Ermüdete Hertha erleidet Heimniederlage gegen Hannover und Rückschlag im Kampf um den Aufstieg
Berlin – Schwerer Rückschlag im Aufstiegsrennen: Hertha BSC verlor durch eine 2:3 (0:2)-Niederlage gegen den direkten Rivalen Hannover 96 wichtige Punkte auf dem Weg zurück in die Bundesliga.
Die Erschöpfung nach dem kräftezehrenden Pokal-Aus machte sich bei den Berlinern besonders in der ersten Halbzeit deutlich bemerkbar. Im Gegensatz dazu wirkten die Hannoveraner, die unter der Woche pausieren konnten, deutlich frischer.
Bereits früh setzte es vor rund 42.000 Fans im Berliner Olympiastadion einen herben Dämpfer: Nach einem cleveren Freistoß-Trick gingen die Gäste schon in der achten Minute in Führung.
Maurice Neubauer und Enzo Leopold täuschten zweimal den Anlauf an, bevor Letzterer den Standard ausführte und den Ball zum Fünfmeterraum brachte. Dort entwischte Boris Tomiak seinem Gegenspieler Luca Schuler und konnte zum 0:1 einnetzen.
Dieser Treffer war ein echter Nackenschlag, der die Taktik von Trainer Stefan Leitl – der aufgrund der Sperre des Chefcoachs dieses Mal von Andre Mijatovic unterstützt wurde – völlig über den Haufen warf. Die Niedersachsen kontrollierten fortan das Spielgeschehen, ließen den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren und bestimmten das Tempo.
Rund eine halbe Stunde später legte der Gast nach: Benjamin Källmann krönte eine gelungene Kombination von Noel Aseko und Daisuke Yokota mit dem 0:2.
Hertha hatte in der 39. Minute Glück, dass ein Kopfball des Finnen nach einer Ecke knapp am linken Pfosten vorbeiging – andernfalls hätte Hannover mit einer noch höheren Führung in die Pause gehen können. Chancen für die Berliner waren im ersten Durchgang Mangelware.
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Hausherren deutlich präsenter. Offenbar fanden die Worte von Stefan Leitl in der Kabine die gewünschte Wirkung. Die verstärkte Offensive zeigte schnell Wirkung.
Nach einer Ecke entschied Schiedsrichter Lars Erbst auf Elfmeter, nachdem Aseko im Zweikampf Linus Gechter ungeschickt zu Fall gebracht hatte. Fabian Reese ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte den Strafstoß in der 53. Minute souverän unten links, während Hannover-Torwart Nahuel Noll in die andere Ecke sprang.
Auf der anderen Seite hielt Torhüter Timo Ernst seine Mannschaft mit starken Paraden gegen Schüsse von Elias Saad und Kolja Oudenne im Spiel. Die Gäste nahmen wieder das Heft in die Hand – die Berliner Angriffsbemühungen waren nur von kurzer Dauer. Als Joker Noah Weißhaupt den alten Zwei-Tore-Abstand in der 71. Minute wiederherstellte, war die Partie für Hertha endgültig gelaufen. Der späte Anschlusstreffer durch Julian Eitschberger in der Nachspielzeit kam zu spät.
Mit diesem Erfolg klettert Hannover 96 vorübergehend auf den zweiten Tabellenplatz und liegt nun mit sieben Punkten Vorsprung vor Hertha BSC auf einem direkten Aufstiegsrang.
2. Bundesliga, 22. Spieltag
Hertha BSC - Hannover 96 2:3 (0:2)
Hertha BSC Aufstellung: T. Ernst – Eitschberger, Gechter, Marton Dardai, Karbownik – Klemens (46. Dudziak), Seguin – Brekalo (68. Winkler), Cuisance (82. K. Sessa), Reese (89. Mamuzah Lum) – Schuler (46. Grönning)
Hannover 96 Aufstellung: Noll – Ghita, Tomiak, Okon (75. Blank) – Neubauer, Leopold, Oudenne (84. S. T. Thórdarson) – Yokota (69. Weißhaupt), Aseko Nkili (84. Taibi), Saad (83. Kokolo) – Källmann
Schiedsrichter: Lars Erbst (Gerlingen)
Zuschauerzahl: 41.788
Tore: 0:1 Tomiak (8.), 0:2 Källmann (29.), 1:2 Reese (53./Elfmeter), 1:3 Weißhaupt (71.), 2:3 Eitschberger (90.+2)
Gelbe Karte: Brekalo (1) / keine
2. Bundesliga Tabelle
Die Platzierung in der 2. Bundesliga hat folgende Bedeutung: Der Tabellenführer am Saisonende wird Meister der zweiten Liga und steigt direkt in die 1. Bundesliga auf – ebenso der Zweitplatzierte. Der Drittplatzierte spielt in der Relegation gegen den Drittletzten der Bundesliga um den Verbleib oder Aufstieg in der höchsten deutschen Spielklasse.