Leere Südkurve? FC Bayern erwägt harte Konsequenz
Von Martin Moravec
Neufahrn – Aufgrund der Pyro-Sanktion der UEFA könnte der FC Bayern München sein nächstes Heimspiel in der Champions League möglicherweise sogar vor einer vollständig leeren Südkurve bestreiten.
„Wir sind verpflichtet, die Blöcke 111 bis 114 zu schließen. Gleichzeitig überlegen wir jedoch ernsthaft, die gesamte Südkurve zu sperren. Das wurde bereits intern diskutiert, eine finale Entscheidung steht aber noch aus“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Jan-Christian Dreesen am Sonntag bei einem Treffen mit Fanclubs in Neufahrn, Niederbayern, gegenüber t-online.
Wegen des Abbrennens von Feuerwerkskörpern im Heimspiel gegen Sporting Lissabon (3:1) am 9. Dezember hatte die UEFA verfügt, dass die Blöcke 111 bis 114 im Unterrang der Südtribüne der Allianz Arena beim kommenden Champions-League-Spiel am 21. Januar gegen Royale Union Saint-Gilloise aus Belgien gesperrt bleiben müssen. Eine komplette Sperrung der gesamten Südtribüne war den Münchnern damit zunächst erspart geblieben.
„Das Problem ist, wenn wir nur die Blöcke 111 bis 114 schließen, verteilt sich das Publikum und es trifft dadurch auch unbeteiligte Fans“, führte Dreesen weiter aus. „Gleichzeitig könnten wir auch die gesamte Südkurve sperren, dann wären aber noch mehr Fans betroffen, die nichts mit den Vorfällen zu tun haben.“
Der Vorstand bezog sich damit auf das Prinzip der freien Blockwahl im Stehplatzbereich der Südkurve, der die Blöcke 109 bis 117 umfasst. Dort gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst – die Plätze werden solange vergeben, bis die jeweilige Kapazität erreicht ist.
„In den letzten 14 Jahren haben wir viel verändert, unter anderem die freie Blockwahl eingeführt und die Trennzäune zwischen den Blöcken entfernt“, erläuterte Dreesen.
„Deshalb ärgert mich die Situation auch ein wenig. Wenn ich von Block 109 bis 117 freie Blockwahl habe und nun die Blöcke 111 bis 114 schließen soll – wie soll das praktisch umgesetzt werden?“
Der FC Bayern steht bereits im Austausch mit den Ultras. „Einige Fans aus den betroffenen Blöcken der Südkurve haben signalisiert, dass sie die Organisation selbst übernehmen wollen. Dafür haben wir ihnen Zeit bis zum 6. Januar eingeräumt“, so Dreesen.
Er appellierte zudem direkt an die Fangruppen: „Ich möchte diejenigen, die regelmäßig Pyrotechnik einsetzen, dringend bitten, zu erkennen, dass sie dem Verein damit großen Schaden zufügen. Und dass dieses Verhalten vom Großteil der Zuschauer im Stadion weder toleriert noch akzeptiert wird.“