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Markante Kritik von Krösche am deutschen Fußball: „Nicht mehr konkurrenzfähig“

Von Ulrike John

Frankfurt am Main – Klare Worte! Markus Krösche (45), Sportvorstand von Eintracht Frankfurt, übte scharfe Kritik an der Nachwuchsausbildung im deutschen Fußball und den daraus resultierenden Konsequenzen.

„Die Nationalmannschaft ist in bestimmten Bereichen längst nicht mehr wettbewerbsfähig im Vergleich zu großen Fußballnationen“, äußerte der 45-Jährige laut „Bild“ beim Frühjahrsempfang des hessischen Bundesligisten.

Krösche führte weiter aus: „Man muss ehrlich sagen, dass wir einfach zu schlecht ausbilden. Der Fokus der Trainer liegt meistens darauf, sich selbst zu verbessern und in die Bundesliga aufzusteigen. Dadurch rücken die Resultate in den Vordergrund, sodass die individuelle Förderung der Spieler oft vernachlässigt wird.“

Den Wendepunkt für diese negative Entwicklung sieht Krösche in der Zeit nach dem größten Erfolg der letzten Jahre: dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2014 in Rio de Janeiro. „Ich glaube, dass wir seit diesem Zeitpunkt etwas vom richtigen Weg abgekommen sind und uns auf diesem Erfolg ausgeruht haben. Erfolg führt häufig dazu, dass man die größten Fehler begeht.“

Seiner Ansicht nach müsse man den Fokus wieder verstärkt auf die Förderung junger Talente legen und dabei die Ergebnisse im Jugendbereich weniger stark gewichten. „Wir haben es in den vergangenen Jahren, besonders im Vergleich zu anderen Ländern, viel zu schlecht gemacht. Deshalb sind wir ins Hintertreffen geraten“, erklärte der Manager.

In diesem Zusammenhang verabschiedete die DFL in dieser Woche die Einführung einer U21-Liga für die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga ab der kommenden Saison, um die Talententwicklung im deutschen Fußball weiter zu professionalisieren.