Spionagevorwürfe und Maulwurf-Skandal? Zweitliga-Trainer vor Derby völlig außer sich: „Extrem asozial“
Kaiserslautern/Karlsruhe – Kurz vor dem heiß erwarteten Südwest-Duell zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem Karlsruher SC am Sonntag (13.30 Uhr) in der 2. Bundesliga sorgen merkwürdige Ereignisse für Aufsehen. Beide Trainer berichten von Spionage-Verdachtsmomenten und einem möglichen Maulwurf. Die Spannung vor dem Aufeinandertreffen der Tabellennachbarn ist enorm.
Die Badischen Neuesten Nachrichten hatten zuerst darüber berichtet, dass KSC-Coach Christian Eichner den Verdacht geäußert habe, dass während einer Trainingseinheit am Donnerstag jemand heimlich Informationen sammeln wollte. Demnach sei ein Mann, der mit einem Kaffeebecher in der Hand und auffällig distanziert die Einheit verfolgte, auffällig gewesen.
Auf der anderen Seite zeigte sich FCK-Trainer Torsten Lieberknecht zunächst überrascht und verneinte: „Nein, davon weiß ich nichts.“
Doch dann brachte er eine noch brisantere Information ans Licht. „Was ich sagen kann und auch meinem Mitarbeiter mitgeteilt habe: Als er gestern zu mir kam und mit Insider-Informationen aus dem engsten Kreis des KSC aufwartete, die uns eventuell weiterhelfen könnten, habe ich ihn direkt zurechtgewiesen. Ich empfinde das als extrem asozial gegenüber meinem Trainerkollegen Christian Eichner“, erklärte der 52-Jährige.
„Wenn so etwas in meinem Team passieren würde – aus dem engsten Kreis, in dem wir uns stets austauschen –, würde ich nicht wissen, wie ich reagieren soll. Deshalb betonte ich: Wir sind als Verein und besonders als Trainer so transparent, dass wir uns immer unser eigenes Bild machen. Daran kann ich auch deshalb keinen Spion bestätigen“, führte der Coach weiter aus.
Konkret heißt das: Einen Spion gibt es nicht, wohl aber einen Maulwurf! Wer genau vertrauliche Informationen aus dem inneren Zirkel des KSC an den Betzenberg weitergegeben hat, bleibt weiterhin unklar.
Lieberknecht wollte das Thema schließlich abschließen: „Ich bin sicher, dass mein Mitarbeiter weiß, dass er mit solchen Dingen nicht zu mir kommen muss. Das ist abgehakt, jetzt richten wir unsere volle Aufmerksamkeit auf das Derby.“
Sportlich ist die Begegnung mit dem Karlsruher SC ohnehin von großer Bedeutung. Beide Teams waren mit hohen Erwartungen in die Saison gestartet, mussten jedoch im Verlauf bittere Rückschläge hinnehmen und haben sich somit aus dem Aufstiegsrennen bereits verabschiedet.
Der KSC belegt mit 34 Punkten den achten Tabellenplatz, der FCK steht mit drei Zählern mehr auf dem siebten Rang. Trotz aller Spekulationen um Spionage und Verrat entscheidet am Sonntag letztlich das Spiel auf dem Platz, wer die Punkte mitnimmt.
2. Bundesliga Tabelle
Die Platzierungen in der 2. Bundesliga haben folgende Bedeutung: Der Erstplatzierte am Saisonende wird Meister und steigt direkt in die 1. Bundesliga auf – ebenso der Zweitplatzierte. Der Drittplatzierte muss in die Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga, um den Aufstieg oder Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse zu klären.