Lord-Patzer, Pepics Traumtor und Malone-Rot: Dotchevs Ulm fertigt Aue ab
Aue – Die Rückkehrer Pavel Dotchev und Mirnes Pepic sorgen mit ihrem SSV Ulm für eine Überraschung gegen den FC Erzgebirge Aue! Die Gastgeber erlebten einen höchst enttäuschenden Samstagnachmittag, geprägt von einem folgenschweren Fehler des Torwarts, einer unnötigen roten Karte sowie einem sensationellen Treffer von Pepic. Vor 6838 Zuschauern endete das Spiel mit einem ernüchternden 0:3 (0:0).
Nach der ersten Halbzeit war dieses Ergebnis kaum vorhersehbar, denn zu diesem Zeitpunkt dominierten die Veilchen die Partie. Eric Uhlmann schickte Günther-Schmidt bereits in der 7. Minute tief, doch Ulms Torwart Max Schmitt konnte den Ball nicht entscheidend klären. Günther-Schmidt versuchte nachzusetzen, doch Marcel Seegert kam von der Seite und grätschte zunächst am Ball vorbei, traf jedoch unglücklich seinen Gegenspieler – mit gravierenden Konsequenzen.
Nur zwölf Minuten später war für Günther-Schmidt das Spiel vorzeitig beendet, und Trainer Jens Härtel war wie schon in Rostock gezwungen, früh aus verletzungsbedingten Gründen zu wechseln.
Kaum war der Wechsel vollzogen, bot sich Marcel Bär in der 13. Minute die Chance, doch erneut konnte Seegert in letzter Sekunde den Ball weggrätschen. Die Gastgeber agierten zurückhaltend und abwartend. Aue bestimmte das Geschehen, gewann klar mehr Zweikämpfe und hatte auch deutlich mehr Ballbesitz. Allerdings fehlte der präzise letzte Pass oder der Laufweg stimmte nicht.
Wenn die Gäste mal gefährlich wurden, dann meist nach einem schnellen Umschaltspiel. So hatte Niklas Kölle in der 34. Minute die Führung auf dem Fuß, schoss den Ball aber links am Tor vorbei.
Nur eine Minute später vergab Max Brandt die nächste Chance, doch bei der anschließenden Aktion war Torwart Pascal Fallmann aufmerksam, unterbrach den kurzen Spielzug und leitete einen Konter ein. Mika Clausen lief alleine auf Schmitt zu, setzte den Ball jedoch knapp rechts am Tor vorbei.
Dass es zur Pause noch 0:0 stand, lag vor allem an eigenen Fehlern von Aue. Die altbekannte Schwäche zeigte sich: vorne wurden Chancen nicht genutzt, hinten machte man es den Gegnern zu leicht. Mit viel Elan kam Ulm aus der Kabine, erkämpfte sich früh eine Ecke und dort führte Louis Lord einen folgenschweren Patzer herbei. Eine eigentlich ungefährliche Flanke von Pepic rutschte ihm durch die Hände, sodass Seegert (48.) nur noch zum 0:1 abstauben musste.
In den folgenden Minuten verlor Aue völlig die Orientierung, was der Tabellenvorletzte eiskalt ausnutzte. Pepic (54.), ganz frei in der Mitte, zog aus 17 Metern einfach mal ab und versenkte den Ball halbhoch im linken Winkel – 0:2. Innerhalb von nur zehn Minuten war die Partie entschieden.
Von nun an lief bei Aue kaum noch etwas zusammen. Pässe kamen nicht mehr an, im Zweikampf waren sie nicht mehr so präsent wie vor der Pause.
Ryan Malone, der als Kapitän die Binde trug, wollte vermutlich an der Mittellinie ein Zeichen setzen – vielleicht war es aber auch schon der aufkommende Frust. Wie dem auch sei, es war ein Eigentor. Mit beiden gestreckten Beinen foult er Pepic und sah dafür die rote Karte. In Unterzahl war es unmöglich, die Niederlage abzuwenden. Den Schlusspunkt setzte Elias Löder (90.) mit dem dritten Tor der Spatzen.