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Fans nach Lok-Leipzig-Partie verärgert: „So etwas muss geahndet werden!“

Greifswald – Das 1:1-Unentschieden in Greifswald könnte für Lok Leipzig „Gold wert“ sein, wie Vizekapitän Farid Abderrahmane (30) nach Spielende treffend bemerkte. Vor dem letzten Spieltag in der Regionalliga Nordost hält Blau-Gelb durch diesen Punktgewinn die Meisterschaftschance weiterhin in den eigenen Händen. Eigentlich ein Grund zur Freude in Probstheida, doch es gibt Gesprächsbedarf.

Nachdem die Gäste bereits in der 3. Minute in Rückstand geraten waren und erst durch Ayodele Adetula (28) in der 64. Minute den Ausgleich erzielten, entwickelte sich ein sehr spannendes Spiel.

Wäre Blau-Gelb noch ein Gegentor unterlaufen, läge Carl Zeiss Jena nun mit einem Punkt Vorsprung an der Tabellenspitze und könnte mit einem Sieg gegen Rot-Weiß Erfurt am letzten Spieltag die Meisterschaft für sich entscheiden. Auch für die Norddeutschen hätte ein weiteres Gegentor schwerwiegende Konsequenzen gehabt. Meuselwitz könnte mit einem Erfolg am letzten Spieltag noch vorbeiziehen und den Abstieg von Greifswald besiegeln.

All das bleibt zwar hypothetisch, doch der Punktgewinn kam beiden Mannschaften zugute. Wie sich die Teams darauf einigten, sorgt jedoch für großen Unmut bei den Fans.

Ab etwa der 87. Minute stellten Greifswald und Lok das Spiel nahezu ein. Der GFC spielte den Ball nur noch in der eigenen Hälfte hin und her, während die Gäste auf ihrer Seite blieben und keinen Angriff mehr starteten. So verstrich die Zeit, bis Schiedsrichter Kai Kaltwaßer (33) nach drei Minuten Nachspielzeit die Partie abpfiff.

Diese bizarren Szenen wurden von Pfiffen aus den Zuschauerrängen begleitet. Die 654 mitgereisten Lok-Anhänger zeigten sich darüber alles andere als zufrieden.

Auch im Internet hagelte es harsche Kritik unter den Social-Media-Beiträgen beider Vereine, teils unter der Gürtellinie. Die freundlichsten Kommentare lauteten noch „Beide Mannschaften sollten sich schämen“ oder „So etwas sollte für beide Teams bestraft werden, das ist unfair gegenüber Jena“.

Die Sachsen verteidigten sich und antworteten: „Was soll daran lächerlich sein? Dass wir nach 85 Minuten intensiven Pressings und hohem Anlaufen in den letzten fünf Minuten bei gegnerischem Ballbesitz nicht mehr voll auf Risiko gehen und dadurch vielleicht einen Konter kassieren?“

Auch Lok-Trainer Jochen Seitz (49) äußerte sich nach Spielende gegenüber dem „MDR“ zu den Vorfällen: „Tatsache ist, Greifswald hatte den Ball, wir wollten in dieser Phase kein unnötiges Risiko mehr eingehen.“

Regionalliga Nordost Tabelle

Der Meister der Saison 2026 tritt am Ende in zwei Aufstiegsspielen gegen den Meister der Regionalliga Bayern an. Der Gewinner steigt in die 3. Liga auf. Je nach Abstieg aus der 3. Liga können bis zu vier Mannschaften absteigen.