Fast alle Fans der Top-Liga sind sich einig: So zerstört der VAR den Fußball
London (England) – Die Zahlen sprechen eine klare Sprache! Vor sieben Jahren wurde der Video Assistant Referee (VAR) in der englischen Premier League eingeführt, doch bis heute sorgt das technische Hilfsmittel nicht nur auf der Insel für kontroverse Debatten unter den Fans. Eine aktuelle Studie verdeutlicht, dass die Mehrheit der britischen Fußballanhänger dem VAR nach wie vor kritisch gegenübersteht. Besonders in einem Punkt herrscht unter den Zuschauern fast Einigkeit.
Mehr als 91 Prozent der Premier-League-Fans sind der Meinung, dass die VAR-Technologie dem Fußball die ungefilterte Freude beim Jubeln über Tore genommen hat, wie eine Umfrage der Football Supporters' Association (FSA) zeigt. Lediglich 3,3 Prozent empfinden das Stadionerlebnis durch den Einsatz der Technik als verbessert.
Etwas weniger deutlich fällt die Ablehnung hinsichtlich der generellen Nutzung aus: Rund 75,7 Prozent der Befragten sprechen sich demnach komplett gegen das aktuelle System aus.
Im Rahmen der Untersuchung wurden zwischen Februar und März 2026 knapp 8000 Anhänger der englischen Eliteklasse befragt. Von ihnen hatten etwa 6000 bereits in dieser Saison eine VAR-Entscheidung live im Stadion erlebt. Rund die Hälfte besucht pro Saison mindestens 15 Heimspiele.
86 Prozent der Teilnehmer zeigen sich zudem besorgt, dass in Zukunft noch mehr Schiedsrichterentscheidungen durch den Video-Assistenten getroffen werden könnten.
Dabei lehnen die britischen Fans technische Hilfsmittel nicht grundsätzlich ab: So sprechen sich 93 Prozent für den Erhalt der Torlinientechnologie aus, 58 Prozent begrüßen die seit Kurzem eingeführten Stadionansagen der Referees, und immerhin 47,2 Prozent unterstützen die Einführung eines Challenge-Systems, um die Anzahl der VAR-Entscheidungen einzuschränken.
Die Fanorganisation hat ihre Ergebnisse sowohl an die Liga als auch an die englische Schiedsrichtervereinigung (PGMO) weitergeleitet.
Bedeutet das das Aus für den VAR auf der Insel? Vermutlich nicht. Sowohl die Premier League als auch die PGMO betonten in ihren Stellungnahmen den weiterhin großen Mehrwert des Systems.
„Der VAR sorgt für mehr korrekte Entscheidungen. In den letzten Spielzeiten gab es pro Saison ungefähr 100 Fälle, in denen der VAR eine Entscheidung richtig korrigiert hat“, erklärte ein Sprecher der Premier League.
Zwar erkenne man die Bedeutung schneller und klarer Abläufe für das Stadionerlebnis der Fans an und arbeite aktiv an Verbesserungen, doch eigene Umfragen hätten ergeben, dass eine Mehrheit der Zuschauer den VAR beibehalten wolle.
Die FSA wies allerdings darauf hin, dass die Liga keine Angaben dazu mache, wie viele Personen befragt wurden und wie die Stichprobe zusammengesetzt ist.