Kaum nach 6 Uhr morgens gibt der BVB bekannt: Niklas Süle beendet seine Karriere mit nur 30 Jahren
Dortmund – In den frühen Morgenstunden, kurz nach 6 Uhr, informierte der BVB offiziell über das Karriereende des ehemaligen Nationalspielers Niklas Süle (30). Der Innenverteidiger wird seine aktive Laufbahn nach dieser Saison beenden.
„Ich möchte bekanntgeben, dass ich im Sommer meine Karriere beenden werde“, erklärte Süle zuvor in der aktuellen Ausgabe des Podcasts „Spielmacher“.
Diese Entscheidung entstand nach seiner Knieverletzung am 30. Spieltag während des Auswärtsspiels bei der TSG Hoffenheim. „Was ich gefühlt habe, als unser Mannschaftsarzt in der Kabine in Hoffenheim den Schubladentest durchführte (ein Verfahren, um einen möglichen Kreuzbandriss zu erkennen, Anm. d. Red.), der Physiotherapeut zusah und beide den Kopf schüttelten, und der Physio den Test ebenfalls machte, ohne einen Anschlag zu spüren, da bin ich in die Dusche gegangen und habe zehn Minuten lang geweint. In diesem Moment dachte ich wirklich: ‚Das ist gerissen‘“, schildert Süle.
Als am nächsten Tag bei einer MRT-Untersuchung festgestellt wurde, dass kein Kreuzbandriss vorliegt, wurde ihm dennoch klar, dass seine Laufbahn zu Ende geht.
„Ich konnte mir nichts Schlimmeres vorstellen, als mich eigentlich auf die Zeit nach der Karriere zu freuen – frei zu sein, in den Urlaub zu fahren, Zeit mit meinen Kindern zu verbringen – und dann doch meinen dritten Kreuzbandriss verarbeiten zu müssen“, so Süle weiter.
Bislang kommt Niklas Süle auf insgesamt 299 Bundesligaeinsätze, davon 77 für den BVB. Zudem stand er 114-mal in der Bundesliga für den FC Bayern München und 106-mal für die TSG Hoffenheim auf dem Platz.
Ob der ehemalige Nationalspieler in den verbleibenden zwei Spielen noch für den BVB zum Einsatz kommt, bleibt offen. „Im besten Fall bekomme ich noch mal zehn Sekunden oder eine Minute, oder wenn Niko Kovač möchte, auch fünf – das kriege ich hin. Wichtig ist, dass ich reinspringe und mein 300. Bundesligaspiel vor 80.000 Zuschauern und meinen Liebsten bestreiten darf“, sagt er.
Seit seiner Knieverletzung am 18. April, bei der 1:2-Auswärtsniederlage in Sinsheim, stand der Verteidiger nicht mehr im Kader von Borussia Dortmund. Schon damals war bekannt, dass sein Vertrag beim BVB nicht verlängert wird.
Im Sommer 2022 wechselte der 30-Jährige vom FC Bayern nach Westfalen. In seiner ersten Saison verpasste er die deutsche Meisterschaft nur knapp am letzten Spieltag durch eine Niederlage gegen den 1. FSV Mainz 05. In der darauffolgenden Spielzeit erreichte seine Mannschaft das Finale der Champions League.
„Wenn ich auf meine vier Jahre in Dortmund zurückblicke, gab es viele Momente, die mir Freude bereitet haben. Das Gespräch in der Kabine, das Stadion – wir reden hier von 80.000 Zuschauern. Die Fans haben mich immer herzlich aufgenommen. Diese Zeit werde ich sehr vermissen. Wie wohl ich mich hier gefühlt habe. Schon am ersten Tag habe ich gespürt, wie offen, herzlich und ehrlich die Menschen in Dortmund sind. Das hat mich tief verbunden. Meine Kinder gehen hier in die Kita. Es fällt uns wirklich schwer, hier wegzugehen“, erzählt er mit Wehmut.
Insgesamt stand Süle 49-mal für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Feld, nahm an den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 sowie an der Europameisterschaft 2021 teil. Während seiner Karriere gab es immer wieder Diskussionen über seinen Fitnessstand und seine Ernährung, was Süle nach seinem Rücktritt mit Sicherheit nicht vermissen wird.
Wohin es den Abwehrspieler privat ziehen wird, ist bisher nicht bekannt.