Gewalttätige Ausschreitungen von Magdeburger Hooligans: Polizei ermittelt nun wegen versuchten Mordes
Magdeburg – Eigentlich sollte es ein Fußballfest werden, doch nach Abpfiff rückte das Spielgeschehen deutlich in den Hintergrund. Am Samstagabend kam es abseits des Spielfelds, wo das Zweitliga-Topspiel zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden stattfand, zu brutalen Auseinandersetzungen zwischen Magdeburger Anhängern und der Polizei. Die Ermittlungen der Behörden umfassen nun drei Fälle von versuchtem Mord.
Im Zuge der heftigen Krawalle während des Spitzenspiels wurden insgesamt 70 Einsatzkräfte verletzt, davon mussten 17 aufgrund schwerer Verletzungen stationär im Krankenhaus behandelt werden, berichtete Pressesprecher Stefan Brodtrück gegenüber TAG24. Die Ermittlungen laufen derzeit wegen schwerem Landfriedensbruch, Raubdelikten und Sachbeschädigungen.
Bereits zu Beginn des Spieltags entdeckten die Polizeikräfte eine Sicherheitskamera, die mutmaßlich von Heimfans mit Klebeband abgedeckt worden war. Nach Angaben der Polizei deutet dies darauf hin, dass die Fans die Konfrontation bewusst gesucht haben.
Die gewalttätigen Vorfälle ereigneten sich während der Halbzeitpause hinter dem Heimblock „U“. Dort griffen rund 250 Magdeburger Anhänger die Polizei an, wie die Behörden mitteilten.
Bei den Angriffen sollen die Fans unter anderem Gullydeckel, Toiletten, Gehwegplatten und Steine als Wurfgeschosse verwendet haben.
Schon in der Nacht von Freitag auf Samstag hatten sich offenbar Anhänger des 1. FC Magdeburg und Dynamo-Fans zu einer Schlägerei verabredet. Laut Polizei plante eine Gruppe von etwa 50 Magdeburgern und 90 Dresdenern ein Treffen im Bereich Schönebeck.
Die Einsatzkräfte konnten dieses Aufeinandertreffen verhindern, was nach Angaben der Polizei als Auslöser für die Gewaltbereitschaft der heimischen Fans am Spieltag gilt. Die Polizeiinspektion hat inzwischen ein Hinweisportal eingerichtet, um Zeugenaussagen entgegenzunehmen.
Die Polizeigewerkschaft fordert nun strenge Sanktionen gegen den 1. FC Magdeburg und bringt auch Geisterspiele als mögliche Maßnahme ins Gespräch. Die Ermittlungen dauern weiterhin an.