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Matthäus übt Kritik an DFB-Kommunikation rund um Neuer-Thematik

Von David Joram

München/Berlin – Lothar Matthäus (65) spricht sich grundsätzlich für ein mögliches Comeback von Torhüter Manuel Neuer (40) bei der Fußball-WM aus, übt jedoch deutliche Kritik an der Kommunikationsstrategie des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). „Sportlich gesehen ist diese Überlegung für mich durchaus nachvollziehbar. Was mir jedoch missfällt, ist die Art und Weise, wie darüber informiert wird“, schrieb der Rekordnationalspieler in einer Kolumne für Sky.

Er bemängelte insbesondere, dass im Umgang mit Torwart Oliver Baumann (35) und den Fans Ehrlichkeit sowie Offenheit fehlten.

Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) sei zwar einen Weg gegangen, der für ihn möglicherweise passend gewesen sei, doch habe dies unnötige Diskussionen ausgelöst, so Matthäus.

„Dabei werfe ich Nagelsmann persönlich keinen Vorwurf vor – dieses Thema betrifft den gesamten DFB. Dort sind erfahrene Fachleute tätig, die solche Situationen frühzeitig hätten vermeiden müssen.“

Auch Nagelsmanns Auftritt am Samstag in der ZDF-Sendung „Sportstudio“ habe nach Matthäus’ Einschätzung „kaum zur Klärung beigetragen“.

Nach Berichten der Medien wird Neuer als Stammtorwart des deutschen Teams zur WM im Sommer reisen.

Der Bundestrainer habe Baumann, der bisher die Nummer eins war, telefonisch informiert, dass er mit dem 40-jährigen Neuer als Torwartplane für das Turnier rechne, berichtete die „Bild“-Zeitung.

Baumann (35) habe zugesagt, auch als Ersatzkeeper bei der WM zur Verfügung zu stehen.

Angesichts der starken Leistungen Baumanns in der WM-Qualifikation sei die späte Änderung umso überraschender, schrieb Matthäus. „Der DFB hatte sich über einen langen Zeitraum eindeutig hinter Baumann gestellt.

Was aber passiert, falls Neuer sich kurz vor der WM oder während der Vorbereitung verletzt? Dann wäre Baumann wieder gefordert.“

Im letzten Bundesliga-Spiel gegen Köln wurde Neuer wegen Wadenschmerzen ausgewechselt. Der Torwart des FC Bayern erklärte, er wolle kein unnötiges Risiko eingehen.

Zuletzt hatte Nagelsmann eine klare Stellungnahme zu Neuer vermieden. Am Samstag betonte er im ZDF, dass er erst noch Gespräche mit allen Spielern führen wolle, was bisher noch nicht stattgefunden habe.

Am kommenden Donnerstag wird der Bundestrainer offiziell seinen 26-köpfigen WM-Kader für die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada bekanntgeben.