Freiburger Sensation! Schafft der SC den Sprung in die Champions League?
Freiburg – Trainer Julian Schuster (41) konnte seine Emotionen kaum zurückhalten und Tränen liefen ihm über die Wangen, während die Anhänger schon Minuten vor dem Schlusspfiff auf einen Platzsturm vorbereitet waren: Nach dem Einzug ins Finale der Europa League war beim SC Freiburg die Begeisterung grenzenlos.
Die Breisgauer haben sich durch den 3:1-Sieg im Halbfinal-Rückspiel gegen den SC Braga nicht nur für das Endspiel am 20. Mai in Istanbul qualifiziert, sondern dürfen nun sogar von der Champions League träumen. Denn sollte der Tabellen-Siebte der Bundesliga den Titel gegen Aston Villa gewinnen, wäre Freiburg in der kommenden Saison tatsächlich in der Königsklasse vertreten.
Der Doppeltorschütze Lukas Kübler (33) äußerte sich unmittelbar nach dem Abpfiff bei RTL: „Wenn wir im Finale stehen, wollen wir den Pokal auch mit nach Hause nehmen.“ Matthias Ginter beschrieb die Stimmung so: „Der ganze Tag war unglaublich. Jetzt gilt es, den letzten Schritt zu machen. Das ist das wichtigste Spiel in der Geschichte des Vereins. Für Freiburg ist das etwas Einmaliges.“
Kapitän Vincenzo Grifo (33) zeigte sich zwar überglücklich, aber auch erschöpft: „Das ist einfach überwältigend. Diese Mannschaft, dieser Club und diese Stadt haben es so sehr verdient, im Finale zu stehen. Was wir in den letzten Jahren erreicht haben, ist beeindruckend. Wenn wir dürfen, wird gefeiert – die Nacht wird sicher kurz. Aber auch mit wenig Schlaf kann man am Sonntag Leistung bringen“, so der Spielmacher.
Am Sonntag um 15:30 Uhr steht für die Freiburger das nächste Bundesligaspiel beim HSV an. Bis dahin sollten die Feierlichkeiten überstanden sein. In den verbleibenden beiden Spielen der Saison darf sich der SC Freiburg keinen Durchhänger leisten, denn es geht noch um einen internationalen Startplatz.
Der Vorsprung auf Eintracht Frankfurt beträgt nur einen Zähler, auf den FC Augsburg sind es vier Punkte. Der aktuell siebte Tabellenplatz würde den Einzug in die Playoffs der Conference League sichern.
Mit einem Europa-League-Triumph würde Freiburg allerdings unabhängig von der Ligaplatzierung direkt für die Champions League qualifiziert sein. Im ungünstigsten Fall bliebe den Breisgauern aber auch ohne internationalen Wettbewerb am Saisonende nichts.
Nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel in Portugal gelang den Freiburgern am Donnerstagabend durch eine frühe Rote Karte gegen Bragas Mario Dorgeles (6. Minute) der Weg ins Endspiel. Nur 13 Minuten später erzielte Lukas Kübler das 1:0, kurz vor der Pause erhöhte Johan Manzambi auf 2:0 (41.). Kübler setzte mit seinem zweiten Treffer in der 72. Minute den Schlusspunkt zum 3:0. Das 3:1 der Portugiesen durch Pau Victor war letztlich nur noch Ergebniskosmetik.
Obwohl der SC zuhause in der Europa League schon sieben Mal siegreich war, ist es für den Klub fast etwas schade, das Finale in Istanbul austragen zu müssen. Doch das Match am Bosporus am 20. Mai wird für den Verein zweifellos das Highlight der Saison.
Trainer Julian Schuster hat mit einem Titelgewinn die Chance, sich unvergesslich zu machen. Selbst sein charismatischer Vorgänger Christian Streich (60) konnte in seinen 13 Jahren beim SC keinen Titel holen. Schuster betreut die Mannschaft seit 2024.
Die Tabelle der 1. Bundesliga
Die Bedeutung der Bundesliga-Tabelle ist folgende: Wer am Saisonende auf Rang 1 steht, wird Deutscher Meister. Die Mannschaften auf den Plätzen 17 und 18 steigen direkt in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte auf Platz 16 hat die Möglichkeit, in der Relegation den Verbleib in der Liga zu sichern. Dabei trifft der Klub auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.