Sammer zeigt nach Neuer-Entscheidung klare Kante: Baumann tut ihm „überhaupt nicht“ leid
Frankfurt am Main – Kurz vor der WM sorgt Julian Nagelsmann (38) offenbar für eine überraschende Torwart-Entscheidung: Statt Oliver Baumann (35) nominiert der Bundestrainer den eigentlich zurückgetretenen Manuel Neuer (40) als Nummer eins für die USA-Reise. Während die Art und Weise dieser Entscheidung vor allem in ganz Deutschland viel Kritik hervorruft, unterstützt Matthias Sammer (58) den Bundestrainer vehement.
Der BVB-Berater betonte im Gespräch bei „Sammer & Basile – der Hagedorn-Talk“, dass die Situation aufgrund der sehr späten Zusage von Neuer, doch noch zur Verfügung zu stehen, außergewöhnlich sei.
Für Sammer jedoch sei die Entscheidung zugunsten von Neuer absolut nachvollziehbar und zwingend notwendig, denn das Ziel müsse sein, aktuell den besten deutschen Torwart im Kader zu haben – und das sei nun mal Manuel Neuer.
Dabei spielte der 58-Jährige keine Rolle, unter welchen Umständen der Bayern-Schlussmann schließlich nominiert wurde.
Als Baumann am Wochenende auf einen Medienbericht angesprochen wurde, wonach Nagelsmann Neuer als Nummer eins bevorzugt, zeigte sich der Hoffenheim-Keeper überrascht und verwies auf die vorherige Zusage des Bundestrainers, ihn als Stammtorwart mitzunehmen.
„Aber mal ehrlich: Sind wir hier bei einer Kaffeefahrt oder sprechen wir vom Spitzensport, in dem solche harten Entscheidungen manchmal auf Außenstehende absurd wirken?“, kommentierte Sammer die Lage mit deutlichen Worten.
Auf die Frage, ob ihm Baumann nun leidtue, antwortete der Europameister von 1996 knapp: „Überhaupt nicht.“
Baumann habe – im Gegensatz zu seinem verletzten Konkurrenten Marc-André ter Stegen (34) – die Möglichkeit gehabt, sich sportlich für das Turnier zu qualifizieren.
„Vielleicht mag das ungerecht sein, aber so ist das Schicksal. Und gerade für Torhüter gibt es noch weniger Plätze als für Feldspieler. Deshalb empfinde ich kein Mitleid, sondern sehe die Sache so: Deutschland muss die bestmögliche Entscheidung treffen“, fasste Sammer zusammen. „Wenn das Neuer ist, gratuliere ich ihm. Wenn es jemand anderes ist, gratuliere ich dem. Doch momentan ist der Beste Manuel Neuer.“
Der 58-Jährige erwartet keinerlei Beschwerden darüber – auch nicht von Seiten der Nationalspieler.
„So läuft das nun mal im Leben. Leistungssport ist nicht nur Honig, Milch und Schokolade. Die Spieler müssen nicht nur reden, sie werden auch knallhart bezahlt“, stellte Sammer klar.
„Wer weint, soll eben nach Hause fahren. Das hat keinen Zweck“, fügte er hinzu und machte deutlich: „Das mag vielleicht unfair sein. Aber wer sagt denn, dass das Leben immer gerecht ist? Punkt eins. Punkt zwei: Weil etwas ungerecht ist, soll ich keine Leistung mehr bringen? Das ist doch lächerlich.“