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Mainz schlägt ideenloses St. Pauli: Kiezkicker rutschen weiter ab

Hamburg – Der Abstieg in die zweite Liga wird für den FC St. Pauli immer wahrscheinlicher. Auch am 32. Spieltag unterlag das Team mit 1:2 (0:2) gegen Mainz 05. Besonders die offensive Darbietung der Hamburger ließ oft jeglichen Einsatz vermissen. Mittlerweile wartet St. Pauli seit acht Begegnungen auf einen Sieg.

Zu Beginn der Partie war vom Abstiegskampf in der Atmosphäre wenig zu spüren. Sowohl die Heim- als auch die Gästefans sorgten beim Anpfiff für ordentlich Stimmung.

Die Mainzer setzten zudem Pyrotechnik ein, die für leichte Rauchentwicklung sorgte – dennoch konnte Schiedsrichter Timo Gerach das Spiel pünktlich anpfeifen.

Die Kiezkicker starteten zunächst vielversprechend. Früh erarbeitete sich die Mannschaft von Alexander Blessin eine Ecke. Der von Erik Smith getretene Ball wurde jedoch von Danny da Costa zur nächsten Ecke geklärt. Auch einen Kopfball von Tomoya Ando konnte da Costa noch auf der Linie verhindern.

Doch statt einer Belohnung für den engagierten Beginn folgte ein Rückschlag für St. Pauli. Hauke Wahl wurde durch energisches Pressing von Kaishu Sano aus dem Konzept gebracht und verlor den Ball an den Japaner. Über Sheraldo Becker gelangte das Spielgerät zu Philipp Tietz, der aus etwa 15 Metern eiskalt ins Eck traf – für Torwart Nikola Vasilj war der Ball unhaltbar. Wahl zeigte sich nach dem Spiel selbstkritisch und räumte seine Mitschuld am Gegentor ein.

Der frühe Rückstand schien den Schwung bei St. Pauli sofort zu brechen. Ideen- und kraftlos plätscherte die erste Halbzeit vor sich hin. Karol Mets brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: „Wir hatten keine Strategie und kaum Torgefahr.“ Mainz nutzte die Schwächephase der Hamburger geschickt und agierte stets effizient.

Dennoch gelang den Gästen kurz vor der Pause ein weiteres Tor: In der 40. Minute traf Philipp Mwene nach einer Vorlage von Kapitän Silvan Widmer zum 0:2, womit die Blessin-Elf mit einem deutlichen Rückstand in die Kabine ging. Die Fans von St. Pauli zeigten ihren Unmut mit Pfiffen während der Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel brachte Blessin zwei frische Kräfte: Für Danel Sinani und Lars Ritzka kamen Connor Metcalfe und Adam Dwigala ins Spiel, um das Match am Millerntor noch zu drehen.

Doch auch im zweiten Durchgang hatte Mainz die besseren Chancen. Ein Schuss von Becker wurde von den Hausherren geblockt, der Nachschuss von Mwene prallte an Ando ab. Die Hamburger Offensive blieb weiterhin harmlos.

In der 64. Minute versuchte es Metcalfe aus der Distanz, doch sein Schuss ging weit am Kasten von Daniel Batz vorbei.

Ungefähr 15 Minuten vor Schluss hätte St. Pauli den Anschluss erzielen müssen: Abdoulie Ceesay, der eingewechselt worden war, hatte nach einem Fehler der Mainzer freie Bahn und lief alleine auf den Torwart zu. Statt selbst abzuschließen, zögerte der Gambier zu lange und legte quer zu Martijn Kaars – die Gelegenheit verpuffte.

Erst in der 88. Minute gelang Ceesay doch noch der Anschlusstreffer, als er den Ball von rechts irgendwie über die Linie drückte. Das 1:2 reichte jedoch nicht mehr zum Punktgewinn. Der Sieg an diesem Sonntagnachmittag ging somit an die Rheinhessen.

Während Mainz theoretisch den Klassenerhalt fast sicher hat (es fehlt rechnerisch noch ein Punkt), zeigte St. Pauli eine erschreckende Leistung ohne Kampfgeist. Die Kiezkicker steuern weiter unaufhaltsam dem direkten Abstieg in die 2. Bundesliga entgegen.

Erstmeldung: 17:35 Uhr, aktualisiert: 18:04 Uhr.

Bundesliga, 32. Spieltag

FC St. Pauli – 1. FSV Mainz 05 1:2 (0:2)

St. Pauli: Vasilj – Ando, Wahl, Mets – Ritzka (45. Dwigala), Irvine (83. Rasmussen), Smith (65. Ceesay), Pyrka – Sinani (45. Metcalfe), Fujita – A. Hountondji (65. Kaars)

Mainz 05: Batz – da Costa, Potulski, Posch – Widmer (75. Caci), K. Sano, Mwene – Nebel, Amiri (83. Maloney) – Becker (72. Sieb), P. Tietz (84. Weiper)

Schiedsrichter: Timo Gerach (Landau in der Pfalz)

Zuschauer: 29.546 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Tietz (6.), 0:2 Mwene (40.), 1:2 Ceesay (88.)

Gelbe Karten: Metcalfe (2), Ceesay (3) / Batz (2)

Bundesliga-Tabelle

Die Platzierung in der Bundesliga entscheidet Folgendes: Der Tabellenführer am Saisonende wird Deutscher Meister. Die Teams auf den Plätzen 17 und 18 steigen direkt in die 2. Bundesliga ab. Der Drittletzte (Rang 16) darf in der Relegation um den Verbleib in der Liga spielen – Gegner ist dort der Drittplatzierte der zweiten Liga.