Sensibler Wechsel von Bergmann: Warum ich von Lok zu Chemie Leipzig gewechselt bin
Leipzig – Marcel Bergmann (27) war der Startschütze für die Wintertransferphase bei BSG Chemie Leipzig. Der Torhüter entschied sich für einen heiklen Schritt und wechselte vom Stadtrivalen Lok Leipzig zu Chemie. Im Interview mit TAG24 erklärt er, weshalb es vergleichsweise wenig Gegenreaktionen gab und welche Gründe hinter seiner Entscheidung stehen.
Solche Transfers sorgten in der Vergangenheit schon des Öfteren für Konflikte. So berichtete beispielsweise Julian Weigel (24) gegenüber TAG24, dass nach seinem Wechsel Fans vor seinem Wohnhaus auftauchten.
Auch Bergmann war sich dieser Brisanz bewusst und hat sich im Vorfeld Gedanken gemacht: „Natürlich habe ich mich erkundigt, ob ich mit Reaktionen rechnen muss. Mir ist die Brisanz des Wechsels sehr wohl bewusst. Letztendlich konzentriert man sich als Spieler aber in erster Linie auf die sportlichen Aspekte“, erklärt der 27-Jährige.
Im Gegensatz zu ähnlichen Fällen blieb es aber größtenteils ruhig. Viele Anhänger zeigten Verständnis für seinen Schritt. Bergmann war im Sommer 2025 von den Kickers Emden nach Probstheida gewechselt, da Lok aufgrund einer schweren Verletzung von Niclas Müller (24) dringend Verstärkung im Tor benötigte.
Da Ersatzkeeper Andreas Naumann (33) seine Aufgabe jedoch hervorragend erledigte, kam Bergmann nur beim 12:0-Erfolg im Sachsenpokal gegen den SV Lindenau 1848 zum Einsatz. Für den ehrgeizigen Schlussmann war das natürlich zu wenig Spielzeit.
In Leutzsch erhofft er sich daher nun mehr Möglichkeiten: „Hier habe ich hoffentlich bessere Chancen, regelmäßig zu spielen. Ich war froh, als die Anfrage von Chemie kam und musste ehrlich gesagt nicht lange überlegen. Ich war bisher noch nicht im Alfred-Kunze-Sportpark, habe aber schon gehört, was hier für eine Atmosphäre herrschen kann, wenn Fans im Stadion sind. Die Gespräche mit den Verantwortlichen liefen zudem sehr positiv, sodass für mich schnell klar war, dass ich den Schritt gehen möchte.“
Der Wechsel garantiert jedoch keine automatische Stammposition. Neben dem jungen Tom Eisfeld (18), der eher als dritter Torhüter eingeplant ist, wird Bergmann vorrangig im Konkurrenzkampf mit Florian Horenburg (23) stehen, wenn es um den Platz im Tor geht.
Der 2025 von Viktoria Berlin gekommene Keeper hat in dieser Saison bereits einige überzeugende Leistungen gezeigt, aber auch in wichtigen Partien Fehler gemacht – dafür erhielt er von Ex-Trainer Adrian Alipour (47) öffentlich Kritik.
Das bedeutet: Wer beim ersten Pflichtspiel der Chemie-Elf 2026 im Tor stehen wird, ist weiterhin offen.
„Ich bin jetzt seit drei Wochen hier. Unser Torwartteam ist schon sehr gut zusammengewachsen. Ich habe zwar schon Erfahrung, aber nicht überall ist das Verhältnis untereinander so harmonisch. Hier habe ich zwei starke Persönlichkeiten als Mitbewerber. Letztlich sind wir aber alle in den Fußball eingestiegen, um auf dem Platz zu stehen. Das Wichtigste ist jetzt, dass wir in der Liga bleiben. Das hat Vorrang – persönliche Ambitionen müssen dann zurückstehen“, so Bergmann.
In den bisherigen Testspielen rotierte Trainer Alexander Schmidt (57) regelmäßig zwischen seinen Torhütern. Wahrscheinlich wird das auch bei den Tests am Donnerstag um 18:30 Uhr gegen den SV Dessau 05 und am Freitag um 18 Uhr gegen Germania Halberstadt so bleiben. Gespielt wird auf dem Kunstrasen im Alfred-Kunze-Sportpark – und das vor Publikum!