Erneute Niederlage für den FC, Kwasniok unter Druck: Warum kam El Mala erst in der 66. Minute?
Von Christian Kunz
Augsburg – Die Enttäuschung beim 1. FC Köln nach der Pleite beim FC Augsburg war auf der Rückfahrt in der Nacht deutlich spürbar. „Wir sind natürlich enttäuscht“, erklärte Trainer Lukas Kwasniok und versuchte trotz der 0:2-Niederlage den Fokus auf die kommenden Aufgaben zu richten.
„Nächste Woche steht das Spiel gegen Dortmund an, da haben wir nichts zu verlieren. Irgendwann müssen wir gegen einen der Top-Clubs punkten, auch wenn uns das bislang noch selten gelungen ist. Gerade nicht an einem Samstagabend, aber irgendwann gibt es immer ein erstes Mal.“ Das Ziel sei es, „den Fluch zu durchbrechen“.
Für die Augsburger war der 2:0-Erfolg (0:0) im 500. Spiel in der Bundesliga der 150. Sieg – zugleich eine Verschärfung der Probleme beim FC. „Das Spiel war kein Vergnügen für die Zuschauer, eher ein typisches Freitagabend-0:0“, kommentierte der FC-Trainer. „Der Druck auf uns steigt jetzt ganz klar – das ist logisch.“
Die Rheinländer verbuchten in den letzten 15 Partien lediglich zwei Siege. Nun soll gegen Borussia Dortmund die Negativserie beendet werden.
„Man sieht, dass gerade die Teams am Tabellenende gegen die Großen gewinnen können. Und genau das müssen wir jetzt auch schaffen: in den entscheidenden Spielen und Wochen Punkte holen“, betonte Mittelfeldspieler Tom Krauß.
„Die anderen Mannschaften im unteren Bereich schlafen nicht, sie sammeln ihre Punkte. Wir haben heute versagt und müssen daher nächste Woche unbedingt liefern.“
Kwasniok bezeichnete die aktuelle Lage als „anspruchsvoll“. Die späte Einwechslung von Starspieler Said El Mala in der 66. Minute rechtfertigte der Coach nachvollziehbar.
„Alles andere wäre unverantwortlich gewesen. Eine halbe Stunde war das Maximum“, erläuterte Kwasniok. „Er hat diese Woche kaum trainiert und keinen Sprint absolviert.“ Er sei froh gewesen, dass der Offensivspieler überhaupt einsatzbereit war.
Während die Augsburger mit jetzt 31 Punkten in der Tabelle erst einmal durchatmen können, bleibt die Situation für den FC mit nur 24 Zählern angespannt.
„Wir haben zu Saisonbeginn gute Leistungen gezeigt und Spiele gewonnen, die uns weiterhin ermöglichen, über dem Strich zu stehen“, so Kwasniok.
„Aber wir sind keine Leute, die mit Scheuklappen durchs Leben gehen. Wir wissen genau, dass wir künftig gewinnen müssen – und diese Überzeugung trage ich in mir.“
Tabelle der 1. Bundesliga
Die Bundesliga-Tabelle hat folgende Bedeutung: Das Team, das am Saisonende auf Platz 1 steht, wird Deutscher Meister. Die Mannschaften auf den Plätzen 17 und 18 steigen in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte, also Rang 16, darf in der Relegation um den Klassenerhalt kämpfen. Dort trifft er auf den Drittplatzierten der 2. Bundesliga.