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Zwei Platzverweise beim FC Bayern: Schiedsrichter gibt Fehler zu

Von Tom Bachmann und David Joram

Leverkusen – Das 1:1-Unentschieden bei Bayer Leverkusen, das von zwei Platzverweisen für die Münchner geprägt war, veranlasste Uli Hoeneß zu deutlichen Worten. „So eine schlechte Leistung eines Schiedsrichter-Teams habe ich in der Bundesliga noch nie erlebt“, zitierte die „Bild“-Zeitung den Ehrenpräsidenten des deutschen Rekordmeisters.

Vor allem die Gelb-Rote Karte gegen Luis Diaz in der 84. Minute sorgte bei den Bayern für Unverständnis.

„Ich möchte nicht für einen Elfmeter plädieren, aber das war keine Schwalbe“, erklärte Kapitän Joshua Kimmich im Gespräch mit DAZN. „Wenn ich mir die Bilder ansehe, ist ein Kontakt deutlich erkennbar. Das kann man nicht leugnen.“

Diaz wurde im Strafraum von Bayer-Keeper Janis Blaswich leicht am Bein berührt.

Der Kolumbianer fiel zwar zu Boden, stand jedoch sofort wieder auf und verlangte keinen Strafstoß. Dennoch zeigte Schiedsrichter Christian Dingert dem Stürmer die zweite Gelbe Karte.

„Niemand im Stadion versteht, warum er die Rote Karte erhält. Unfassbar“, kommentierte Trainer Vincent Kompany. „Jemand muss mir erklären, warum das eine Gelbe Karte sein soll.“

Auch Jonathan Tah äußerte sich bei Sky und betonte, dass Diaz sofort wieder aufgestanden sei. „Er macht kein Theater, keine Show.“

Dingert nahm nach dem Spiel Stellung zu der Szene.

„Während des Spiels habe ich wahrgenommen, dass Spieler Diaz abspringt. Den darauf folgenden Kontakt am Fuß habe ich nicht so registriert“, erklärte der 45-Jährige.

„Wenn ich mir die Aufnahmen jetzt anschaue, sehe ich klar: Kein Elfmeter, das steht fest, und Gelb-Rot ist sehr hart. Würde ich die Bilder erneut beurteilen, würde ich diese Entscheidung nicht mehr treffen.“

Bei dem berechtigten Platzverweis für Nicolas Jackson in der 42. Minute gab es von Seiten der Bayern keine Diskussionen.

Anders verhielt es sich bei den aberkannten Treffern von Jonathan Tah (26.) und Harry Kane (61.), die Kompany weiter beschäftigten. Bei Tahs Tor sprang der Ball vom angelegten Arm ins Netz. „Soll er sich den Arm um den Kopf legen?“, fragte Kompany rhetorisch.

Kanes Treffer wurde wegen Handspiels abgepfiffen, nachdem der Ball seinen Arm bei einem Abwehrversuch von Blaswich berührt hatte. „Die Entscheidungen des Videobeweises sind manchmal fragwürdig“, äußerte sich Bayern-Torwart Sven Ulreich.

„Bei ganz eindeutigen Situationen ist das Eingreifen sinnvoll. Aber nicht bei einer Blockaktion, wo man darüber streiten kann, ob ein minimaler Kontakt mit der Hand vorlag. Er schießt den Ball aus einem Meter Entfernung an den Arm.“