Lok Leipzig trauert erneut – und eigentlich ist alles schon gesagt
Würzburg – Eigentlich hätte man sich die Interviews mit den Verantwortlichen von Lok Leipzig nach dem erneuten Scheitern im Aufstiegskampf zur 3. Liga sparen können. Die Antworten sind schon zweimal gegeben worden, und genau das macht die Situation so bitter.
Im Jahr 2020 scheiterte man an Verl, im vergangenen Jahr an Havelse und nun erneut an den Würzburger Kickers: Blau-Gelb wurde zum dritten Mal von den äußerst ungerechten Aufstiegsspielen gestoppt.
Haben die Bayern zweimal verdient gewonnen und auch das 2:1 am Montagabend war absolut gerechtfertigt? Unbestritten. Doch dass solche Spiele überhaupt ausgetragen werden müssen, ist die eigentliche Unverschämtheit.
Wieder einmal steht der erfahrene Kapitän Djamal Ziane (34) mit Tränen in den Augen am Mikrofon und versucht zu erklären, warum er trotz erneuter Meisterschaft erneut nicht den Traum von der 3. Liga verwirklichen konnte.
Währenddessen läuft Farid Aberrahmane (29) durch den Spielertunnel und umarmt herzlich jeden seiner Mitspieler, während in der Würzburger Kabine die Feierlichkeiten bereits in vollem Gange sind.
Das ist zwar verständlich, aber es war kein Pokalfinale, sondern das entscheidende Spiel um etwas, das eigentlich mit dem ersten Platz in der eigenen Staffel bereits hätte geregelt sein sollen.
„Es ist schwer, das in Worte zu fassen. Man fühlt sich leer und enttäuscht. Eigentlich haben wir Großartiges geleistet. Jetzt ist es wieder sehr bitter, und wir müssen erst einmal versuchen, das zu verarbeiten“, sagte Verteidiger Lukas Wilton (31) nach dem Abpfiff ebenfalls mit Tränen in den Augen.
Eine Pressekonferenz mit den Trainern wurde unmittelbar nach dem Spiel abgesagt. Die Sachsen packten schnell ihre Sachen zusammen und wollten so rasch wie möglich die dreistündige Heimfahrt antreten.
Das ist verständlich, denn die ausgelassene Feier der Würzburger mitzuerleben, war etwas, das man vermeiden wollte – auch wenn man fairerweise anerkennen musste, dass der Sieg verdient war.
Ein Unentschieden wäre jedoch vermutlich ein gerechteres Ergebnis gewesen, denn der Kopfball von Filip Kusic (29) in der letzten Minute hätte durchaus ins Tor gehen können.
Das passte leider treffend zu dem äußerst enttäuschenden Abend für Lok Leipzig.