„War nicht einmal im Stadion“: Wollitz kritisiert Brandenburgs Sportminister scharf
Cottbus – Zwischen diesen Herren scheint es keine Annäherung zu geben! Bei der Pressekonferenz vor dem bevorstehenden Spitzenspiel gegen den SC Verl (Samstag, 16.30 Uhr) ließ Cottbus’ Stimme Pele Wollitz kein gutes Haar an der Landesregierung Brandenburgs.
„Es ist einfach beschämend, wie mit diesem Standort, diesem Verein, den Fans, den Mitgliedern und Sponsoren umgegangen wird“, schleuderte Wollitz eine scharfe Kritik in Richtung Ministerpräsident Dietmar Woidke (64) und Sportminister Steffen Freiberg (44).
Der Grund für Wollitz’ Unmut sind die bereits zugesagten, aber noch nicht ausgezahlten Mittel zur Instandsetzung des Stadions.
Vor fast genau einem Jahr kündigte die brandenburgische Regierung – nur wenige Tage vor der Bundestagswahl – eine Soforthilfe von zwei Millionen Euro für den größten Sportverein im Land an.
Bis heute blieb dies jedoch nur ein Lippenbekenntnis, was Wollitz zur Weißglut treibt: „Das ist peinlich, abstoßend und völlig inakzeptabel, wie mit diesem Verein umgegangen wird. [...] Jeder professionelle Fußballclub, egal wo, müsste diese Unterstützung erhalten.“
Hinzu kommt, dass die Spitzenpolitiker zu wichtigen Ereignissen in Cottbus nicht erscheinen. „Und der Sportminister, oder wie auch immer er sich nennt, gesteht: ‘Ich war nicht einmal im Stadion.’ Das ist noch peinlicher – was für eine Aufgabe hat der eigentlich?“, echauffierte sich Wollitz.
Auch Ministerpräsident Dietmar Woidke, der in Forst wohnt, ließ den 60. Vereinsgeburtstag von Cottbus Ende Januar unbesucht.
Immerhin zeigt die Stadt Cottbus Engagement: Am kommenden Montag starten die Bauarbeiten am städtischen Trainingsgelände an der Parzellenstraße.
Der Platz wird komplett erneuert, wobei besonders die Bewässerungs- und Entwässerungssysteme modernisiert werden. Ende Mai soll zudem neuer Rasen ausgesät werden, damit ab August wieder dort trainiert werden kann.
Die derzeitige Situation zwingt den Drittligisten jedoch kurzfristig zur Improvisation für den Saisonendspurt. Wollitz erklärt: „Ab nächster Woche sind wir in ganz Cottbus unterwegs. Das hat nichts mehr mit Profifußball zu tun.“
Nach Informationen von TAG24 wird das Team unter anderem auf den Sportanlagen des VfB Cottbus und des SV Dissenchen ausweichen, um den stark beschädigten Rasen des vereinseigenen Trainingsplatzes Eliaspark zu schonen.
Wollitz macht deutlich: „Der Eliaspark ist kaputt, der ist erledigt.“
Gerade deshalb wäre die Unterstützung durch das Land Brandenburg jetzt wichtiger denn je. Abschließend sagt Wollitz: „Es kommt überhaupt nichts – keine Anerkennung, kein Respekt, keine Hilfe. [...] Irgendwann werde ich weg sein, aber der Verein sollte eigentlich weiterbestehen.“