zurück

Für Lok Leipzig wird es nun eine große Herausforderung sein, die verpassten Aufstiege zu verkraften

Leipzig – Zurück in der Heimatstadt. Es ist fraglich, wie viele Spieler von Lok Leipzig nach der 1:2-Niederlage in Würzburg in der vergangenen Nacht wirklich Schlaf gefunden haben. Statt den längst verdienten Aufstieg in die 3. Liga zu feiern, dürften sich die Verantwortlichen und Spieler bei der letzten Sitzung vor der Sommerpause am Dienstag ratlos gegenüberstehen.

Schon wieder, muss man sagen. Das Szenario erinnert stark an die Enttäuschung, die Blau-Gelb im vergangenen Jahr nach der Niederlage gegen Havelse erlebte. Alle wirken niedergeschlagen, doch Trainer Jochen Seitz (49) fand damals einen Weg, sein Team wieder aufzurichten.

Lok hat mit dem erneuten Gewinn der Meisterschaft erneut einen wichtigen sportlichen Meilenstein gesetzt. Doch so schwierig es auch sein mag, wird es jetzt genauso darauf ankommen, die gleiche positive Einstellung wie auf dem Weg zu den Titeln beizubehalten, damit die Mannschaft die Geschehnisse der letzten Tage verarbeiten kann, ohne daran zu zerbrechen.

„Wir werden uns jetzt gegenseitig stützen. Aber beim Treffen am Dienstag wird wohl nur der eine oder andere Schluck Alkohol ein wenig Trost spenden. Ansonsten weiß ich nicht, wie man diese Situation anders ertragen soll“, sagte der sehr emotionale Kapitän Djamal Ziane (34) nach dem Abpfiff.

Diese Worte zeigen eindrucksvoll, wie schwer es werden wird, sich jetzt wieder aufzurappeln. Geplant ist, dass ein Teil der Mannschaft in den nächsten Tagen gemeinsam verreist, um den Kopf frei zu bekommen. Doch nicht alle werden dabei sein, da einige Akteure den Verein verlassen werden.

Stefan Maderer (29) und Laurin von Piechowski (32) sind dabei längst nicht die einzigen, die den Klub verlassen. Sportdirektor Toni Wachsmuth (39) kann nun, da die Ligazugehörigkeit geklärt ist, endgültig mit der Kaderplanung beginnen.

Für viele bei Blau-Gelb scheint die kommende Saison aktuell noch in weiter Ferne zu liegen. Es wird einige Tage brauchen, bis der bittere Rückschlag in Würzburg verdaut ist und der Trainingsbetrieb wieder aufgenommen werden kann.

In der nächsten Saison darf der Meister der Regionalliga Nordost direkt in die 3. Liga aufsteigen – ein schwacher Trost angesichts der aktuellen Enttäuschung. Mit dem FC Erzgebirge Aue, der voraussichtlich ebenfalls in die Regionalliga zurückkehrt, wartet zudem ein weiterer starker Aufstiegskonkurrent.

Was aus Sicht von Lok Hoffnung geben könnte: Im letzten Jahr hätte niemand damit gerechnet, dass die Sachsen tatsächlich zum zweiten Mal die Meisterschaft holen würden. Vielleicht gelingt ihnen das sogar dreimal hintereinander.