im Spiel gegen den VfB erneut der Ausfall von zwei wichtigen Spielern. „Bei Hauke Wahl (31) besteht zwar noch Hoffnung, doch sie schwindet täglich. Für Samstag wird es wohl nicht reichen. Bei Eric Smith (29) habe ich noch leise Hoffnung, dass er einsatzfähig ist“, berichtete Trainer Blessin, dem ansonsten der erwartete Kader zur Verfügung steht.
Das Verteidigungsduo fehlte bereits beim Pokalspiel gegen Leverkusen am Dienstag.
Aufgrund des Ausfalls von Ricky-Jade Jones (23) soll ein U23-Spieler eine Chance erhalten. „Romeo Aigbekaen, Max Herrmann und Nick Schmidt sind Kandidaten. Wir werden sehen, wen wir für das Spiel nominieren“, so Blessin.
Bundesliga-Tabelle
Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Der Erstplatzierte am Saisonende wird Deutscher Meister. Die Plätze 17 und 18 steigen direkt in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Platz 16) nimmt an der sogenannten Relegation teil, um den Klassenerhalt zu sichern. Dort trifft er auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.