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Girona statt FC Barcelona: Warum der Wechsel von Nationaltorwart ter Stegen keine Niederlage darstellt

Barcelona/Girona – Champions-League-Spielplan weicht dem Kampf um den Klassenerhalt, der imposante Camp Nou macht Platz für das eher bescheidene Montilivi-Stadion: Um seine Chancen auf eine Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 zu wahren, entschied sich Deutschlands Torhüter Marc-André ter Stegen (33), vom FC Barcelona zum FC Girona zu wechseln. Dort wird er bis Saisonende auf Leihbasis spielen.

Obwohl dieser Schritt auf den ersten Blick wie ein Rückschritt erscheint, bietet sich für den Keeper eine hervorragende Möglichkeit, sich für die WM zu empfehlen und die derzeitige Nummer eins im deutschen Tor, Oliver Baumann (35) von der TSG Hoffenheim, herauszufordern.

Die letzten eineinhalb Jahre dürften für ter Stegen wohl eher unwirklich erscheinen. Im September 2024 zog er sich einen Riss der Patellasehne zu und fiel für mehrere Monate aus. Kurz vor Beginn der Saison 2025 musste er sich zudem einer Rückenoperation unterziehen – eine besonders schwierige Phase, da Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) ihn nach dem Rücktritt von Manuel Neuer (39) als neuen Stammtorwart der Nationalmannschaft bestimmt hatte.

Seitdem stand ter Stegen jedoch nur selten zwischen den Pfosten. Kürzlich musste er aufgrund einer erneuten Rückenverletzung sogar das Trainingslager von Barcelona frühzeitig verlassen. Auch privat gab es Turbulenzen: Im März 2025 wurde die Trennung von seiner Ehefrau und Jugendliebe Daniela bekannt. Gemeinsam haben sie zwei Söhne, Ben (6) und Tom (1).

Am Montagabend richtete sich der Torwart mit emotionalen Worten auf Instagram an seine Fans. 2014 war er für zwölf Millionen Euro von seinem Jugendclub Borussia Mönchengladbach zu den Katalanen gewechselt.

"So viele Erinnerungen und Gefühle durchströmen mich gerade. Fast 12 Jahre lang war dieser Verein und vor allem diese Umkleide mein zweites Zuhause. Ein Ort, an dem ich persönlich und sportlich gewachsen bin und unvergessliche Momente erleben durfte", schrieb er auf Instagram.

Er betonte seine tiefe Dankbarkeit und seinen Stolz, da er den Club, die Stadt und die Region sehr liebe. Diese Erfahrung habe in ihm ein Gefühl geweckt, das niemals verblassen werde.

"An die Mannschaft: Vielen Dank für die gemeinsamen Jahre, für das tägliche Miteinander, das Lachen, den Kampf und den gegenseitigen Respekt. Ihr werdet immer einen Platz in meinem Herzen haben. Es war eine große Ehre, die Kapitänsbinde tragen zu dürfen – etwas, das ich für immer in mir tragen werde", schrieb der Kapitän weiter.

Nun bleibt zu hoffen, dass ihn Verletzungen verschonen, er zu seiner Form zurückfindet und der deutschen Nationalmannschaft im Hinblick auf die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada in diesem Sommer erneut als verlässlicher Rückhalt dienen kann.