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Kein Statement zum Anti-RB-Beschluss in Halle – Folgt Chemie Leipzig dem Beispiel?

Von Gerald Fritsche

Halle/Leipzig – RB Leipzig sieht keinen Anlass, den bei Regionalligist Hallescher FC gefassten Beschluss zum vollständigen Kontaktabbruch mit den Sachsen zu kommentieren. Auf eine Anfrage reagierten die Leipziger nicht.

Wie aus dem Protokoll der Mitgliederversammlung hervorgeht, wurde der Antrag zur bewussten Distanzierung gegenüber RB am Sonntag beim Viertligisten aus Sachsen-Anhalt unter großem Beifall angenommen.

Dieser Beschluss schließt unter anderem den Verzicht auf sportliche Zusammenarbeit wie Testspiele, Einladungsturniere oder gemeinsame Trainingseinheiten ein. Ziel sei es, die eigenständige Identität des Halleschen FC klar zu schützen.

Dass die vom österreichischen Unternehmen Red Bull unterstützten Leipziger bei traditionellen Vereinen im Osten unbeliebt sind, ist keine neue Erkenntnis.

So haben Mitglieder von Rot-Weiß Erfurt und Erzgebirge Aue bereits dafür gesorgt, dass geplante Testspiele nicht stattfinden konnten oder nur heimlich und ohne Publikum ausgetragen wurden.

Anhänger anderer Klubs, etwa vom Bundesliga-Konkurrenten 1. FC Union Berlin, äußern bei Spielen gegen Leipzig meist zu Beginn der Begegnungen minutenlange Schweigeminuten oder verzichten komplett auf die Auswärtsfahrt nach Leipzig. Die Ultras von Dynamo Dresden brachten ihren Unmut einmal durch die Präsentation eines abgetrennten Bullenkopfes vor einem DFB-Pokalspiel gegen RB zum Ausdruck. Ein generelles Kontaktverbot über Pflichtspiele hinaus in dieser Form ist bislang jedoch nicht bekannt.

Zwischen Halle und Leipzig gab es bisher durchaus Verbindungen: Spieler wie Fabrice Hartmann, Joscha Wosz, Felix Beiersdorf sowie Torhüter Tim Schreiber wechselten die Landesgrenze oder wurden ausgeliehen.

Erst vor einigen Wochen hatte der HFC bei den Leipzigern angefragt, ob sie ihre beheizbaren Trainingsplätze nutzen könnten, da die eigenen Rasenflächen bei Frost unbespielbar waren. RB gab hierfür grünes Licht.

Beim RB-Lokalrivalen Chemie Leipzig liegt momentan keine Mitgliederinitiative vor, die einen ähnlichen Beschluss wie in Halle anstrebt, teilte der Regionalligist auf Nachfrage mit.

Tabelle 1. Bundesliga

Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Der Verein, der am Saisonende den ersten Platz belegt, wird Deutscher Meister. Die Mannschaften auf den Plätzen 17 und 18 steigen in die 2. Bundesliga ab. Das Team auf Rang 16 erhält die Möglichkeit, in der sogenannten Relegation den Klassenerhalt zu sichern. Dort trifft es auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.