Baku zur Vertragsauflösung von Sitznachbar Kampl bei RB: „Ich hoffe, dass es für ihn richtig ist!“
Almancil (Portugal) – Die bevorstehende Trennung von Kevin Kampl (35) bei RB Leipzig hat die ansonsten positive Atmosphäre im Trainingslager an der Algarve (wie TAG24 im Ticker berichtete) etwas getrübt. Nun äußerte sich auch sein Teamkollege Ridle Baku (27) dazu.
„Kevko war direkt neben mir im Flugzeug und im Mannschaftsbus, wir hatten viele Gespräche miteinander. Es ist emotional und gar nicht so leicht, das in Worte zu fassen, wenn man die Hintergründe kennt – der Fußball rückt dabei in den Hintergrund“, erklärte der Rechtsverteidiger über Kampl, der nach dem plötzlichen Tod seines Bruders Seki (†51) sowie der ernsten Erkrankung seines Vaters mehr Zeit mit seiner Familie verbringen möchte.
Baku ergänzte: „Ich wünsche ihm für seinen weiteren Weg alles Gute, egal wie es weitergeht. Am wichtigsten ist, dass er sich mit seiner Entscheidung wohlfühlt und es für ihn das Richtige ist.“
Der Abwehrspieler bereitet sich aktuell ohne Kampl in Portugal auf die zweite Hälfte der Bundesliga-Saison vor. Dort sprach er auch die aktuelle Verletzungsmisere um Benjamin Henrichs (28), Assan Ouedraogo (19), Ezechiel Banzuzi, Antonio Nusa (beide 20) und Johan Bakayoko (22) an, die seiner Meinung nach an den jüngsten 1:3-Niederlagen gegen Union Berlin und Bayer Leverkusen maßgeblich mitverantwortlich waren.
„Das hat uns wirklich Kraft gekostet. Ich hoffe, dass alle schnell wieder zurückkommen und fit sind, denn jetzt, wo es in die entscheidende Phase der Saison geht, brauchen wir jeden Einzelnen, um die nötige Qualität auf dem Platz zu haben“, so der gebürtige Mainzer.
Nach fast vier Jahren Pause wurde Baku für die Länderspiele im Herbst erneut in die deutsche Nationalmannschaft berufen und erzielte sogar beim 6:0-Erfolg gegen die Slowakei in Leipzig ein Tor.
Der 27-Jährige hofft nun, auch weiterhin zum Kader von Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) zu gehören: „Ich weiß, woran ich bin. Bei den letzten Maßnahmen war ich dabei. Für die Nationalmannschaft zählt immer die Leistung. Wir haben hier so viele Talente, jeder möchte zur WM fahren.“
Neben der Nationalmannschaft will Baku vor allem an seiner Offensivstärke arbeiten: „Das ein oder andere Tor würde mir guttun. Hier im Trainingslager habe ich auch schon ein paar Schüsse abgegeben – vielleicht klappt es ja gegen St. Pauli“, sagte er mit Blick auf das kommende Spiel am Millerntor (Samstag, 15.30 Uhr/Sky).
Mit einem Sieg soll dort der nächste Schritt in Richtung Champions-League-Qualifikation gemacht werden. Nach einem Jahr ohne internationale Auftritte ist dies das große Ziel für die gesamte RB-Mannschaft.