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Nach Pokalsieg: Heimfans stellen Stürmer und seinen Vater und überfallen sie

Stuttgart – Kurz nach dem Aufstieg in die 3. Liga konnte die SG Sonnenhof Großaspach mit einem 4:1-Sieg gegen die Stuttgarter Kickers auch den WFV-Pokal gewinnen und sich somit für den DFB-Pokal qualifizieren. Für Stürmer Michael Kleinschrodt (30) endete dieser Abend jedoch nicht mit Feierlaune, sondern in einer schlimmen Situation: Er und sein Vater wurden mutmaßlich von Anhängern der Gegenseite auf dem Weg zu ihrem Auto überfallen und ausgeraubt.

Die Backnanger Kreiszeitung berichtete zuerst darüber, die Polizei Stuttgart bestätigte den Vorfall auf Anfrage von TAG24.

Nach Angaben der Behörden wurde der Torschütze zum 1:0 gegen 19.30 Uhr zusammen mit seinem Vater auf dem Weg zum Parkplatz von einer Gruppe von etwa zehn bis fünfzehn Personen in Stuttgarter Kickers-Fankleidung abgepasst und attackiert.

Während des Angriffs erlitt Kleinschrodt Schläge und Tritte, zudem wurde ihm seine Sporttasche entwendet. Beim Versuch zu flüchten verlor der Stürmer außerdem sein Handy und sein Portemonnaie, die Täter nahmen alle drei Gegenstände an sich. Zwar bekam er seine Geldbörse später zurück, das darin befindliche Bargeld war jedoch weg.

Der 30-Jährige zog sich bei dem Übergriff leichte Verletzungen zu. Auch sein 65-jähriger Vater, der versuchte, seinen Sohn zu verteidigen, stürzte und erlitt leichte Blessuren.

Bereits während des Spiels hatte es eine aufgeheizte Stimmung gegeben: Kickers-Fans waren unter anderem auf das Spielfeld gestürmt, was zu einer längeren Spielunterbrechung führte. Kleinschrodt stand dabei ebenfalls im Mittelpunkt – nach seinem Führungstreffer zum 1:0 zeigte er als Reaktion auf Beleidigungen und fliegende Bierbecher ein Herzsymbol in Richtung der Heimfans.

„Noch ein kurzes Sorry, das hätte ich nicht machen müssen. Ich hoffe, die Gemüter haben sich inzwischen wieder beruhigt“, erklärte der 30-Jährige nach dem Spiel im Interview mit dem SWR – offenbar war dies jedoch nicht der Fall.

Die Stuttgarter Kickers verurteilten die Gewalttat gegen Kleinschrodt entschieden.

„Emotionen und Provokationen im sportlichen Wettbewerb dürfen niemals in Gewalt oder persönliche Angriffe ausarten“, hieß es in einer Stellungnahme der Stuttgarter gegenüber dem SWR. Man habe eine klare Grenze des fairen Umgangs überschritten: „Wir distanzieren uns in aller Deutlichkeit von jeder Form von Gewalt und unterstützen die umfassende Aufklärung der Vorfälle durch die zuständigen Behörden.“

Die Polizei Stuttgart hat Ermittlungen aufgenommen und bittet Zeugen, die den Überfall beobachtet haben, sich unter der Telefonnummer 0711 89905778 zu melden.