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Plant Hertha auf dem Transfermarkt noch einmal zu reagieren? Görlich äußert sich

Lagos (Portugal) – Seit nunmehr 100 Tagen ist Dr. Peter Görlich offiziell im Amt. Seit seiner Vorstellung am 1. September verfolgt der Hertha-Chef das Geschehen sehr genau. Auch im Trainingslager in Portugal nimmt er sich Zeit, um einen Blick auf die Bildschirme zu werfen, auf denen die Leistungsdaten der Spieler angezeigt werden.

„Ich wollte auch einmal etwas Positives entdecken – und die Zahlen sahen wirklich gut aus“, erklärte Görlich mit einem Schmunzeln bei einer Pressekonferenz. „Vielleicht liegt das an meiner Vergangenheit, schließlich habe ich das Thema auch studiert. Ich kann die Daten zwar nicht so tiefgehend analysieren wie unsere Experten Kuchno und Vieth, aber wir tauschen uns regelmäßig darüber aus.“

Bei der Mitgliederversammlung im November sprach Görlich noch von „großer Leistungsbereitschaft“. Diese erlebt der Sportwissenschaftler derzeit in hohem Maße.

Große Erwartungen an weitere Transfers im Winter sollten sich die Anhänger von Hertha allerdings nicht machen. Das Prinzip „ein Schritt nach dem anderen“ gilt weiterhin. „Wir wissen genau, wo wir herkommen und welche Herausforderungen vor uns liegen. Daher müssen wir besonnen agieren.“

Mit dem Abgang von Bilal Hussein (25) ist der erste Spieler, der nicht mehr zum Kader zählt, bereits weg. Der Schwede kehrt in seine Heimat zurück. Doch selbst wenn Uru-Kante Agustin Rogel (28) den Verein verlassen sollte, ist nicht automatisch mit weiteren Verstärkungen zu rechnen. „Wir setzen großes Vertrauen in unseren Kader. Dieser ist wirklich gut aufgestellt. Einen großen Handlungsspielraum sehen wir derzeit nicht.“

An der Zielsetzung hat sich nichts geändert: Die Alte Dame will zurück in die Bundesliga – möglichst schon in dieser Saison. „Es ist uns ziemlich egal, wer neu hinzukommt. Wir möchten eine feste Heimstärke entwickeln und unsere Partien gewinnen. Unser klares Ziel haben wir mehrfach kommuniziert: 15:30 Uhr.“

Das Auftaktprogramm hat es dabei in sich. Nach dem Spitzenreiter Schalke warten Karlsruhe, Darmstadt, Elversberg, Hannover und Paderborn. Nur Karlsruhe rangiert hinter Hertha, alle anderen Teams verfolgen ähnliche Ambitionen. Läuft es schlecht, könnten die Aufstiegsträume in wenigen Wochen bereits wieder vorbei sein. „Ich denke nicht, dass der Februar als Stichtag ausreicht, denn bis dahin werden noch zu viele Punkte vergeben.“

In den Medien wurde zuletzt spekuliert, dass bei einem erneuten Scheitern der Aufstieg aus finanziellen Gründen ein Ausverkauf drohen könnte. Schlüsselspieler wie Fabian Reese (28), Michaël Cuisance (26) oder das junge Talent Kennet Eichhorn (16) wären dann schwer zu halten.

„Es handelt sich hier nicht nur um einen Spielermarkt, sondern auch um einen Vereinsmarkt – und genau in diesem agieren wir. Im Fußballgeschäft geben wir uns stets ein zeitlich begrenztes Treueversprechen. Das darf man nie außer Acht lassen“, betonte Görlich. „Ein Klub wie Hertha kann nicht einfach so im Handumdrehen seine Wunschelf zusammenstellen. Wir orientieren uns am Markt: Wie positionieren wir uns? Was macht Sinn?“