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Warum Cuisance das Hertha-Wunderkind ermahnt: „Ich habe viele Fehler gemacht“

Lagos (Portugal) – Er weiß genau, wovon er spricht. Bereits mit gerade einmal 18 Jahren und 31 Tagen gab Michaël Cuisance (26) sein Debüt in der Bundesliga. Die Erwartungen an den Franzosen waren enorm – ähnlich wie bei Kennet Eichhorn (16). Das Hertha-Talent hat sich bereits in die Beobachtungslisten zahlreicher Top-Klubs gespielt.

„Was Kenny aktuell zeigt, ist herausragend“, lobt Cuisance den erst 16-Jährigen während einer Medienrunde am Rande des Trainingslagers, bei dem auch TAG24 anwesend war. „Es ist jedoch schwierig, diese Leistung konstant zu wiederholen. Das habe ich selbst erfahren. Man ist jung, macht alles instinktiv, und es läuft einfach. Im zweiten Jahr wird es schwerer, weil man die Performance bestätigen muss. Das wird für Kenny die Herausforderung sein.“

Er weiß nur zu gut, wie schnell der Aufstieg, aber auch der Abstieg erfolgen kann. Nur zwei Jahre nach seinem Bundesliga-Einstand wechselte er zum renommierten FC Bayern, fiel dort jedoch eher durch Fehltritte als durch sportliche Leistungen auf. In seiner Bilanz stehen lediglich 13 Einsätze. Auch in Frankreich und Italien konnte er nicht überzeugend sein und wurde als Problemspieler abgestempelt.

Doch der 26-Jährige befürchtet nicht, dass der Teenager einen ähnlichen Weg einschlägt. „Kenny ist ein sehr verantwortungsbewusster Junge. Er arbeitet fleißig und hat ein stabiles familiäres Umfeld – das hilft ihm sehr.“

Trotzdem müsse auch er seinen eigenen Weg finden. „Er muss erwachsen werden. Ich selbst habe viele Fehler gemacht und bin zwar nicht der perfekte Mika, aber ich bin stolz darauf, was ich aus mir gemacht habe.“

Bei Hertha BSC zeigt sich von einem Problemprofi bei Cuisance nichts. Ganz im Gegenteil: Mit zwei Toren und vier Vorlagen ist er einer der Leistungsträger – auch dank der Unterstützung von Eichhorn. Musste er zu Saisonbeginn noch als defensiver Mittelfeldspieler aushelfen, steht der technisch versierte Spieler inzwischen wieder auf seiner Lieblingsposition im offensiven Mittelfeld.

„Auf der Zehn habe ich mehr Freiheiten. Ich kann mehr dribbeln und das Team besser unterstützen. Das ist für mich und für die Mannschaft vorteilhafter.“

Mit Hertha hat Cuisance noch einiges vor: Sein Ziel ist es, zurück in die Bundesliga zu gelangen. Aus diesem Grund verlängerte er Ende der vergangenen Saison seinen Vertrag. „Ich bin hier sehr glücklich.“

Sollte der Aufstieg den Berlinern allerdings auch im dritten Jahr verwehrt bleiben, dürften Angebote aufgrund seiner starken Leistungen nicht ausbleiben.

„Wenn es nicht klappt, werden wir sprechen“, erklärt Cuisance. Doch seine volle Konzentration gilt derzeit der Alten Dame: „Ich möchte mit Hertha und diesem Team etwas erreichen. Wir geben alles, was wir können – dieses Jahr oder nächstes. Wenn unsere Zeit gekommen ist, dann wird sie auch kommen.“