12 Tickets storniert! AfD-Vorsitzender Chrupalla darf wohl nicht zum Bundesliga-Highlight
Von Jörg Ratzsch
Leipzig – Laut Angaben des AfD-Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla (50) hat RB Leipzig VIP-Tickets, die über eine dritte Person für ihn und mehrere Unternehmer aus Sachsen gebucht wurden, für das Bundesliga-Spitzenspiel gegen den FC Bayern am Samstag storniert.
Auf Nachfrage erklärte der Verein: „Wir bitten um Verständnis, dass wir aus Datenschutzgründen keine Auskünfte zu individuellen Ticketbuchungen geben können.“
Darüber hinaus betonte der Club, dass Chrupalla weder aktuell noch in der Vergangenheit jemals Tickets direkt bei RB Leipzig bestellt habe.
Der AfD-Chef gab an, die Karten nicht persönlich reserviert zu haben. Ein ihm bekannter Spielerberater habe im Dezember zwölf Tickets sowie einen VIP-Raum auf der Gegengeraden des Leipziger Stadions arrangiert – als Geburtstagsgeschenk für einen befreundeten Unternehmer.
Am 10. Januar wurden die Tickets von diesem Bekannten an ihn übergeben, woraufhin Chrupalla die Karten in der RB-App auf sein Smartphone geladen habe. Die dpa konnte eine Rechnung sowie Screenshots der Handyansicht einsehen.
Das Bundeskriminalamt, dessen Personenschützer Chrupalla bei öffentlichen Auftritten begleiten, hatte sich wie üblich über die örtlichen Gegebenheiten beim Verein informiert. RB Leipzig bestätigte dies auf Nachfrage nicht und verwies bei Fragen zum BKA an die zuständige Behörde. „Kurz darauf erfolgte sofort die Stornierung“, berichtete Chrupalla. Die Tickets verschwanden daraufhin aus der Handy-App. Er bezeichnete den Vorgang als Skandal.
Nach Angaben des AfD-Vorsitzenden erhielt derjenige, der die Tickets organisiert hatte, eine Nachricht vom Club, in der von einer „ärgerlichen Doppelbuchung“ die Rede war und die Rückabwicklung der zwölf VIP-Karten verlangt wurde.
RB Leipzig verwies zusätzlich zu dem Hinweis auf den Datenschutz nur allgemein auf folgende Situation: „Bei besonders stark nachgefragten Heimspielen – wie dem kommenden gegen den FC Bayern – kann es in unseren VIP-Bereichen zu Überbuchungen und daraus resultierenden Stornierungen kommen.“
Bei mehr als einer Million Besuchern pro Saison lasse sich ein Fehler im Ticketsystem, der gemäß den Allgemeinen Geschäftsbedingungen umgehend korrigiert werde, nicht vollständig ausschließen.