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Wie geht es für St. Pauli in der 2. Bundesliga weiter? „Abrissbagger rollen, doch der Verein bleibt in Bewegung“

Hamburg – Mit welchem Personal und auf welche Weise startet der FC St. Pauli in die kommende Spielzeit, die erste nach zwei Jahren in der Bundesliga zurück in der 2. Liga? Wer darf bleiben, wer möchte gehen und wer muss den Verein verlassen?

Zwar herrschte bei der Medienrunde zwei Tage nach dem dramatischen Abstieg am Millerntor noch keine vollständige Klarheit, doch zeichnet sich eine deutliche Tendenz ab, dass Cheftrainer Alexander Blessin im Amt bleibt.

Sowohl der 52-Jährige Coach als auch Sportdirektor Andreas Bornemann (54) und Vereinspräsident Oke Göttlich (50) signalisierten ihre Bereitschaft, nach einer gründlichen und gemeinsamen Analyse der vergangenen Saison weiterhin zusammenzuarbeiten.

Auf die Frage, ob er sich eine weitere Anstellung beim FC St. Pauli vorstellen könne, antwortete Blessin mit einem eindeutigen „Ja, sonst säße ich ja nicht hier“.

Unumstößlich ist zudem, dass es in den kommenden Tagen vor allem auf eine selbstkritische Reflexion ohne öffentliche Schuldzuweisungen ankommen wird. Bornemann erklärte dazu: „Wir sind zu Recht abgestiegen“, das bedeute jedoch keineswegs, den Kopf in den Sand zu stecken oder ohne Konzepte in die neue Zweitligasaison zu starten.

Man wolle mit einer „gesunden Vertragsstruktur und wirtschaftlich stabilen Basis“ einen Neuanfang wagen. „Wir vertrauen auf ein Fundament, auch wenn wir noch nicht wissen, wie viel davon erhalten bleibt – das gehört zur Wahrheit dazu. Aber wir sind voller Motivation. Ich bin voll motiviert“, betonte der Sportchef mit Nachdruck.

„Die Abrissbagger sind unterwegs, auch an der Kollaustraße wird gebaut. Der Verein steht nicht still. Natürlich ist die Enttäuschung momentan riesengroß, aber das ist keinesfalls das Ende, vor allem nicht für diesen Klub!“

Obwohl Bornemann damit vor allem die Baumaßnahmen im Stadion und auf dem Trainingsgelände meinte, lassen sich daran auch symbolisch die derzeitigen Umbrüche im Verein ablesen.

Abgesehen von der Trainerfrage sind auch weitere mögliche Transfers noch nicht endgültig geklärt, obwohl erste Tendenzen erkennbar sind. So laufen etwa die Verträge von Karol Mets (33) und Danel Sinani (29) aus.

Während Sinani laut Bornemann offenbar nicht den festen Wunsch geäußert hat, seine Karriere am Millerntor fortzuführen, schätzt Mets seine Zeit bei den Braun-Weißen und sein Zuhause in Hamburg sehr.

„Ich zwinge niemanden, hier zu spielen, wenn er nicht wirklich überzeugt ist“, kommentierte Bornemann die Situation um Sinani. Die Entscheidung über den Verbleib des 33-jährigen Verteidigers falle hingegen schwerer. „Wir müssen noch einmal darüber schlafen, bevor wir eine Entscheidung treffen.“ Zudem gibt es weiterhin Spekulationen über ein Interesse des VfL Wolfsburg an Hauke Wahl (32).

Da die neue Saison aufgrund des Abstiegs zwei Wochen früher beginnt, dürfte eine endgültige Entscheidung – insbesondere in Bezug auf die Trainerposition – nicht länger als wenige Tage auf sich warten lassen. Dies liegt sowohl im Interesse von Bornemann, als auch von Alexander Blessin und dem Präsidium.