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Leitl zieht Fazit nach Trainingslager: Welche Erkenntnisse Hertha aus Portugal mitnimmt

Lagos (Portugal) – Sechs intensive Tage in Portugal liegen hinter Hertha BSC. Den Auftakt machte ein Flugchaos, das Ende bildete eine knappe Niederlage gegen Standard Lüttich. Streng genommen dauert das Trainingslager jedoch noch an, denn erst am Samstag tritt die Alte Dame nach der letzten Trainingseinheit die Rückreise in die kalte Hauptstadt an.

„Für uns ist das Fazit absolut positiv, denn wir hatten hier deutlich bessere Voraussetzungen als derzeit in Berlin. Deshalb hat es sich für uns voll und ganz gelohnt, hierherzukommen. Die Mannschaft war hochmotiviert und hat sehr gut gearbeitet. Zudem sind wir im Team noch enger zusammengerückt“, zog Stefan Leitl (48) Bilanz.

Mit einer komplett anderen Spieltaktik wird die Mannschaft in der Rückrunde nicht auflaufen. Man hat das System gefunden, das auch die Erfolgsserie im Herbst unterstrichen hat. Vielmehr stand bei angenehmen 15 Grad an der Algarve vor allem das Training von Spielzügen im Fokus.

„Ich sehe aktuell keine grundlegenden Dinge, die wir ändern müssen. Wir haben gezielt an den Aspekten gearbeitet, die für die zweite Liga entscheidend sind. Ich wiederhole mich gern: Es geht vor allem um Intensität und genau die wollen wir am Samstag, dem 17., auf dem Platz sehen.“

Das misslungene Testspiel wollte er nicht überbewerten – besonders, weil die Platzverhältnisse alles andere als optimal waren. Der Ball sprang immer wieder unkontrolliert davon. Außerdem führte eine falsche Entscheidung zu zwei Gegentoren für Hertha.

Statt den Ball einfach aus der Gefahrenzone zu befördern, versuchte der Zweitligist, das Spiel hinten heraus spielerisch zu lösen. Das schlug gleich zweimal fehl, was auch dem Trainer missfiel: „Wir erzielen ein herausragendes Tor und machen dann Dinge, die man auf so einem Platz vielleicht besser vermeiden sollte – wie ständige, kurze Spieleröffnungen.“

Zuerst war es ein Fehlpass von Linus Gechter (21), anschließend ein unnötig verursachter Freistoß. Zwei völlig vermeidbare Gegentore. „In solchen Spielen müssen wir lernen, öfter auch mal den zweiten Ball zu spielen oder Situationen zu überbrücken“, kritisierte Leitl und hofft auf einen Lerneffekt. Denn auch im harten Winter sind für die Berliner schwierige Platzbedingungen zu erwarten.

„Dann muss man sein Spiel anpassen. Wenn man immer stur seinem Rhythmus folgt, wird man schnell durchschaubar – und das wollen wir keinesfalls sein.“

Fehlende Leidenschaft lässt sich seiner Mannschaft jedenfalls nicht vorwerfen. Es kann auch mal hitzig werden, wie das lautstarke Handgemenge zwischen Deyovaisio Zeefuik (27) und Paul Seguin am Donnerstag zeigte. Leitl schickte die beiden kurzerhand vom Training, doch auch im Hotel setzten sie ihren Streit fort.

Diese Szene wollte der Chefcoach ebenso wenig dramatisieren wie die Niederlage im Testspiel: „Das war eher eine Bagatelle. Die Jungs mussten raus, weil ich spielen lassen wollte. Wenn man redet und schnattert, kann man nicht spielen. Also mussten sie raus, damit wir trainieren konnten. Aber alles ist okay. So etwas gehört dazu.“

Eine Woche vor dem Rückrundenstart ist Hertha bereits auf Betriebstemperatur – ein Umstand, der ihnen bei den bevorstehenden frostigen Temperaturen in Berlin sicherlich zugutekommt.